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I. Forschung

Die Philipps-Universität Marburg versteht sich als klassische Volluniversität mit breitem Fächerspektrum. Sie ist davon überzeugt, dass Erkenntnisfortschritte auf Grund herausragender Leistungen in den Einzelwissenschaften die Basis für die Interaktion und gegenseitige thematische und methodische Befruchtung von Fächern und Fachkulturen bilden. Daher sind in den einzelnen Disziplinen Voraussetzungen für herausragende Forschung und Lehre zu sichern, aber auch günstige Bedingungen für interdisziplinäre Zusammenarbeit zu schaffen.

  • Forschungsfelder:

    Die Philipps-Universität hat in den Jahren 2005 bis 2010 zur Bündelung ihrer Aktivitäten interdisziplinäre Forschungsfelder aus allen Wissenschaftsbereichen aufgebaut und sich damit deutlich profiliert:

    • Interdependenz von Kultur und Umwelt
    • Traditionen, Normen und Wissen im gesellschaftlichen Wandel
    • Genese und Bewältigung sozialer und politischer Konflikte
    • Formierung und Evolution politischer, rechtlicher und ökonomischer Ordnungen im internationalen Kontext
    • Materialwissenschaften, Nanowissenschaften / Nanotechnologie
    • Kognitive und angewandte Neurowissenschaften
    • Zellbiologie und Tumorforschung
    • Mikroorganismen und Infektionsbiologie
    • Experimentelle Neurobiologie und Neuromedizin
    • Biodiversität und Klima
    • Erwachsenenbildung

Das 2006 eingerichtete „Centrum für Mittel- und Nahost-Studien (CNMS)“ befindet sich in der Konsolidierungsphase und wird seine Forschungsagenda weiterentwickeln. Es kooperiert mit dem 2009 neu gegründeten „Zentrum für Interdisziplinäre Religionsforschung (ZIR)“. Beide Einrichtungen sowie der Fachbereich Evangelische Theologie und die religionswissenschaftliche Professur im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie bilden die wesentlichen Grundlagen für die Etablierung eines Zentrums für Islamische Studien, das das Fach dauerhaft in der universitären Forschung und Lehre etabliert und gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität die Ausbildung von Lehrkräften für den islamischen Religionsunterricht in allen Schulstufen aufbaut und durchführt.
Zur Stärkung der traditionsreichen altertumswissenschaftlichen kleinen Fächer richtet die Philipps-Universität ein „Marburger Centrum Antike Welt (MCAW)“ ein. Hierfür ist die einschlägige archäologische Professur im Fachbereich Evangelische Theologie – die einzige Professur für Christliche Archäologie in Hessen – im Rahmen des finanziell auszubauenden Sondertatbestandes angemessen auszustatten.
  • Sonderforschungsbereiche (SFB) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG):

    Exzellenzbereiche der Philipps-Universität entstehen unter anderem auch in den DFG-Sonderforschungsbereichen der medizinischen Schwerpunkte Onkologie, Virologie und Allergologie (SFB/TR 1, SFB 593, SFB/TR 17, SFB/TR 22, TR 81 und 84), die die Grundlage für eine Antragsskizze in der Exzellenzinitiative II für einen Cluster mit dem Titel „Dynamics of Spatial Cell Organization: From Molecules to Disease“ bilden.

    Weitere Sonderforschungsbereiche sind unter Marburger Federführung und mit Beteiligung der Justus-Liebig-Universität (Mikrobiologie, Virologie, historische Wissenschaften) in Planung. Unter Gießener Federführung wird ein SFB in den Neurowissenschaften stehen.

  • Neurowissenschaften:
    Die interdisziplinären Neurowissenschaften haben den Generationenumbruch in den Fachbereichen Psychologie und Medizin abgeschlossen und streben die Einwerbung großvolumiger Drittmittelprojekte an. In diesem Rahmen hat die Philipps-Universität in der Exzellenzinitiative II eine Antragsskizze für eine Graduiertenschule vorgelegt (GSC: Crossing Frontiers: Neuroscience from Research to Application).
  • Universitätsmedizin:
    Im Lichte der Evaluation der Auswirkungen der Fusion und Privatisierung der Universitätsklinika auf die Medizinstandorte Gießen und Marburg durch den Wissenschaftsrat im Jahr 2010 streben die Philipps-Universität Marburg und die Justus-Liebig-Universität Gießen in der Medizin die Weiterentwicklung sowie Intensivierung ihrer „strukturierten Kooperation“ in Forschung und Lehre, bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und in der ärztlichen Weiterbildung an. Hierzu soll in Abstimmung mit beiden Medizinfachbereichen sowie der Universitätsklinik Gießen und Marburg GmbH (UKGM) eine gemeinsame Strategie insbesondere für die Berufungspolitik entwickelt werden.
  • Die Hochschulen der Region Mittelhessen werden ihre innovationsorientierte Zusammenarbeit mit der Wirtschaft auf den Gebieten der Bio- sowie der Nanotechnologie fortsetzen und sich die präklinische Forschung als neues Aktionsfeld erschließen. Im Bereich der biomedizinischen Technik wird die Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen intensiviert.
  • Sofern die Landesregierung die erforderlichen zusätzlichen Ressourcen zur Verfügung stellt, wird die Philipps-Universität in Kooperation mit dem Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde und der Universität Gießen den landesweit einzigen Lehrstuhl für hessische Landesgeschichte einrichten.
  • Instrument der inneruniversitären Forschungsförderung ist der Forschungsförderfonds, über dessen Verausgabung das Präsidium nach Beratung durch den Forschungsbeirat entscheidet. Der gemeinsame Forschungsförderfonds Marburg – Giessen – Cooperation (MaGiC) für die Anschubfinanzierung für gemeinsame Vorhaben in den Sozial- und Geisteswissenschaften wird beibehalten und gegebenenfalls auf andere Fächer ausgeweitet.
  • Zur Vorbereitung sachlich fundierter Entscheidungen bei der Vergabe von Investitionsmitteln für Großgeräte, bei größeren Investitionen im Rahmen von Berufungsverhandlungen, bei der Planung der Geräteinvestitionen sowie bei der Methodenentwicklung zur Organisation der Großgeräte (u.a. Nutzungsgebühren, Neubauplanung) hat das Präsidium der Philipps-Universität im Sommer 2009 eine so genannte Geräte-Kommission eingesetzt; sie trägt erheblich zur Prozessoptimierung bei und wird ihre Arbeit fortsetzen.

Zuletzt aktualisiert: 19.12.2011 · duewert

 
 
 
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