Hauptinhalt

TRACE-PD (Tracking the mechanisms of disease progression and functional compensation in the early phase of Parkinson’s disease)

Zunehmend deutet sich an, dass die Parkinson-Erkrankung durch ein komplexes Zusammenspiel von Nervenzellverlust im Gehirn und gegensteuernden Mechanismen gekennzeichnet ist. In frühen Krankheitsstadien können diese kompensatorischen Prozesse krankheitsbedingte Veränderungen, wie beispielsweise sinkende Dopaminspiegel, teilweise ausgleichen. Wenn diese Mechanismen jedoch versagen, treten motorische Symptome auf.

Bislang wurde dem therapeutischen Potenzial dieser Mechanismen vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Es mangelt an Studien, die die Wechselwirkung zwischen Hirnschädigung und dem Versagen dieser Prozesse als treibende Kraft früher Parkinson-Symptome systematisch untersuchen. Unser durch JPND gefördertes Konsortium, das Expertise in molekularer und struktureller Bildgebung sowie Neurophysiologie vereint und über langjährige Erfahrung in Bewegungsstörungen verfügt, will diese Forschungslücke schließen. Wir untersuchen Zellverlust und gegensteuernde Mechanismen in der Frühphase der Erkrankung, wenden unsere Auswertungsverfahren auf Datensätze weiterer Partner (Nijmegen–Marburg–Köln) an und fördern die Ausbildung junger Wissenschaftler*innen in im Ausland entwickelten Methoden (Marburg–Nijmegen, Marburg–Stockholm). Das Projekt wird national über drei Jahre vom BMBF gefördert.

Im Rahmen des Projekts haben wir fünf Teilprojekte entwickelt, die sich vor allem auf die Analyse vorhandener Hirnbildgebungsdaten von Parkinson-Patient*innen im Frühstadium konzentrieren. Untersucht werden sowohl während motorischer Aufgaben als auch im Ruhezustand Hinweise auf Zellverlust sowie auf Gegenmechanismen, einschließlich "Kompensation" und "Reserve". Unser Ziel ist es, neurobiologische Muster zu identifizieren, die frühe Parkinson-Stadien charakterisieren, und dabei Hirnschädigung und Reorganisation in Bezug auf motorische und kognitive Symptome gemeinsam zu betrachten. Durch länderübergreifenden Daten- und Protokollaustausch wollen wir eine Grundlage für Stadienmodelle schaffen, die umfassende Hirnveränderungen abbilden. Perspektivisch können die Ergebnisse neue Therapieansätze unterstützen, die beide Prozesse adressieren, beispielsweise durch die Stärkung gegensteuernder Mechanismen.

Ansprechpartner:innen

Frau Dr. rer nat Marina Ruppert-Junck und
Frau Anneke Below
Telefon: 06421/58 - 65299
Telefax: 06421/58 - 67055
marina.ruppert@

* Um eine richtige E-Mail-Adresse zu erhalten, fügen Sie bitte "uni-marburg.de" an.