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Betreute Qualifikationen

Laufende Dissertationen

  • Johanna Evers — "ich werde also diese Last ehrlich mit ihm teilen". Die Handlungsspielräume der Königinnen Luise (1779-1810) und Elisabeth (1801-1873) von Preußen

    Bearbeiterin: Johanna Evers

    Betreuerin: Inken Schmidt-Voges

    Kurzbeschreibung: Das Dissertationsprojekt untersucht die Handlungsspielräume der preußischen Königinnen Luise und Elisabeth als Fallstudie für die Verortung von Fürstengattinnen in den Transformationsprozessen vom 18. bis in die zweite Hälfe des 19. Jahrhunderts. Ziel ist eine neue Perspektive auf Exklusionsprozesse, mit denen Frauen im 19. Jahrhundert von der Politik ausgeschlossen wurden. Grundlegend dabei ist die methodische Konzeptualisierung von Handlungsspielräumen unter Rückgriff auf Ansätze der Praxeologie, Raumtheorie sowie den Ergebnissen der queenship studies zur Frühen Neuzeit.

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    Kontakt: johanna.evers@staff.uni-marburg.de 

  • Sina Menke — "Utopie als Partizipation. Formen und Funktionen utopischer Strukturen in Texten von Frauen in der Frühen Neuzeit"

    Bearbeiterin: Sina Menke

    Betreuerin: Inken Schmidt-Voges

    Kurzbeschreibung: Das Projekt untersucht Formen und Funktionen utopischer Strukturen in Texten frühneuzeitlicher Frauen als spezifische Strategie um an der publizistischen Öffentlichkeit teilzuhaben, ihren gesellschaftskritischen Anliegen eine Stimme zu verleihen und diese hör- und sichtbar zu machen. Ausgehend von der These, dass utopisches Schreiben eine der wenigen Möglichkeiten für Frauen in der Frühen Neuzeit darstellte, sich publizistisch in die politischen, gesellschaftlichen und philosophischen Diskurse ihrer Zeit einzubringen, werden anhand ausgewählter Protagonistinnen aus dem 15. bis 18. Jh. in wissens-, medien- und geschlechtergeschichtlicher Perspektive exemplarisch untersucht. Anhand der Texte und ergänzender Quellen von Christine de Pizan (1364-nach 1429), Teresa de Ávila (1515-1582), Margaret Cavendish (1623-1673), Aphra Behn (1640-1689) und Eliza Fowler Haywood (1693-1756) wird untersucht, inwiefern sie vor dem Hintergrund der rigiden Bestimmungen des Medienmarktes und der Zensurpolitik utopische Strukturen in ihren Texten einsetzten, um kritisch zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen und Entwicklungen Position zu beziehen und inwiefern sie hierbei dezidiert philosophische Positionen bezogen – also nicht „nur“ als Schriftstellerinnen fungierten, wie vielfach in der Forschung präsentiert, sondern sich als Philosophinnen einbrachten.

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    Kontakt: sina.menke@uni-marburg.de

  • Adele Maggi — „wolt sein selbsaygner richter sein“ Sühnepraktiken und ihre juristische (De)Legitimierung  im 15. und 16. Jahrhundert

    Bearbeiterin: Adele Maggi

    Betreuerin: Inken Schmidt-Voges

    Kurzbeschreibung: Das Projekt untersucht am Beispiel Nördlinger Rechtsfälle aus dem 15. und 16. Jahrhundert die juristischen Aushandlungsprozesse im Umgang mit gewaltförmigen Sühnepraktiken und Formen privater Rechtsdurchsetzung. Dabei gilt es herauszuarbeiten, ob und inwiefern sich die juristischen Argumente in der Verfolgung von Sühnepraktiken veränderten – in einer Zeit, die mit der Ausrufung des Ewigen Landfriedens 1495 und dem Fehdeverbot in der Constitutio Carolina Criminalis 1532 gemeinhin für die Durchsetzung eines obrigkeitlichen Gewaltmonopols steht. Gleichwohl hat die Historiographie eine – wenn auch abnehmende – soziale Persistenz von Sühnepraktiken bis in das beginnende 19. Jahrhundert hinein festgestellt. In der Forschung fehlt bisher eine Verbindung historischer und rechtshistorischer Perspektiven und Zugänge, mit der die offenkundige Diskrepanz zwischen der Rechtslage einerseits und etablierten sozialen Praktiken und Rechtsempfinden andererseits beleuchtet und im Sinne der subjektiven Sinnstiftung der zeitgenössischen Akteure gedeutet würde.

