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Energiesicherung | Gemeinsam beispielhaft sparsam

Video: Philipps-Universität Marburg, https://youtu.be/SQ1O6JP7pBQ Universitätspräsident Prof. Dr. Thomas Nauss zur Energiesicherung im Wintersemester 2022/23.

Die Energiesicherung Deutschlands kann nur gemeinsam gelingen. Als Philipps-Universität stellen wir uns der Energiekrise, nutzen sie für ein noch schnelleres Umdenken mit Blick auf eine CO2-neutrale Universität und wirken mit mehr als 26.500 Hochschulmitgliedern gemeinsam beispielhaft sparsam!

Unser Ziel: 27 % Energieeinsparung im vollumfassenden Präsenzbetrieb

Das Land Hessen hat sich mit einem Runderlass das Ziel gesetzt, mindestens 5 % weniger Strom und 15 % weniger Wärmeenergie zu verbrauchen (siehe Runderlass der Landesregierung, PDF). Gemeinsam und solidarisch schaffen wir noch mehr. Mit Blick auf unser 500-jähriges Universitätsjubiläum im Jahr 2027 machen wir 27 % zu unserem Ziel für die Energieeinsparung.

Dabei setzten wir auf vollumfänglichen Präsenzbetrieb. Das heißt auch, dass unsere großen Bibliotheken ihre gewohnten Öffnungszeiten haben - für Lernen und Forschen, aber auch als warmer Ort zum Lesen eines Romans oder Surfen im Internet, wenn man zu Hause Energie sparen muss oder möchte. Und auch die warmen Duschen in den Sportstätten werden für unsere Sportstudierenden nicht abgedreht.

Gemeinsam beispielhaft sparsam

Die Philipps-Universität hat fünf zentrale Leitlinien, deren Maßnahmen durch das Präsidium erlassen und für alle Hochschulmitglieder verpflichtend sind.

(1) Wir heizen bewusst

Wir stellen unsere Heizungsthermostate tagsüber auf maximal Stufe 2 bis 3 (19 °C) für leichte Tätigkeiten im Sitzen oder Stehen bzw. maximal Stufe 2 (16 °C) bei mittelschweren körperlichen Tätigkeiten im Stehen. Wenn wir das Zimmer für etwas längere Zeit oder am Feierabend verlassen, drehen wir die Thermostatstufe auf 1 bis 2 bzw. "Mond". Die Temperatur sollte dabei nicht unter 16°C absinken. Bei längerer Abwesenheit ist die Frostschutzfunktion (1 oder *) einzustellen. Eingangsbereiche, Flure und Treppenhäuser werden nicht beheizt. Deshalb halten wir auch unsere Zimmertüren geschlossen. Der Einsatz von zusätzlichen Heizgeräten für höhere Temperaturen ist ein No-Go.

(2) Wir lüften geschickt

Wir setzen auf zwei- bis dreiminütiges Stoßlüften überall dort, wo keine automatische Lüftung erfolgt. Wenn wir die Heizung im Raum manuell regeln können, drehen wir das Thermostat 15 Minuten vor dem Lüften auf "aus".

(3) Wir schalten ab 

Wenn wir das Zimmer verlassen, schalten wir das Licht und alle elektrischen Geräte aus, deren Betrieb nicht in unserer Abwesenheit benötigt wird. Computer und Bildschirme versetzen wir bei Pausen oder wenn wir sie längere Zeit nicht benötigen in den Ruhezustand, am Feierabend schalten wir sie aus. Und auch Teeküchen und Flure brauchen kein Licht, wenn wir sie nicht benutzten.

(4) Wir nutzen Potenziale

Wir verlängern die Absenkzeiten der Heizung von täglich 12 auf 14 Stunden und dehnen sie auch über das gesamte Wochenende sowie über die veranstaltungsfreie Zeit über Weihnachten vom 24.12.2022 bis 06.01.2023 aus. Von Montag bis Freitag steuern wir die Heizzeitfenster in jedem Gebäude so, dass die Phase der zehnstündigen Tagesheizleistung dann zur Verfügung steht, wenn sich dort die meisten Menschen aufhalten. Für geringe Belegungen in den Randzeiten der Gleitzeitfenster genügt auch die abgesenkte Vorlauftemperatur, um die wenigen Büros von Montag bis Freitag entsprechend der eigenen Anwesenheit zu heizen. In den Abendstunden und an den Wochenenden konzentrieren wir unsere Veranstaltungen auf wenige Gebäude und nehmen dafür auch Wege in Kauf. Am Wochenende arbeiten wir in einer unserer offenen Bibliotheken oder zu Hause und lassen unsere Heizungen durchgehend auf Thermostatstufe 1 bzw. "Mond".

