27.03.2026 Löhne steigen moderat

Erfolgreich getestet: ver.di nutzt in der Tarifrunde neue Instrumente, um Beschäftigte einzubinden

Foto: Johannes Scholten
Tausende Landesbeschäftigte gingen in Frankfurt für mehr Lohn auf die Straße.

Die Beteiligung der Beschäftigten zahlt sich aus: Am 27. März 2026 hat sich die Gewerkschaft ver.di mit dem Land Hessen auf einen neuen Tarifvertrag für den hessischen Landesdienst (TV-H) geeinigt. Demnach gibt es für die Landesbeschäftigten 3 Prozent mehr Lohn im Jahr 2026 und eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent im folgenden Jahr. "Wir haben das Beste rausgeholt, das möglich war", sagt Mathis Heinrich von der Uni Marburg, der für ver.di an den Verhandlungen teilgenommen hat.

ver.di nutzte in der Tarifrunde neue Instrumente, um die Beschäftigten anzusprechen. So erhielten ausgewählte Tarifbotschafter exklusive Direktinformationen aus den Verhandlungen, zu denen sie die Rückmeldungen ihrer Kolleginnen und Kollegen einholten. "Für die Verhandlungsführung war es sehr wertvoll, die Stimmung in der Uni und in anderen Landesbehörden mitzukriegen", berichtet Laura Incerti von der Uni Marburg, die als Mitglied der Tarifkommission an den Verhandlungen beteiligt war.

ver.di-Betriebsgruppensprecher Markus Hermann ergänzt: "Mit den neuen Beteiligungsformaten geben wir den Beschäftigten ein Werkzeug an die Hand, um sich für die eigenen Interessen stark zu machen, statt Sündenböcke für die eigene Lage verantwortlich zu machen. Damit wirken wir auch rechten Tendenzen in Betrieb und Gesellschaft entgegen." 

Bis spät in die Nacht hinein habe sich die Verhandlung hingezogen, berichtet Jens Ahäuser, hessischer ver.di-Tarifkoordinator: "Eure Tarifkommission, eure Verhandlungskommission und die Verhandlungsführung haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Es war nicht einfach, aber der Kompromiss kann sich sehen lassen und ist stellenweise sogar besser als der Tarifabschluss der anderen 15 Länder."

Die Vereinbarung sieht vor,

  • dass die Löhne im Juli 2026 um 3 Prozent angehoben werden, mindestens aber um 110 Euro.
  • Eine zweite Erhöhung um 2,8 Prozent ist für Oktober 2027 vorgesehen.
  • Auszubildende erhalten ein Plus von zunächst 80 Euro und im zweiten Schritt 70 Euro pro Monat. 
  • Bei den hochschulspezifischen Forderungen hat das Land eine Aufnahme der studentischen Beschäftigten in den Tarifvertrag abgelehnt.

Das Landesticket bleibt.

Die Gewerkschaft ver.di führt in den kommenden Wochen Rückkopplungsgespräche zur Tarifeinigung durch.

Weitere Einzelheiten zum Verhandlungsergebnis stehen in der Pressemitteilung von ver.di Hessen