apl. Prof. Dr. Ulrich Sieg

Außerplanmäßiger Professor

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Philipps-Universität Marburg Geschichte und Kulturwissenschaften (Fb06) Neuere Geschichte Neueste Geschichte
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    Die "Konservative Revolution" und die Macht hermetischer Rhetorik

    Zu ihrem eigenen Schaden hat die Forschung lange Zeit um das Syntagma „Konservative Revolution“, dem man begriffliche Unschärfe und innere Widersprüchlichkeit attestierte, einen Bogen geschlagen. Doch gerade die schillernde Vieldeutigkeit der Wortverknüpfung trug entscheidend zu ihrer Resonanz bei. Sie erleichterte den Anhängern unterschiedlicher Lager, auf dieselben Fahnenworte zu schwören und stiftete innere Einheit. Fragen der Form waren für „Konservative Revolutionäre“ auch Fragen des Sinns und selten ohne metaphysische Dimension, gerade weil nihilistische Ideen in der Weimarer Kultur hohe Präsenz besaßen. Gleichzeitig schützte die hermetische Rhetorik der einschlägigen Texte vor kritischen Einwürfen. Angesicht der Härte der ideologischen Auseinandersetzungen war dies eine Conditio sine qua non für den politischen Erfolg. Die gewählte Sprache intensivierte die Bindung an eine desillusionierte Bevölkerung und täuschte zugleich eine intellektuelle Modernität vor, die angesichts eines machtvollen Zukunftsdiskurses ratsam, ja geboten erschien. Nicht zufällig knüpfen Vertreter der radikalen Rechten jüngst verstärkt an Ideen der „Konservativen Revolution“ an. Deren gezielte „Selbstverrätselung“ zu dechiffrieren ist deshalb nicht nur wissenschaftlich reizvoll, sondern auch politisch wichtig. Der Weg dahin wird über Analyse der die angewandten rhetorischen Strategien und die intensive Betrachtung der zeitgenössischen Rezeption gehen.

    Das Projekt wird seit dem Jahr 2020 für eine Dauer von drei Jahren durch Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und ist der Professur von Prof. Dr. Benedikt Stuchtey angegliedert.

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