Potenziale nutzen wir auch im Stromverbrauch und betreiben Geräte sehr gut ausgelastet. Das gilt für die Volumen von beispielsweise Gefrierschränken, Trockenschränken oder Spülmaschinen genauso wie für dezentrale Server. Durch abgestimmte Nutzungszeiten oder eine AG- oder institutsübergreifende Organisation der Gerätenutzung können wir Laufzeiten verringern, die individuelle Auslastung erhöhen und nicht benötigte Geräte abschalten.

(5) Wir fühlen uns verantwortlich

Wir übernehmen für alle Räume der Universität Verantwortung, gehen bewusst mit den Ressourcen um und handeln solidarisch. Ob eigenes Büro, Flur oder gemeinschaftlich genutzter Lehrraum – wir handeln immer so, als wären wir die Letzten im Gebäudeabschnitt und kümmern uns beim Verlassen um Heizung, Fenster, Licht und elektrische Geräte.

Für zentrale Bibliotheksbereiche gelten entsprechend der Öffnungszeiten Sonderregelungen bzgl. der Nachttemperaturabsenkung. Sonderregeln gelten ebenfalls für gesetzlich regulierte Sonderflächen, beispielsweise im Bereich der Tierhaltung und im klinischen Bereich. Während der veranstaltungsfreien Zeit über Weihnachten werden ggf. einzelne Gebäude von der Temperaturabsenkung vom 02.01. bis 06.01.2023 ausgenommen, wenn hier ein verstärktes Arbeitsaufkommen erwartet wird.

Mehr Informationen finden Sie im Bereich Energiesparen am Arbeitsplatz und in unserer Broschüre "Energie sparen! Ein Leitfaden für das Büro" (PDF).

Was wir sonst noch tun

Für die Koordination unseres Energieeinsparprogramms wurde eine AG Notfallplan eingerichtet, in der die Versorgungsbetriebe für Strom, Wärme, Klimatisierung/Lüftung und Wasserversorgung sowie die Liegenschaftsverwaltung für die Nutzung der Gebäude eingebunden sind. Für jedes Gebäude werden Maßnahmen geprüft, priorisiert und Effekte bewertet. Dabei findet auch eine enge Abstimmung mit dem Management für die Corona-Schutzmaßnahmen statt.

Einige weitere technische Energiesparmaßnahmen im Wintersemester:

  • Das zentrale Absenken von Raumtemperaturen bei Räumen und Gebäuden mit Lüftungsanlagen sowie geringere Vorlauftemperaturen bei Gebäuden mit reiner Radiatorheizung sparen Energie.
  • Die Umstellung der Steuerung von Lüftungsanlagen von Automatik auf einen reinen Präsenzbetrieb ermöglicht die Frischluftlüftung wenn sie gebraucht wird – in der Veranstaltung.
  • Beleuchtungen im Innen- und Außenbereich werden auf engere Nutzungszeiten begrenzt, Wege bleiben immer beleuchtet.
  • Ein Energiecheck wird in allen Gebäude zu Beginn der Heizperiode durch Mitarbeitende des Gebäudemanagements durchgeführt. 

Technisch sind wir gut aufgestellt. Zudem erfolgt ein Großteil der Wärmeeigenversorgung mit Biomasse. Sogar größere Mengen an Heizölreserven, wenn das Gas für Spitzenlastkessel auf den Lahnbergen knapp werden sollte, stehen zur Verfügung. Auch sind die Universitäten als kritische Infrastruktur eingestuft worden, so dass eine priorisierte Energieversorgung der Liegenschaften im Lahntal möglich ist. Es wäre aber fahrlässig und unsolidarisch, unbekümmert den Betrieb wie bisher fortzusetzen. In der Krisenzeit wie auch danach muss der bewusste und angepasste Energieeinsatz Grundlage unseres Handelns sein.

Informationen, Ideen und Anregungen

Das Nachhaltigkeitsbüro informiert alle Hochschulmitglieder monatlich über unsere Verbrauchsdaten und den Erfolg unseres gemeinsamen Engagements.

Haben Sie weitere Ideen und Anregungen, wie Energie eingespart werden könnte? Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an .