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Wissenschaftliche Qualifikationswege

Die Infografik "Qualifikationswege an der UMR nach der Promotion (neben der Professur)" zeigt die beruflichen Perspektiven nach einer Promotion an der Philipps-Universität Marburg. Die Promotion selbst dauert typischerweise drei bis sechs Jahre und bildet den Ausgangspunkt für vier unterschiedliche Karrierewege. Drei der als große Textpfeile dargestellten Karrierewege, führen in die wissenschaftliche Dauerstelle. 
Hier kann man nach einer Weiterqualifikation von max. vier Jahren und einer darauffolgenden Evaluation zu¬r Entfristung Lecturer (mit 12 SWS eigenständiger Lehre, eigenständige Forschung möglich), Researcher (mit 8 SWS Lehre, definierter Zeitanteil für eigenständige Forschung) oder Academic ManagerIn (mit bis zu 2-4 SWS Lehre, Zeitanteil für eigenständige Forschung oder forschungs- oder lehrbezogener Aufgaben) werden. Für den Lecturer braucht man vor der Evaluation eine Bewährungsphase von max. 2 Jahren mit 8 SWS Lehre. Dabei ist eigenständige Forschung möglich. Man braucht für die Researcher-Position eine Bewährungsphase von max. 2 Jahre mit 4 SWS Lehre und hat einen Zeitanteil für eigenständige Forschung. Für eine Stelle als Academic ManagerIn hat man eine Bewährungsphase von max. 2 Jahren mit 1-2 SWS Lehre und hat dabei einen Zeitanteil für forschungs- oder lehrbezogener Aufgaben bzw. eigenständige Forschung. 
Sowohl in der Qualifikationsphase als auch später als Lectuerer, Researcher oder Academic ManagerIn ist eine Karriereentwicklung in Richtung Professur möglich.
Der vierte Karriereweg, optisch ebenfalls als großer Textpfeil dargestellt, ist die Weiterqualifikation nach ZissZGV. Er führt über eine Ausschreibung für eine Dauerstelle in die administrative Tätigkeit in der Verwaltung oder den Fachbereichen. Diese Positionen sind wissenschaftsunterstützend, ohne Anspruch auf eigenständige Forschung oder Lehre. 
Man kann jederzeit auch eine Karriere außerhalb der Universität anstreben.
Grafik: Rina Roki-Heck

Im Einklang mit unserer Vision, nachhaltige Impulse für Gesellschaft und Zukunft zu setzen, bietet die Philipps-Universität moderne Arbeitsformate und verlässliche Karriereperspektiven. Wir berücksichtigen unterschiedliche Lebensphasen und -entwürfe und schaffen früh Transparenz für wissenschaftliche Laufbahnen. Grundlage dafür ist unser Positionspapier zur frühen Planbarkeit akademischer Karrieren.

Für Qualifikationsphasen mit dem Ziel der Promotion oder dem Ziel der Berufbarkeit sowie für eine Orientierungsphase nach der Promotion oder die befristete wissenschaftliche Arbeit in Projekten haben wir klare Befristungsleitlinien definiert. Sie regeln Mindestvertragsumfang und Mindestvertragsdauer sowie Möglichkeiten zur Verlängerung der befristeten Beschäftigung bis zur Erreichung der Qualifikationsziele. Um möglichst früh in der Karrierephase neben außeruniversitären Berufswegen auch die Möglichkeit eines perspektivisch unbefristeten Beschäftigungsverhältnisses innerhalb der Universität zu bieten, verfolgen wir für Stellen im akademischen Mittelbau und für Professuren Karrierewege mit Evaluationsphasen. 

Da viele Wissenschaftler*innen nach der Qualifikationsphase außeruniversitäre Karrieren anstreben, unterstützen wir diesen Übergang gezielt durch Beratungsangebote.

In den folgenden Abschnitten finden Sie Informationen zu unseren Karrierebausteinen. Zusätzliche Unterstützungs-, Beratungs- und Qualifikationsangebote sind im Bereich Junge Talente zusammengestellt.

1) Qualifikationsstellen mit dem Ziel Promotion

Die Philipps-Universität Marburg hat bereits 2016 transparente Befristungsbedingungen und Qualifizierungsziele für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter festgelegt. Diese Maßnahmen schaffen eine verlässliche Basis für die Planung von wissenschaftlichen Karrieren vor der Promotion. Im Einklang mit dem WissZeitVG werden beispielsweise Erstverträge für mindestens drei Jahre abgeschlossen und etwaige Ausfallzeiten berücksichtigt. Näheres regelt die Leitlinie der Philipps-Universität Marburg für die befristete Beschäftigung von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Befristungsleitlinie).

2) Qualifikationsstellen mit dem Ziel Berufbarkeit 

Für Wissenschaftler*innen mit bisherigem Karriereweg an der Philipps-Universität Marburg ist das Karriereziel Professur in der Regel nur an anderen Universitäten zu erreichen. Über Qualifikationsstellen mit dem Ziel Berufbarkeit wird dieser Weg unterstützt. Im Einklang mit dem WissZeitVG werden beispielsweise Erstverträge für mindestens vier Jahre abgeschlossen und etwaige Ausfallzeiten berücksichtigt. Näheres regelt die Leitlinie der Philipps-Universität Marburg für die befristete Beschäftigung von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Befristungsleitlinie).

3) Dauerstellen mit Schwerpunkt in der Lehre, der Forschung und dem Management (Lecturer, Researcher, Academic Manager) 

Die Professionalisierung von Daueraufgaben in Forschung, Lehre und den vielfältigen Aufgaben im wissenschaftlichen und wissenschaftsunterstützenden Bereich erfordert es, exzellent qualifiziertes Personal dauerhaft an die Universität zu binden und bei der Ausübung der Funktionen stetig weiter zu qualifizieren. Die Philipps-Universität Marburg schafft dafür neue Karrierewege, um Wissenschaftler*innen in einer frühen Karrierephase eine dauerhafte, unabhängige und eigenständige Position im akademischen Bereich neben der Professur zu ermöglichen, die nach positiver Evaluation zu einer Entfristung führen. 

4) Karriereziel W 2- und W 3-Professur (R 4)  

Das Karriereziel einer W 2- oder W 3-Professur an der Philipps-Universität Marburg kann je nach konkreter Ausschreibung der Professur mit oder ohne Tenure Track erreicht werden. Tenure Track-Modelle (W 1 auf W 2 oder W 3, W 2 auf W 3) ermöglichen eine relativ frühe und mit Blick auf die Tenure-Erreichung planbare Karriere für Wissenschaftler*innen der Karrierestufen R 2 und R 3. Gleichzeitig stellen sie eine Barriere für bereits etablierte Wissenschaftler*innen dar, die für die jeweilige Zielprofessur auch direkt qualifiziert wären. Die Philipps-Universität Marburg baut deshalb die Besetzung von Professuren im Open Rank-Verfahren weiter aus: Ziel ist, über Open Rank-Verfahren mit Einstieg ab W 1 bis W 2 bzw. W 3 zu erreichen, dass sich Wissenschaftler*innen auf frühen wie etablierten Karrierestufen bewerben können und adäquat und fair mit Fokus auf ihr Passfähigkeit und ihr Entwicklungspotenzial evaluiert werden.