13.07.2026 12. August: Sonnenfinsternis und Sternschnuppenschauer

Der märchenhafter Sommerabend des 12. August beginnt mit einer fast totalen Sonnenfinsternis der untergehenden rot gefärbten Sonne und endet in einem Sternschnuppenregen in einer mondlosen dunklen Nacht. Verfolgen Sie die Finsternis in Teleskopen mit Schutzvorrichtungen und erforschen Sie anschließend mit den Fernrohren den nächtlichen Sternenhimmel.

Lukas Stock
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Mittwoch, 12. August 2026, 19 Uhr

Herzliche Einladung zur "Langen Nacht der Astronomie" auf der Aussichtsplattform vor dem Spiegelslustturm

Zur Langen Nacht der Astronomie, einem bundesweiten Aktionstag, bieten wir sichere Beobachtungsmöglichkeiten der partiellen Sonnenfinsternis sowie gemeinsame Freude beim Zählen der Sternschnuppen an.

Die Veranstaltung ist auch für Kinder geeignet. Der Eintritt ist frei. 

Rotkäppchen und Sterntaler: Astronomie auf Spuren der Gebrüder Grimm

Finsternisse und Meteore sind tief in unserer Kultur verwurzelt. Märchen, in denen der böse Wolf Menschen verschlingt, die dann wieder befreit werden, lassen sich naheliegend als Sonnenfinsternisse interpretieren. Die Verfinsterung der roten Sonne in Horizontnähe erinnert an Rotkäppchen. Ebenso ist ein Regen von Sterntalern sicherlich als Wunschtraum bei einem Meteorschauer entstanden. Am 12. August sind beide Märchen bei klarem Himmel in einer Nacht erfahrbar.

Ab 19:18 Uhr schiebt sich der Mond mehr und mehr vor die Sonne, das Maximum der Verdunklung von fast 90% wird um 20:12 Uhr erreicht. Zum Untergang um 20:51 Uhr ist die Sonne immer noch teilweise vom Mond bedeckt. Wir bieten sichere Beobachtungsmöglichkeiten mit Schutzbrillen, Teleskopen mit Sonnenfiltern und mittels Projektion an.

Nach Einsetzen der Dunkelheit werden bei klarem Sternenhimmel zusehends die Sternschnuppen des Perseidenstroms die nächtliche Show übernehmen. Die Teleskope stehen dann zur Erforschung einzelner interessanter Objekte bereit.

Finsternisse sind kein so seltenes Phänomen

Die Bahn des Mondes um die Erde hat eine kleine Neigung von 5 Grad zur Bahn der Erde um die Sonne. Gäbe es diese Neigung nicht, dann könnten wir bei jedem Vollmond nachts eine Mondfinsternis und bei jedem Neumond tagsüber eine Sonnenfinsternis beobachten. Da die Ausrichtung der Mondbahn fest im Weltraum steht (in der Sprache der Physik: Drehimpulserhaltung), der Mond sich aber mit der Erde um die Sonne bewegt, gibt es zweimal in jedem Jahr einen Zeitraum von etwa 3 – 4 Wochen, in denen Neumond und Vollmond zu echten Finsternissen führen können. So fand in diesem Jahr (2026) am 17. Februar eine vor allem in der Antarktis sichtbare ringförmige Sonnenfinsternis und 14 Tage später in der Nacht vom 2. auf den 3. März eine in Europa sichtbare Mondfinsternis statt.

Highlight dieses Jahres ist aber sicherlich die Sonnenfinsternis am 12. August. Der Kernschatten verläuft in den Abendstunden unserer Zeit über Grönland, den Westen Islands, quer durch Spanien, über die Balearen und endet im Mittelmeer. Von Marburg aus wird die Finsternis bei klarem Wetter in Richtung Westen als partielle Sonnenfinsternis mit einer Bedeckung von knapp 90% gut zu beobachten sein. 

Zwei Wochen später in der Nacht vom 27. auf den 28. August tritt dann der Mond in den Schatten der Erde, eine Mondfinsternis, die in Europa nur als partielle Bedeckung sichtbar sein wird. Die nächste in Europa beobachtbare Sonnenfinsternis lässt nicht lange auf sich warten, am 2. August 2027 ist es wieder so weit. Die nächste totale Sonnenfinsternis im deutschsprachigen Raum wird erst am 3. September 2081 stattfinden, dabei wird die Totalitätszone über Süddeutschland, der Schweiz und Österreich liegen. Die nächste totale Sonnenfinsternis in Marburg wird nicht vor dem Jahr 2200 stattfinden.

Zusätzliche Informationen zur Finsternis am 12. August und weiteren solchen Ereignissen sind unter den Links

Schützen Sie Ihre Augen

Ein direkter Blick in die Sonne wird Ihre Augen dauerhaft schädigen, ebenso wie ein ungeschützter Blick durch ein Fernglas oder ein Fernrohr. Verwenden Sie zur Beobachtung unbedingt eine zertifizierte Sonnenfinsternisbrille, bzw. einen für das Teleskop passenden Filter.

Der Perseidenstrom

Jedes Jahr in der Nacht vom 12. auf den 13. August durchläuft die Erde die Spur der Staub- und Trümmerteilchen des Kometen Swift-Tuttle. Die Teilchen sind sehr winzig und verglühen nach ihrem Eintritt in die Erdatmosphäre. Sie kommen scheinbar aus der Richtung des Sternbilds Perseus. Die Leuchtspuren der Meteore oder Sternschnuppen können sehr gut auch mit bloßen Augen beobachtet werden. Das Besondere an der Perseidennacht in diesem Jahr: Der Mond stört nicht, er stand ja um 20 Uhr direkt vor der Sonne und kann also die Nacht nicht aufhellen. 

Beobachtung auf der Aussichtsplattform vor dem Spiegelslustturm

Bei klarem Himmel freuen wir uns am Mittwoch, den 12. August, auf Ihren Besuch. Die Veranstaltung findet auf der Aussichtsplattform vor dem Spiegelslustturm statt, beginnt um 19 Uhr und endet gegen Mitternacht. Teleskope mit Schutzvorrichtungen für Beobachtungen stehen zur Verfügung, Sonnenfinsternisbrillen sind ebenfalls vorhanden.

Schauen Sie bitte auf dieser Webseite am Mittwochnachmittag nach aktuellen Infos. Wir bewerten das Wetter und werden Sie darüber informieren, ob es sich lohnt, zum Spiegelslustturm zu kommen.

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