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Wissenschaftliche Mitarbeitende

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Dr. Dominik Scheld

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Dominik Scheld ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des im Rahmen des von der Fritz Thyssen Stiftung gesponserten Projekts "Mutual fund information disclosure: regulatory compliance, signaling, and investor response" in der Kapitalmarktforschung an der Professur für Behavioral Finance. Seine Promotion „Essays in Mutual Fund Research“ hat er im Februar 2021 abgeschlossen. Zuvor hat er ein Bachelorstudium in Wirtschaftswissenschaften an der Goethe Universität Frankfurt und ein Masterstudium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim sowie der Università Commerciale Luigi Bocconi in Mailand absolviert. Seit November 2015 ist er bei der Strategieberatung Bain & Company beschäftigt und berät Unternehmen im Industrie-, Banken-, und Versicherungssektor.

  • Verantwortungsbereiche

    - Betreuung Seminar Empirical Finance
    - Betreuung von Abschlussarbeiten

  • Forschung

    Im Rahmen des von der Fritz Thyssen Stiftung gesponserten Projekts "Mutual fund information disclosure: regulatory compliance, signaling, and investor response" wird die Wirksamkeit von Produktinformationen für Investmentfonds untersucht.  Das Forschungsprojekt gliedert sich in drei eigenständige Studien. Im Speziellen wird untersucht i) ob Produktinformationen für den Privatanleger verständlich sind, ii) wie lokale Interventionen zur Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Informationen auf Angebots- wie Nachfrageseite wirken sowie iii) welchen Einfluss strategisches "Signaling" durch Fondsmanager auf Privatanleger hat.

    Sind Produktinformationen für Investmentfonds verständlich?

    Mit der Einführung von zusammenfassenden Produktinformationsblättern (PIBs) für Investmentfonds in 2012, unterstreicht die europäische Finanzregulierung die Wichtigkeit in der Verwendung von einfacher und verständlicher Sprache für die Beschreibung von Finanzprodukten. Zielsetzung ist es dem Privatanleger einen einfacheren und transparenteren Zugang zu Produktinformation für Investmentfonds zu verschaffen. Wir bewerten, ob durch die Einführung von PIBs sowie zugehörige Richtlinien zur Standardisierung und Vereinfachung der Sprache die Verständlichkeit von Informationen für Investmentfonds verbessert wurde. Mittels Methoden automatisierter Textanalyse untersuchen und bewerten wir hierbei erstmals quantitativ im Rahmen einer Vollerhebung alle in Deutschland zum Verkauf registrierten Investmentfonds.

    Welche Wirkung haben lokale Veröffentlichungspflichten?

    Leistung und Kosten eines Investmentfonds sollten transparent für den Anleger sein. Während die Kosten eines Investments in Fonds seit langem transparent veröffentlicht werden, wird die Leistung nur in Form von erzielten Renditen veröffentlicht, welche gemäß bestehender Literatur nicht unbedingt Vorhersagekraft für künftige Leistung liefern. Vielmehr scheint es für den Anleger, welcher sich entscheidet, in einen aktiv gemanagten Fonds zu investieren, wichtig zu verstehen, ob das Fondsmanagement historisch versucht hat, „aktiv“ den Markt zu schlagen. Seit April 2018 sind eine Reihe der größten US-Investmentfondsanbieter verpflichtet, Privatanlegern neben den Kosten ebenfalls ein Maß für die Leistung, d.h. die "wahre Aktivität" des Fondsmanagements offenzulegen. Wir bewerten die Reaktion der Privatanleger und die angebotsseitige Reaktion der Branche auf diese Intervention. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die vom Regulator intendierten Effekte nicht eingetreten sind: i) die Intervention hat keinen Effekt auf das Portfoliomanagement der Anbieterseite gehabt, ii) Privatanleger sind in nicht in der Lage, die entscheidungsrelevante Information der historischen Aktivität des Fondsmanagements rational in Anlageentscheidungen zu übersetzen.