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    Kontakt: maggi.adele@gmail.com 

  • Martin Münke — "Repräsentation in Leichenpredigten: Zur Selbstdarstellung regionaler Herrschaftseliten in Thüringen um 1700"

    Bearbeiter: Martin Münke

    Betreuerin: Inken Schmidt-Voges

    Kurzbeschreibung: Die literarische Gattung der Leichenpredigt ist in den vergangenen Jahrzehnten zum Forschungsgegenstand verschiedenster Fachdisziplinen geworden. Die in der Folge der Reformation entstandenen Personalschriften bieten eine Vielzahl personenbezogener Informationen über die Lebenswelten von Oberschichten in der Frühen Neuzeit. In der Studie sollen Leichenpredigten auf die in ihnen zur Schau gestellte Memoria untersucht und die Methoden und Vorgehensweisen herausgestellt werden, mit denen sich ausgewählte Vertreter der Funktionselite in der Grafschaft Schwarzburg-Rudolstadt repräsentieren ließen. Ziel soll es sein, eine Analyse der Selbstdarstellung einer Gruppe von Amtsträgern am Hof eines regionalen Kleinstaats zu präsentieren.

    Kontakt: martin.muenke@uni-marburg.de

  • Jana Schreiber — "Die Akteure des Frankfurter Medizinalwesens in der Frühen Neuzeit. Konflikte, Konkurrenzen und Komplementarität"

    Bearbeiterin: Jana Schreiber

    Betreuerin: Inken Schmidt-Voges

    Kurzbeschreibung: Das Dissertationsprojekt untersucht die Ausdifferenzierung des Frankfurter Medizinalwesens von 1500 - 1750 und ist in der Sozialgeschichte der Medizin angesiedelt. Erstmals werden dabei die Kooperationen und die komplementäre Arbeitsteilung aller beteiligten Akteursgruppen von den unehrlichen Heilkundigen über die zünftigen Gewerke bis hin zu den akademischen Medici betrachtet. Ausgehend von den Praktiken der Akteure wird durch eine eingehende Analyse der Normierungsprozesse, der professionellen Ausdifferenzierung sowie der Distinktionspraktiken die These von der "Verdrängung" der handwerklichen durch die akademischen Heilkundigen überprüft. Frankfurt stellte als Messe- Handels- und Krönungsstadt aufgrund der sozialen Diversität und professionellen Komplexität seines Medizinalwesens einen Raum verdichteter Transformationen, sodass auch wegen der überragenden Überlieferung von den Ergebnissen überregionale Relevanz zu erwarten ist.

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    Kontakt: jana.schreiber@uni-marburg.de

  • Katharina Simon — "Friedensprozesse und Konfliktlösungsstrategien im sozialen Nahraum"

    Bearbeiterin: Katharina Simon

    Betreuerin: Inken Schmidt-Voges

    Kurzbeschreibung: Im Rahmen des Promotionsvorhabens sollen Friedensprozesse und Konfliktlösungsstrategien im sozialen Nahraum untersucht werden. Anhand von Kirchengerichtsakten aus der Diözese York („The Cause Papers of the Diocese of York“ - 1300-1858) soll die Rolle der Nachbarschaft in Konflikten genauer in den Blick genommen werden. Am Beispiel des frühneuzeitlichen Englands soll exemplarisch das individuelle und kollektive Agieren von Nachbarn in den Prozessen der Friedensvermittlung analysiert werden, um zu untersuchen, welche Bedeutung der Nachbarschaft und dem sozialen Nahraum in der Lösung von Konflikten und somit im Wahren und Wiederherstellen des Friedens auf lokaler Ebene zukam. Denn Nachbarn waren sowohl im Entstehen als auch in der Beilegung von Konflikten innerhalb der nachbarschaftlichen Gemeinschaft als Akteure involviert. Aus den Kirchengerichtsakten wird ersichtlich, dass diese nachbarschaftliche Konfliktlösung sowohl unter Einbeziehung der staatlich-juristischen Instanzen, als auch auf außergerichtlichem, also auf infrajustiziellem Wege durch das Agieren des sozialen Nahraums stattfand. In der Forschung wurde der Zusammenhang von Nachbarschaft und gesellschaftlichem Frieden lange Zeit primär als Instrument der sozialen Kontrolle, beziehungsweise der Sozialdisziplinierung von kirchlichen und weltlichen Obrigkeiten betrachtet. In diesem Projekt soll dieser Ansatz durch den Blick „von Unten“ gegen gelesen werden, um zu untersuchen, wie gesellschaftlicher Frieden innerhalb der nachbarschaftlichen Gemeinschaft verstanden, ausgehandelt und (wieder)hergestellt wurde.

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    Kontakt: katharina.simon@uni-marburg.de

Abgeschlossene Dissertationen