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BSL4-Labor (2007)

Foto: Markus Farnung
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Allgemein

Aufmerksame Beobachter können die Nutzung des BSL4-Labors , ein Hochsicherheitslabor der Stufe 4, bereits an seiner Außenhaut ablesen: Die rotbraune Hülle, bestehend aus großformatigen Aluminiumplatten, ist bedruckt mit Vergrößerungen des Marburg-Virus. Und tatsächlich werden hinter der freundlichen Fassade hochpathogene Viren erforscht – unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen, versteht sich.  Die Architekten des Gebäudes, Kister, Scheithauer, Gross, haben einen Solitär geplant, der trotz seiner hermetischen Nutzung eine direkte Verbindung zum Biomedizinischen Forschungszentrum erhielt. Eine Brücke verbindet das Institut für Virologie im BMFZ mit dem Hochsicherheitslabor.

Dass hier konzentriert und in räumlicher Abgeschlossenheit geforscht wird, zeigt sich auch an der geschlossenen, von wenigen Fensterbändern aufgebrochenen Gebäudehülle. Das dahinter befindliche Hochsicherheitslabor ist als Haus im Haus konzipiert, als ein hermetisch abgekapselter Bereich: Fassade und Labor sind nicht miteinander verbunden, das innere Labortrakt kann nur über eine Hochsicherheitsschleuse betreten werden. Um weder die in dem Labor arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, noch die Umwelt zu gefährden, wurden höchste Sicherheitsanforderungen verwirklicht. Bis die Forscherinnen und Forscher in ihren High-Tech-Anzügen die Schleusen passiert haben, vergehen mitunter Stunden. Erst dann beginnt ihre eigentliche Arbeit.

Das auf einer Grundfläche von 20 mal 20 Metern errichtete Gebäude verfügt über eine Hauptnutzfläche von 663 Quadratmetern, wovon 285 Quadratmeter Laborfläche sind. Vier Geschosse nehmen allein die Technik auf, die für die Forschungsarbeit im mittleren Stockwerk notwendig ist. Etwa die Hälfte der Baukosten von rund 11,5 Millionen Euro, die von Land und Bund finanziert werden, entfiel auf technische Ausstattung.

Das 2007 fertiggestellte Labor ist nicht nur baulich ein Solitär. Es wurde als erstes biomedizinisches Labor in Deutschland mit dem „Biological Safety Level 4“ zugelassen. Der rote Kubus steht für sich: Losgelöst, fast skulptural wirkt er wie ein Leuchtturm der Marburger Spitzenforschung.

Daten:

  • Bauherr: Land Hessen vertreten durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und das Hessische Ministerium der Finanzen
  • Nutzer: Philipps-Universität Marburg, Institut für Virologie
  • Projektleitung: Hessisches Baumanagement, Regionalniederlassung Mitte
  • Architektur: Kister, Scheithauer, Gross Architekten
  • Planung und Ausführung: 2005-2007
  • Kosten: rund 11,5 Millionen (inklusive der technischen Ausstattung)
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