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Die Interaktionen zwischen hemiparasitischen Wurzelparasiten und ihren Wirtspflanzen

Doktorandin: Belén Moncalvillo. Betreuung: Prof. Diethart Matthies

Rhinanthus alectorolophus
Foto: Belén Moncalvillo

Mehr als 1% aller Gefäßpflanzen sind parasitisch, d.h. sie attackieren andere Pflanzen mithilfe spezieller Kontaktorgane und entziehen ihnen Wasser und gelöste Substanzen. Die meisten parasitischen Pflanzen sind Hemiparasiten, die grüne Blätter haben und zur Photosynthese in der Lage sind. Da Hemiparasiten sich vor allem auf ihre eigene Photosynthese verlassen, sind die Wirtspflanzen für sie gleichzeitig wichtige Quellen für Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff und potentielle Konkurrenten um Licht. Parasitische Pflanzen können starke negative Effekte auf ihre Wirtspflanzen haben und so das Konkurrenzgleichgewicht zwischen Arten und die Zusammensetzung von Pflanzengemeinschaften beeinflussen. Wir werden folgende Fragen untersuchen: (1) Gibt es genetische Variabilität im Grad der Autotrophie von Hemiparasiten in der Reaktion auf verschiedene Wirtarten und in ihrer Wirkung auf die Wirtspflanzen? (2) Hängt der Nutzen von Wirtspflanzen für einen Parasiten vom Alter des Wirtes ab, und variiert die Empfindlichkeit der Wirte mit ihrem Alter? (3) Hängt die Empfindlichkeit der Wirte gegen einen Angriff durch Parasiten und ihre Eignung als Wirt von ihrem physiologischen Status ab? (4) Wie verteidigen sich Pflanzen gegenüber parasitischen Pflanzen und wie spezifisch ist diese Abwehrreaktion? Die erwarteten Ergebnisse werden zum Verständnis der Beziehungen zwischen Hemiparasiten und ihren Wirten beitragen, was wichtig ist, da viele Hemiparasiten in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen sind und sie eine Schlüsselrolle in manchen Ökosystemen spielen.