Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (VKF)
 
  Startseite  
 
Sie sind hier:» Universität » Gesellschaftswissenschaften und Philosophie » Vergleichende Kulturforschung » Aktuelles » Veranstaltungen » Termine 2011 » AnthroLab: Lokales Umweltwissen und ökonomische Praxis bei den Urarina im peruanischen Tiefland
  • Print this page
  • create PDF file

12.10.2011

AnthroLab: Lokales Umweltwissen und ökonomische Praxis bei den Urarina im peruanischen Tiefland

Sechsundzwanzigster Vortrag des "Marburger AnthroLab"

Zeit: 13.12.2011 18:00 h
Ort: Fachgebiet Kultur- und Sozialanthropologie, Kugelhaus, Kugelgasse 10, 1. OG

Referierende/Beteiligte:

Raphael Tomczyk, M.A.

Weitere Informationen:

Lange Zeit dominierte der Dualismus zwischen mentalistischen und materialistischen Kulturtheorien die Anthropologie, der sich etwa in den Theoriegebäuden des Strukturalismus oder der Ethnoscience einerseits und der Cultural Ecology und des Kulturmaterialismus andererseits widerspiegelte. In den 1980ern kristallisierte sich eine neue Subdisziplin der Anthropologie heraus, die unter der Bezeichnung Ethnoökologie und ihren Derivaten Ethnozoologie und –botanik firmierte und das „lokale“ oder „traditionelle ökologische Wissen“ des kulturell Fremden untersuchte. Der Dualismus des „Grand Divide“ sollte durch die Synthese einer stringenten formalen Methode mit einer interpretativen Betrachtung aller Lebensbereiche der Mensch-Umwelt-Beziehung aufgeweicht werden.
Dieser theoretische Ansatz wird in meinem Promotionsvorhaben aufgegriffen und durch eine praxistheoretische Ebene erweitert, die neben das Wissen auch die Handlung in den Vordergrund stellt.
Zentrale Elemente der Untersuchung umfassen die Wahrnehmung der Umwelt durch die Urarina, die intrakulturelle Variation ökologischen Wissens und der Verlust dieses Wissens im Zuge akkulturativer Prozesse. Dem gegenüber werden ökonomische Handlungen als eine Wissensform untersucht und die Divergenzen zwischen Wissen und Handlung insbesondere unter dem Einfluss gruppenexterner Akteure analysiert.
Die basale Frage des Projektes kreist um die Beziehung zwischen Wissen, Handlung und jüngst auftretenden limitierenden Faktoren wie Bevölkerungsanstieg und Ressourcendegradation als auch ökonomischen Entscheidungsprozessen.
Bisherige Vorarbeiten und Ergebnisse dieses Projektes werden im Vortrag vorgestellt.

Basierend auf einer stationären Feldforschung im peruanischen Tiefland wird im vorgestellten Projekt das lokale Umweltwissen der Urarina in Relation zur ökonomischen Praxis der Ressourcennutzung untersucht. Zentrale Aspekte der Analyse bilden die intrakulturelle Wissensvariation, erosive Tendenzen dieses Wissens und deren Ursachen, als auch die Divergenzen zwischen Wissen und Handlung. Die daraus zunehmend resultierende Ressourcendegradation wird vor dem Hintergrund gruppeninterner und –externer Faktoren analysiert. 

Raphael Tomczyk M.A., Institut für Vergleichende Kulturforschung, Philipps-Universität Marburg

Veranstalter:

IVK - Kultur- und Sozialanthropologie

Zuletzt aktualisiert: 12.10.2011 · Wahnsied

 
 
 
Fb. 03 - Gesellschaftswissenschaften und Philosophie

Vergleichende Kulturforschung, Landgraf-Philipp-Straße 4, 35032 Marburg
Tel. +49 6421/28-22480, Fax +49 6421/28-23944, E-Mail: relwiss@staff.uni-marburg.de

URL dieser Seite: https://www.uni-marburg.de/fb03/ivk/aktuelles/events/termine2011/anthrolabtomczyk

Impressum | Datenschutz