Prof. Dr. Alderik Henk Blom

Universitätsprofessor

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+49 6421 28-24787 alderik.blom@ 1 Wilhelm-Röpke-Straße 6
35032 Marburg
W|02 Geisteswissenschaftliche Institute (Raum: 01E01A bzw. +1E01a)
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    Alderik H. Blom studierte von 1995 bis 2002 Keltologie, Mediävistik und Kulturgeschichte an der Universität Utrecht (UU) sowie Germanische Sprachwissenschaft an der Universität Amsterdam (UVA). Während seines Studiums erwarb er 2001 das Diploma of Celtic Studies (Dioplóma sa Léann Ceilteach) an der National University of Ireland, Galway.

    Von 2002 bis 2007 war er an der University of Cambridge beschäftigt. Nachdem er dort 2003 den Master of Philosophy (M.Phil.) erwarb, wurde er 2007 vom Fachbereich Anglo-Saxon, Norse and Celtic der University of Cambridge promoviert. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit dem Niedergang der gallischen Sprache in der Spätantike. Während seiner Promotionszeit verbrachte er ein Jahr als Sir John Rhŷs Scholar am Jesus College, Oxford.

    Von 2007 bis 2010 war er als Research Fellow am Girton College, Cambridge tätig. 2010 erwarb er eine British Academy Postdoctoral Fellowship am Corpus Christ College, Oxford, mit einem Forschungsprojekt zur Glossographie im Bereich der Verschriftlichung der Volkssprachen in Westeuropa von der Spätantike bis ins Hochmittelalter.

    2013 wurde er zum Associate Professor of Celtic an der University of Oxford und Fellow am Jesus College, Oxford, ernannt.

    Im Juli 2016 erhielt er den Ruf an die Philipps-Universität Marburg und nahm diesen an. Mit Wirkung zum 01. September 2017 wurde er zum Universitätsprofessor ernannt.

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    Vergleichende Glossen- und Marginalienforschung

    Mein Hauptforschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Verschriftlichung der Volkssprachen in Westeuropa von der Spätantike bis ins Hochmittelalter. Meine komparatistische Herangehensweise verbindet historische Soziolinguistik mit Paläographie, Textphilologie, vergleichender Sprachwissenschaft und Kulturgeschichte. Damit versuche ich, die frühe Schriftlichkeit in den keltischen und germanischen Sprachen innerhalb eines weiteren europäischen Horizonts zu verorten, insbesondere dort, wo sie in Gestalt von Glossen und Marginalien im Wechselspiel mit dem Lateinischen steht und sich als »multilinguales Lesen« gestaltet.

    Glossen und Marginalien bilden einen der frühesten Zeugen der europäischen Volkssprachen: Aber wie wurden sie neben dem Lateinischen als der schriftlichen Standardsprache benutzt? Wie las man Texte in verschiedenen Sprachen zugleich, und warum? Die vergleichende Erforschung glossierter Handschriften bietet die Möglichkeit, die Sprachwahl der Schreiber in verschiedenen Teilen Europas zu analysieren. Daneben gilt es zu verstehen, wie Glossen in verschiedenen Sprachen neben sonstigen Schriftzeichen wie Interpunktion und Konstruktionshilfen benutzt wurden, und wie sie in die Seitengestaltung integriert sind. Erst vor kurzem hat die Forschung angefangen, den breiteren kulturellen Kontext dieser glossierten Handschriften zu berücksichtigen und Glossen und Marginalien als wichtige Zeugen für die Geschichte des Lesens und den mittelalterlichen Wissenstransfer zu betrachten.

     Geschichte der keltischen und germanischen Sprachwissenschaft innerhalb der europäischen Nationalromantik

    Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt in der Rezeptionsgeschichte der keltischen und germanischen Philologie des 19. Jahrhunderts. Auch hier habe ich eine komparatistische Herangehensweise entwickelt: Ich setze bei den Gelehrtennetzwerken und Briefwechseln unter Sprachwissenschaftlern und Philologen quer durch Europa an, um die Geschichte der Sprachwissenschaft innerhalb eines weiteren kulturhistorischen Horizonts der europäischen Nationalromantik zu verorten. Dabei interessiert mich besonders die bisher kaum erforschte internationale Vernetzung des dänischen Sprachforschers Rasmus Rask (1787-1832) mit Gelehrten und Künstlern in Großbritannien, Deutschland, Skandinavien und Russland.

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