02.04.2026 "Kein Angebot"

Der Sozialwissenschaftler Ulf Banscherus forscht an der TU Berlin über das wissenschaftsunterstützende Personal.

Foto: Anja Wipper
Ulf Banscherus leitet die Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt an der Technischen Universität Berlin.

English version below: "No offer"

ANDERERSEITS: Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse zu den beruflichen Perspektiven an Hochschulen?
Ulf Banscherus: Wenige. Hochschulen haben keine Tradition der Personalentwicklung: Beim wissenschaftlichen Personal ist ein Wechsel zwischen den Hochschulen die Regel; und die wissenschaftsunterstützenden Beschäftigten haben nach traditionellem Verständnis Aufgaben, die sich langfristig nicht verändern. 

Wie sehen die Beschäftigten das?
Die sehen einen Wandel und fragen: Welche Entwicklungsperspektiven gibt es? Der ganz große Teil sieht zwar Weiterbildungsmöglichkeiten, aber keine Karriereoptionen. Oft stellt sich die Frage: Ist mit einer Schulung eine Aufstiegschance verbunden? Meist nicht. 

Wie wichtig ist den Beschäftigten das Thema?
Ein Teil sagt, ich mache meinen Job, und das ist in Ordnung. Es gibt aber auch diejenigen, die möchten, dass anerkannt wird, dass sie sich im Job weiteres Wissen und Können aneignen. Für die Aufstiegswilligen haben wir in aller Regel kein definiertes Angebot. 

Was müssten die Hochschulen tun, um Personal zu entwickeln, zu gewinnen und zu binden?
Da kann man vom klassischen Personalmanagement lernen und Entwicklungsangebote machen. Man müsste interne Karrierewege schaffen, um dem Personalmangel entgegenzusteuern. Die Instrumente sind da, jedoch eher nicht an den Hochschulen. 

Die Fragen stellte Johannes Scholten.

Schwerpunkt Personalentwicklung in Andererseits Sommer 2026: Muss wachsen

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"No offer"

Social scientist Ulf Banscherus is conducting research at TU Berlin into academic support staff.

ANDERERSEITS: Is there any research on career prospects at universities?
Ulf Banscherus: Very little. Universities have no tradition of staff development: for academic staff, moving between universities is the norm; and, according to the traditional view, support staff have roles that do not change over the long term. 

How do staff view this?
They see a shift and ask: what development prospects are there? The vast majority do see opportunities for further training, but no career options. The question often arises: does training offer a chance of promotion? Usually not. 

How important is this issue to staff?
Some say, ‘I do my job, and that’s fine.’ But there are also those who want recognition that they are acquiring further knowledge and skills on the job. As a rule, we have no defined programme for those wishing to progress. 

What would universities need to do to develop, attract and retain staff?
They can learn from traditional human resources management and offer development opportunities. Internal career paths would need to be created to counteract staff shortages. The tools are there, but they are not typically found in universities. 

The questions were asked by Johannes Scholten.

Focus on staff development in Andererseits Summer 2026: Must grow