22.04.2026 Lust darauf, etwas zu verändern
ver.di-Mitgliederversammlung wählte Deligierte und Vertrauensleute
Die Tarifrunde ist noch nicht ganz rum, da trafen sich die Mitglieder der Gewerkschaft ver.di schon, um die Basis für die nächsten Aktivitäten zu legen. Alle vier Jahre wählt die Gewerkschaft ver.di ihre Gremien neu, beginnend auf betrieblicher Ebene und bis rauf zur Bundesspitze. An der Uni Marburg fand die Mitgliederversammlung mit den Wahlen Mitte April im anatomischen Hörsaal statt - da war das Ergebnis der Tarifverhandlungen noch nicht angenommen.
Der Weg zur Selbsterkundung führt um zwei Ecken, eine Treppe hoch und vorbei an Modellen von Körperteilen. Jemand hat eine goldgerahmte Rokoko-Kartusche über den Türsturz genagelt, die allen, die eintreten, die Maxime „Gnothi seauton“ vor Augen führt: Erkenne dich selbst! Wobei Selbsterkenntnis hier natürlich bedeutet: Den Klassenstandpunkt identifizieren und von diesem aus die gesellschaftlichen Verhältnisse beurteilen.
40 Mitglieder haben hergefunden, sie verteilen sich auf die Klappsitze im steil ansteigenden anatomischen Theater der Uni Marburg und lauschen den Kolleginnen und Kollegen, die unten vor der Tafel stehen und die Ergebnisse der jüngsten Lohnrunde sezieren. Zur Mitgliederversammlung sind neben erfahrenen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter auch viele Neumitglieder gekommen. "Wir heißen alle Willkommen, die Lust darauf haben, Etwas zu verändern", sagte Betriebsgruppensprecher Markus Hermann zur Begrüßung.
Die aktuelle Lohnrunde zählt zu den dominierenden Themen dieser Mitgliederversammlung. Zu Beginn stellt Markus Hermann die Aktivitäten der vergangenen vier Jahre vor: "Wir haben viel gemacht, aber keine Angst - ihr müsst euch das nicht alles merken!"
Danach wird gewählt, wobei insbesondere neue Vertrauensleute gefunden werden, also Kolleginnen und Kollegen, die das gewerkschaftliche Versprechen, solidarisch zu handeln, an der Uni mit Leben erfüllen möchten. Außerdem verabschiedet die Versammlung noch ein paar Anträge, die in den ver.di-Gremien in Bezirk und Land behandelt werden sollen. Die Basis für künftige Aktivitäten ist somit gelegt!