Kleiner Begleiter durch das Schloss
Besucher des Schlosses erreichen den Haupteingang meist über die Südterrasse. Vorbei an Rentkammer und Kapelle gelangen sie so in den Innenhof. Der Eingang zum Leutehaus auf der rechten Seite ist auch der Zugang zur Besichtigung von Schloss und Museum. In dem kleinen Informationszentrum im Eingangsbereich sind außer Büchern und Broschüren über Schloss, Stadt und Region auch Postkarten und Eintrittskarten für Rundgang und Museum erhältlich.
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Von hier aus hat man links Zutritt zum unteren Geschoss des Saalbaus: Der so genannte „Waldecker Saal“, der vor dem anschließenden kleinen Rittersaal liegt, wird für Wechselausstellungen genutzt. Nach rechts führt der Weg zum mittleren und oberen Geschoss des Leutehauses. Vom mittleren Geschoss aus gibt es einen Zugang zur Schlosskapelle im Südflügel und zum Museum im Ostflügel (Wilhelmsbau). Zwei kleine Portale führen zum Nordflügel (Saalbau) und direkt in den Fürstensaal, einen der größten und schönsten weltlichen Innenräume der deutschen Gotik. Der Saal wird jetzt für Konzerte und repräsentative Veranstaltungen genutzt. Die große Nische an der Nordseite des Saales war vermutlich der Platz für den fürstlichen Thron. Aus der Renaissancezeit stammen der große Ofen und die beiden Türumkleidungen aus Edelholz mit vorzüglichen Einlegearbeiten. Besonders prachtvoll ist das große südliche Portal von 1573 mit Durchgang zum großen Saal im Westflügel (Frauenbau). Hier kann man durch gläserne Bodenplatten und Pyramiden aus Glas auf die Ausgrabungen mit Mauerresten des ältesten Bauwerks (um 900) und Gebäudeteilen des 11. und 12. Jahrhunderts hinab sehen. In diesem Saal befindet sich auch eine umfangreiche Ausstellung zur Geschichte der Burg und zur Entstehung des Landes Hessen. Dann geht es weiter in den Südflügel (Landgrafenbau). Hier fand 1529 auf Einladung von Landgraf Philipp dem Großmütigen das Marburger Religions-gespräch statt, ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung. Nach der Durchquerung des „Landgrafensaals“ – mit einer freigelegten Doppelarkade von 1481 – führt eine Tür, rechts am Ende des Saales, in die 1288 geweihte Schlosskapelle. Diese hat eine vollständige mittelalterliche Ausmalung, die in ihrer ursprünglichen Form und Farbe wiederhergestellt wurde. Auch der wertvolle alte Fußboden wurde sorgfältig restauriert. Eine Besonderheit unter den Wandgemälden ist die 6 Meter hohe Darstellung des Christophorus. Durch die Tür links vor dem Altar erreicht man die Sakristei und danach den Übergang zum Museum für Kulturgeschichte im Ostflügel (Wilhelmsbau).
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