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Foto: Stolper
Dr. Lukas Brenner

Dr. Lukas Brenner war seit Januar 2018 bis März 2020 als externer Doktorand an der Professur für Behavioral Finance tätig. Im Anschluss an ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Finance an der Hochschule Reutlingen (ESB) und der Purdue University in Indiana ist er seit Oktober 2015 bei der Strategieberatung Bain & Company beschäftigt und berät Unternehmen im Industrie-, Banken-, und Versicherungssektor sowie Private Equity-Gesellschaften.




  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen ForschungForschung

    Wie verändern äußere Einflüsse, welche nicht direkt vom Haushalt selbst ausgehen, die Anlageentscheidungen und das Finanzverhalten von Privathaushalten?

    In seiner kumulativen Dissertation untersucht Dr. Lukas Brenner die Wirkung von unterschiedlichen Aspekte und Faktoren auf das Anlageverhalten von Privathaushalten. Der Fokus der Forschung liegt hierbei auf Faktoren, die zumeist nicht aktiv durch das Untersuchungsobjekt (Privathaushalt) beeinflusst werden können. Im Speziellen untersuchen die Essays Einflüsse, die (i) von Familie und Freunden (direktes soziales Umfeld), (ii) von den Folgen von Betrug, sowie (iii) von Finanzberatern stammen.

    Welchen Einfluss haben finanzielle Zuwendungen von Familie und Freunden auf das Anlageverhalten von privaten Haushalten?

    Zwei Studien, die im Rahmen des Forschungsprogramms entstanden sind, beschäftigen sich mit dem Thema, wie finanzielle Zuwendungen von Familie und Freunden das Anlageverhalten von privaten Haushalten mitbeeinflussen. Die erste Studie geht der Frage nach, wie Haushalte, die eine Erbschaft antreten oder Schenkung erhalten, mit den übertragenen Vermögenswerten umgehen. Wie beeinflusst ein solcher Mittelzufluss die finanziellen Entscheidungen von Haushalten – insbesondere im Hinblick auf das Sparen für die private Altersvorsorge? Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Erben einen Teil ihrer erhaltenen Zuwendungen für den Ausbau ihrer privaten Altersvorsorge verwenden, es jedoch beträchtliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Erben-Haushalten gibt. "Vielen Haushalten wird im Laufe der Zeit das Thema Erbschaft begegnen. Gerade in Deutschland wird es interessant sein zu sehen, ob und wie dieser Mittelzufluss die Bürger bei ihren finanziellen Anlageentscheidungen – beispielsweise am Kapitalmarkt oder für die Altersvorsorge – beeinflusst. Für den Gesetzgeber, wie auch für Finanzinstitute wird es wichtig sein, die Finanzentscheidungen von tausenden betroffenen Haushalten richtig zu antizipieren und entsprechende Weichen zu stellen." Die zweite Studie widmet sich der Thematik, wie (zugesagte) finanzielle Unterstützung durch die engsten sozialen Kreise das Anlageverhalten von privaten Haushalten beeinflusst. Gehen Haushalte, die sich auf ein soziales Fangnetz durch Freunde und Familie verlassen können, am Kapitalmarkt beispielsweise ein höheres Risiko ein? Anknüpfend an aktuelle Erkenntnisse aus dem aufstrebenden Forschungsfeld "Social Finance" wird in der Studie ein Zusammenhang zwischen einer solchen zugesagten finanziellen Unterstützung und Investitionen in risikoreiche Anlageklassen nahegelegt.

    Welchen Einfluss haben negative Erfahrungen wie (Verbraucher-)Betrug auf das finanzielle Wohlergehen von privaten Haushalten?

    Dieser Frage geht die Studie "Consumer Fraud Victimization and Financial Well-Being" in Zusammenarbeit mit Dr. Tobias Meyll (Universität Gießen), Prof Dr. Andreas Walter (Universität Gießen) und Prof. Dr. Oscar Stolper nach. Im Kontext der Finanzlage von privaten Haushalten beschäftigt sich die Studie mit den weitreichenden negativen Folgen von Betrug an Konsumenten. Wie verändert sich das finanzielle Wohlbefinden nachdem ein Individuum Opfer eines Betrugsfalles geworden ist? Inwiefern gehen die Konsequenzen über den rein monetären Verlust hinaus und über welche Kanäle wirkt ein solch negatives Vorkommnis? Unsere empirische Forschung agiert an der spanenden Schnittstelle zwischen Household-Finance, Psychologie und Kriminologie. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Betrugsfälle das "finanzielle Selbstbewusstsein" von Opfern erheblich negativ affektieren und daher schwerwiegende, unerwünschte Konsequenzen für (zukünftige) Finanzentscheidungen bei Individuen mit sich bringen.

    Die Studie Consumer Fraud Victimization and Financial Well-Being (Brenner, Meyll, Stolper & Walter, 2020) dokumentiert das Projekt und ist im Journal of Economic Psychology (76) veröffentlicht.

    Beeinflussen Finanzberater das Risikoprofil von Privatkunden?

    Gemeinsam mit Prof. Dr. Oscar Stolper wird in diesem Projekt der Einfluss von Finanzberatern auf das Anlageverhalten von Privathaushalten untersucht. Zentrale Säule von Anlageempfehlungen bildet in der standardisierten Finanzberatung der Prozess zur objektiven Ableitung eines Risikotragfähigkeitsprofils des Anlegers durch den Finanzberater. Dieses sollte unabhängig vom Berater sein und individuell auf die Lebenssituation / Vermögenssituation sowie Vorlieben und Neigungen des Anlegers abgeleitet werden. Erkenntnisse der Studie deuten jedoch darauf hin, dass Finanzberater das Risikoprofil von Anlegern im Prozess (stark) beeinflussen. Dies führt in der Folge zu verzerrten Produkt- und Anlageempfehlungen durch den Berater mit weitreichenden negativen Konsequenzen für den Anleger.

    Ferner hat Lukas Brenner gemeinsam mit Dr. Tobias Meyll zum Einfluss von Robo-Advisorn geforscht. In der Studie "Robo-advisors: A substitute for human financial advice?" untersuchen sie den Zusammenhang zwischen Robo-Advisor und der Nachfrage nach persönlicher Kundenberatung. Erkenntnisse der Studie legen nahe, dass Robo-Advisor als gültiges Substitut zur persönlichen Beratung erachtet werden.

    Die Studie Robo-advisors: A substitute for human financial advice? (Brenner, Meyll, 2020) dokumentiert das Projekt und ist im Journal of Behavioral and Experimental Finance (25) veröffentlicht.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen VeröffentlichungenVeröffentlichungen

    Brenner L./Meyll T. (2020): Robo-Advisors: A Substitute for Human Financial Advice?.

    Brenner L./Meyll T./Stolper O./Walter A. (2020): Consumer Fraud Victimization and Financial Well-Being.