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Anglistin erforscht Literatur über Migranten in Kanada

(Artikel erschienen in der "Oberhessischen Presse" vom 30.08.2016)

Die Marburger Forscherin Dr. Sylvia Langwald wurde jetzt für ihre Doktorarbeit über Generationsbeziehungen in Migrantenfamilien ausgezeichnet.

Dissertationsauszeichnung Langwald


Professorin Kerstin Knopf (links), Vizepräsidentin der Gesellschaft für Kanada-Studien, überreichte die Urkunde für den Promotionspreis an Preisträgerin Dr. Sylvia Langwald.
© Uni-Pressestelle

Marburg. Dr. Sylvia Langwald erhielt vom International Council for Canadian Studies (ICCS) den Preis für die beste Dissertation des Jahres 2015 für ihre Forschung über Diasporaliteratur in Kanada und Großbritannien. In ihrer Doktorarbeit befasste sie sich mit der literarischen Verarbeitung von Generationenbeziehungen in Migrantenfamilien, teilte jetzt die Pressestelle der Uni Marburg mit.

Langwalds Analyse konzentriert sich auf die karibische Diasporaliteratur. Sie spielt eine zunehmend wichtige Rolle, da Kanada und Großbritannien einen hohen Anteil an Migranten aus der Karibik haben.

In der Forschung findet das Thema Generationenkonflikte in mehreren Fachrichtungen zunehmendes Interesse. „Die bisherige Forschung trug jedoch nicht der komplexen Dynamik der Identitäten und Familien Rechnung“, sagt Dr. Sylvia Langwald. „Dort werden vor allem Generationenunterschiede und -konflikte beachtet. Ich vertrete dagegen die Auffassung, dass die Romane das Stereotyp der konfliktbehafteten und zerrissenen Einwandererfamilie anfechten. Vielmehr zeigen sie die Ambivalenz von Familienbeziehungen auf, die von Problemen, aber auch von positiven emotionalen Bindungen zwischen den Generationen geprägt sind.“

Langwald analysierte, dass Konflikte in den Romanen nicht aus Störungen in den Familien resultieren, sondern aus schwierigen Lebenssituationen wie den Auswirkungen von Kolonialismus und Migration. Sie wurde für ihre Arbeit ausgezeichnet, weil sie einen innovativen Beitrag zur literaturwissenschaftlichen Debatte über Identität und Generationen geleistet habe. Das Verstehen der Identitätsbildung der zweiten Generation biete viel Potenzial für Integrationspolitik und interkulturelle Kommunikation, betont die Forscherin.

Die Marburger Anglistin Sylvia Langwald war von der Gesellschaft für Kanada-Studien in den deutschsprachigen Ländern für den Preis vorgeschlagen worden. Sie setzte sich dann gegen Bewerber aus anderen Mitgliedsländern durch. Eine wichtige Rolle für ihren Erfolg spielte aus Sicht von Langwald ihr Doktorvater Professor Martin Küster vom Institut für Anglistik und Amerikanistik der Uni Marburg. „Er hat mich immer ermutigt, über den Tellerrand zu schauen und mir Freiräume gegeben, um in Kanada und Großbritannien vor Ort zu forschen“, sagte sie.



Zuletzt aktualisiert: 31.08.2016 · Anett Vömel

 
 
 
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