02.07.2026 Nachruf auf Prof. Dr. Manfred T. Reetz (1943 – 2026)

Foto: David Baumann

Der Fachbereich Chemie der Philipps-Universität Marburg trauert um einen seiner profiliertesten Wissenschaftler und akademischen Lehrer. Im April 2026 verstarb Prof. Dr. Manfred T. Reetz im Alter von 83 Jahren in Mülheim an der Ruhr. Prof. Reetz war dem Marburger Fachbereich über Jahrzehnte hinweg tief verbunden und prägte die hiesige Organische Chemie in zwei prägnanten Epochen – zunächst von 1980 bis 1991 und später erneut von 2011 bis 2018.

Akademischer Werdegang und Stationen

Sein wissenschaftlicher Weg führte Manfred T. Reetz nach dem Chemiestudium in den USA und in Göttingen (Promotion 1969 bei U. Schöllkopf) im Jahr 1971 als Postdoktorand in die Arbeitsgruppe von R. W. Hoffmann nach Marburg. Hier habilitierte er sich 1974 für das Fach Organische Chemie.

Nach einer zweijährigen Professur (C3) in Bonn (1978–1980) kehrte er 1980 als Professor (C4) für Organische Chemie nach Marburg zurück. Neben seiner herausragenden Forschung engagierte er sich auch in der akademischen Selbstverwaltung und leitete den Fachbereich 1987/1988 als Dekan.

Spitzenforschung in Mülheim und die Rückkehr nach Marburg

Im Jahr 1991 folgte er dem Ruf als Direktor an das renommierte Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr, welches er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2011 maßgeblich prägte.

Seiner akademischen Heimat Marburg blieb er jedoch stets verbunden: Direkt nach seiner Pensionierung kehrte er an die Lahn zurück und wirkte von 2011 bis 2018 als Hans-Meerwein-Seniorprofessor für Organische Chemie erneut hochgradig erfolgreich in Forschung und Lehre.

Ein international anerkanntes Lebenswerk

Für seine wegweisenden Arbeiten erhielt Prof. Reetz zahlreiche hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen. Stellvertretend für sein beeindruckendes Lebenswerk sei der renommierte Otto-Hahn-Preis für Chemie und Physik genannt, der ihm im Jahr 2011 verliehen wurde.

Weiterführende Informationen zu seinem Leben und Wirken finden sich in der Marburger Chemie-Chronik 2025 (S. 129–130, 189, 193) sowie im frei zugänglichen Wikipedia-Eintrag zu seiner Person.