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„Studiengangskultur als Symbolische Ordnung: Doing Difference in MINT“

Forschungsprojekt „Studiengangskultur als Symbolische Ordnung: Doing Difference in MINT“
Förderung Gefördert im Forschungsschwerpunkt „Dimensionen der Kategorie Geschlecht - Frauen- und Geschlechterforschung in Hessen“ durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK)
Projektlaufzeit 01.09.2018 - 29.02.2020
Projektleitung Prof. Dr. Susanne Maria Weber, Fachbereich für Erziehungswissenschaften
Stellvertretende Projektleitung Dipl.-Soz. Julia Elven, Fachbereich für Erziehungswissenschaften

Kurzbeschreibung des Projekts

Das Projekt zielt auf die Erforschung studiengangskulturspezifischer Geschlechterordnungen in der universitären Alltagspraxis von MINT-Fächern. Dabei soll in den Blick genommen werden, in welcher Form systematisch divergierende Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster von Studierenden an die in Studiengangskulturen eingelagerten (impliziten) Wissensordnungen anschließen und welche Wirkung dies auf die Studienlaufbanen entfaltet. Die dem Forschungsprojekt zugrunde liegende Annahme lautet, dass im Zusammenspiel der je spezifischen habituellen Dispositionen der Studierenden und der studiengangskulturellen Kontexte divergente praktische Passungsverhältnisse hervorgebracht werden, die im Hinblick auf den Studienverlauf erfolgskritisch sind. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Kategorie Geschlecht, da hier angesichts der niedrigen Frauenanteile in MINT-Studiengängen und der relativ hohen Abbrecherinnen-Quote Schwierigkeiten bei der praktischen Hervorbringung erfolgversprechender Passungsverhältnisse zu vermuten sind. Für eine komplexitätsangemessene Erforschung von Studienerfolg und -abbruch wird zudem eine intersektionale Perspektive eingenommen, welche unterschiedliche sozialstrukturelle Faktoren systematisch relationiert (Schwerpunkt: Migrationshintergrund).

Das Forschungsprojekt ist praxistheoretisch fundiert und untersucht die skizzierte Problematik anhand der MINT-Fächer Mathematik und Informatik empirisch. Die Studie fokussiert dabei drei zentrale ‚Koproduzent*innen‘ der Studiengangskulturen: Studierende, Lehrende und Hochschulorganisation. So kann das Schnittfeld geschlechtsspezifischer Sinnstrukturen, fachkultureller Orientierungsmuster und hochschulkultureller Ordnungen empirisch adressiert werden. Hierzu wird ein ethnographischer Forschungszugang mit einer multimethodischen Verschränkung von qualitativen Interviews, Gruppendiskussionen, Dokumentenanalysen und Teilnehmenden Beobachtungen gewählt. Die Forschungsergebnisse sollen nicht nur einen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs um Geschlechterdifferenzen in naturwissenschaftlichen Studiengängen leisten und eine vertiefende praxistheoretische Erforschung dieses Themenbereichs vorbereiten, sie sollen auch Impulse für die Lehr- und Förderpraxis in den MINT-Fächern geben. Daher findet eine Zusammenarbeit mit verschiedenen hochschuldidaktischen Zentren des Landes Hessen statt.

Vorträge

Doing Gender in Studiengangskulturen von MINT-Fächern: Die Vervielfältigung studienerfolgs-kritischer Passungsverhältnisse im Lichte einer heterogenen Studentinnenschaft. Vortrag im Rahmen der Frühjahrstagung der Sektion Bildung und Erziehung »Entwicklungen im Feld der Hochschule« (DGS). 2.-3. Mai, Hannover. (Julia Elven)

Geschlechtsbezogene Grenzziehungen in Hochschulorganisationen: ‚Degendering‘ als Heraus-forderung organisationspädagogischer Ungleichheitsforschung. Vortrag im Rahmen der Jahrestagung der Sektion Organisationspädagogik „Organisation über Grenzen“ (DGFE). 21.-22. Februar, Trier. (Julia Elven)

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