    Reagieren Anleger auf bewusstes (strategisches) Signaling des Fondsmanagements?

    "Skin-in-the-Game" (SitG)–private Beteiligungen des Fondsmanagements am eigenen Fonds– ermöglichen es, Interessen von Fondsmanagern und Anlegern durch Risikopartizipation in Einklang zu bringen. Seit 2005 sind amerikanische Fondsmanager verpflichtet ihre Anteile an selbst verwalteten Fonds offenzulegen. Jedoch kann die Information für Privatanleger als unzugänglich betrachtet werden, da sie weder standardisiert noch transparent gegenüber diesen ausgewiesen wird. Wir verwenden einen alternativen, für Privatanleger deutlich zugänglicheren, Kommunikationskanal, über den Fondsmanager SitG signalisieren: Aktionärsbriefe. Diese lassen zumeist zwar nicht das exakte Investment des Managers ableiten, liefern sehr wohl aber eine verbale Indikation, ob persönliche Anteile durch das Fondsmanagement gehalten werden. Mit Hilfe von Textanalyse untersuchen wir eine umfassende Stichprobe an Aktionärsbriefen von Investmentfonds (~ 16.000 Beobachtungen). Erste Erkenntnisse zeigen, dass Privatanleger auf bewusstes "Signaling" des Fondsmanagers reagieren. Wir finden signifikante Mittelzuflüsse durch Privatanleger im unmittelbaren Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Aktionärsbriefen, die verbal SitG kommunizieren. Im Gegensatz dazu beobachten wir, dass Privatanleger nicht auf den tatsächlich vom Management investierten Betrag, der alleinig durch Sekundärquellen und spezialisierte Fondsdatenprovider ausgewiesen wird, reagieren.

    Ferner war Dominik Scheld an den Projekten zur Beantwortung der Fragen "Wie wirkt sich Narzissmus im Fondsmanagement aus?" und "Welche Charaktereigenschaften prägen Fondsmanager?" beteiligt (siehe Forschung bei Anna-Lena Bauer).

  • Veröffentlichungen

    Scheld, D./Stolper. O./Walter, A. (2022): Leveling the Playing field? the Effect of Disclosing Fund Manager Activeness to Individual Investors.

    Scheld, D./Stolper, O./Bauer, A. (2022): Fund manager narcissism, SGF 2022.

    Scheld, D.; Stolper, O.; Walter, A. (2021): Double Dutch Finally Fixed? A Large-scale Investigation into the Readability of Mandatory Financial Product Information, Journal of Consumer Policy (44) 151-178.

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Michel Bartoschik, M.Sc.

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Michel Bartoschik ist seit März 2020 als externer Doktorand in der Kapitalmarktforschung an der Professur für Behavioral Finance tätig. Im Anschluss an ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und der Nanyang Technological University Singapur absolvierte er sein Masterstudium in Business Research mit Spezialisierung in Finance an der Universität Mannheim / Graduate School of Economic and Social Sciences Mannheim. Während seines Studium sammelte er erste Erfahrungen in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, in Banken und der Industrie. Seit Oktober 2019 berät er für die ING Bank Unternehmen mit integrierten, produktübergreifenden Finanzierungslösungen bei der Transformation ihrer Kapitalstruktur.

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Marie-Therèse Radetzky, M.Sc.

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Marie-Therèse Radetzky ist seit Dezember 2022 als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Professur für Behavioral Finance tätig. Nach ihrem Bachelorstudium in Wirtschaft und Recht an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster absolvierte sie ihr Masterstudium an der Philipps-Universität Marburg sowie an der Università degli Studi di Perugia in Economics and Institutions mit dem Schwerpunkt Money, Finance and Accounting.
Während des Studiums sammelte sie erste Erfahrungen bei diversen Finanzdienstleistern im In-und Ausland sowie bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Zudem war sie bereits ab März 2022 als studentische Hilfskraft für die Professur für Behavioral Finance tätig.