III. Wissenschaftlicher Nachwuchs
In den vergangenen Jahren ist mit der Marburg University Research Academy (MARA) eine Qualitätsstandards setzende fächerübergreifende Organisationseinheit mit zwei Graduiertenzentren für die Lebens- und Naturwissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften entstanden. MARA bündelt alle Einrichtungen, Angebote und Programme zur Unterstützung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Philipps-Universität, von den fortgeschrittenen Master-Studierenden bis zu den PostDocs. Diese Angebote fördern sowohl Promovierende in Einzelpromotionen als auch in strukturierten Promotionsprogrammen. Sie stehen auch berufsbegleitend Promovierenden offen.
Nach dem Aufbau der Struktur und der Implementierung von Promotionsprogrammen in überfachlichen Verbünden sollen weitere Instrumente zur Gewinnung und Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses entwickelt werden. In den "Allgemeinen Bestimmungen für Promotionsordnungen" und in den Promotionsordnungen vieler Fachbereiche sind „fast track“-Verfahren verankert, die besonders begabten Studierenden mit Bachelorabschluss den direkten Zugang zur Promotion eröffnen und zur Verkürzung des wissenschaftlichen Karrierewegs beitragen sollen. Die Philipps-Universität engagiert sich für die Umsetzung dieser Angebote und wirkt darauf hin, dass bestehende Hindernisse zur Anerkennung dieses Ausbildungsgangs in den beruflichen Karrierewegen abgebaut werden. Betreuungsvereinbarungen zwischen Promovierenden und Betreuerinnen und Betreuern sollen zunächst in strukturierten Promotionsprogrammen mit dem Ziel der Ausweitung in die Fläche umgesetzt werden.
Wissenschaftskommunikation wird als ein neues Qualifizierungsmodul
für den wissenschaftlichen Nachwuchs eingerichtet. Die
Philipps-Universität wird neben den Doktorandinnen und Doktoranden auch
ihre PostDocs gezielt durch Personalentwicklungsmaßnahmen unterstützen.
Darüber hinaus sollen kooperative, d.h. institutionenübergreifende
Promotionsvorhaben mit Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen
konzeptionell weiterentwickelt werden. Dafür setzt die
Philipps-Universität auf den Erfahrungsaustausch im Universitätsverband zur Qualifizierung
des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland
(UniWiND), dem sie als Gründungsmitglied und zunächst
einzige hessische Hochschule 2009 beigetreten ist.
Ein wesentliches Instrument bleibt die Förderung von Graduiertenkollegs
durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und andere
Zuwendungsgeber. Mithilfe der Anschubfinanzierung durch die Förderung
von strukturierten Promotionsprogrammen (Studienstrukturprogramm und
Eigenmittel der Universität) soll die Einwerbung von
drittmittelfinanzierten Graduiertenkollegs gefördert werden.

