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'Ne mutlu ateistim diyene' [1]

Atheismus & Die politische Bedeutung von Kultur in der heutigen Türkei

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Ziel des Forschungsprojektes ist die Untersuchung zeitgenössischer Diskurse um Atheismus in der Türkei. Die Bedeutung des Themas Atheismus ist im Kontext des sich gegenwärtig in der Türkei vollziehenden Kulturkampfes zu sehen. Bereits seit geraumer Zeit strebt die herrschende Elite danach, die von ihr favorisierte Kultur eines frommen Konservatismus zur gesellschaftlichen Norm zu erheben, um auf diese Weise ihre politische Macht in Staat und Gesellschaft zu festigen. Moralisch-religiös sensible Themen wie Nacktheit, Sexualität, Alkoholkonsum, Evolutionsbiologie oder Religionskritik unterliegen in zunehmendem Maße einer systematischen Verbannung aus Bildung und Medien, während sich gleichzeitig eine staatliche Stärkung religiöser Bildungsangebote und eine zunehmende Sichtbarkeit religiöser Referenzen und Symboliken in Politik und Gesellschaft beobachten lässt. Das erklärte Ziel der Erziehung einer neuen, religiösen Generation stellt das bisherige Modell des türkischen Säkularismus und die sich aus diesem speisende nationale Identität zunehmend in Frage. Auch die in der türkischen Verfassung garantierten individuellen Menschenrechte – in diesem Falle der Schutz der Glaubens- und Gewissensfreiheit im Sinne einer Freiheit auf und von Religion – scheinen angesichts der jüngeren Entwicklungen in Bedrängnis zu geraten. Die öffentliche Sichtbarkeit nicht-religiöser, atheistischer Lebensweisen stellt die kulturelle Hegemonie des frommen Konservatismus und damit den Herrschaftsanspruch der regierenden Elite in Frage. Atheismus ist in diesem Sinne Teil eines (gegen)hegemonialen Diskurses um die politische Bedeutung von Kultur (The Politics of Culture).

Das Projekt „Atheismus & Die politische Bedeutung von Kultur in der heutigen Türkei“ ist Teil des Programms “Blickwechsel: Studien zur zeitgenössischen Türkei“ und wird gefördert durch die Stiftung Mercator. 

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Weitere Informationen über das Projekt finden sie auch hier



[1] “Happy is the one who calls himself an atheist.” Adaption of the phrase “Ne mutlu Türküm diyene” (“Happy is the one who calls himself a Turk”), which goes back to Mustafa Kemal Atatürk. Until a few years ago, Mustafa Kemal's words have been an integral part of the Turkish Student Oath. In its function as a pledge of allegiance to the Turkish nation, the phrase has to be considered politically sensitive; not only as a reference to Mustafa Kemal, but as a symbol for the denial of cultural pluralism in Turkey.

Zuletzt aktualisiert: 08.08.2017 · Sakinir

 
 
 
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