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Christian Klusemann M.A. (Lehrbeauftragter)


Christian Klusemann


Akademische Vita

  • WS 2017/2018 Lehrbeauftragter am Kunstgeschichtlichen Institut der Philipps-Universität Marburg
  • 2011 - 2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunstgeschichtlichen Institut der Philipps-Universität Marburg
  • Magisterarbeit an der FU zum Thema "Der Wiederaufbau der Langen Straße im sozialistischen Rostock 1953-1957" bei Prof. Dr. Christiane Salge und Prof. Dr. Harold Hammer-Schenk
  • WS 2004/2005 - WS 2010/2011 Studium der Kunstgeschichte, Neueren Geschichte und Philosophie an der TU Dresden und der FU Berlin
  • Praktika bei Hörfunk und Printmedien in Potsdam (2003-2004), mehrere Jahre freier Mitarbeiter bei den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" 

Forschungsschwerpunkte

Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts, insb. Architektur im Nationalsozialismus, Architektur und Städtebau der DDR, Nachkriegsmoderne, Rekonstruktion
 

Dissertationsprojekt

Architektur der nationalen Tradition der frühen 1950er Jahre in der DDR –
Planungen und Bauten in den "Aufbaustädten" Dresden, Leipzig, Magdeburg und Rostock (Arbeitstitel)

Nachdem im Sommer 1952 auf der II. Parteikonferenz der SED der "planmäßige Aufbau des Sozialismus" beschlossen worden war, sollten die Zentren von Dresden, Leipzig, Magdeburg und Rostock – den relevantesten "Aufbaustädten" neben Berlin – schnellstmöglich neugestaltet werden. So entstanden, wenn auch fragmentarisch, großstädtische Bauten an breit angelegten "Magistralen“ und "Zentralen Plätzen“ nach sowjetischem Vorbild. Noch heute zeugen der Altmarkt in Dresden, die Ringbebauung am Roßplatz in Leipzig, die Bebauung im Bereich der Ernst-Reuter-Allee (ehemals Wilhelm-Pieck-Allee) in Magdeburg sowie die Lange Straße in Rostock von jener frühen Phase des Neuaufbaus in der DDR. Im Kontext der architekturpolitischen Leitlinie von einer Architektur der "Nationalen Tradition" wurden die Gebäude mit Rücksichtnahme auf lokale oder regionale Bautraditionen erbaut und mit historisierenden Anleihen ausgestattet.

In der Forschung sind diese Bauten und Ensembles bislang vor allem gesellschaftspolitisch kontextualisiert, unter architekturtheoretischen Gesichtspunkten beleuchtet oder ansatzweise stilistisch untersucht worden. Die zum Verständnis der diffizilen Planungshintergründe wichtigen städtebaulich-architektonischen Wettbewerbe – nach Aufforderung des Ministeriums für Aufbau in den vier "Aufbaustädten" Ende 1952 nahezu zeitgleich ausgeschrieben – wurden hingegen bislang knapp und in der Regel ereignisgeschichtlich behandelt. Eine tiefgehende Analyse, in der die Ausschreibungstexte und die darin gestellten Anforderungen, die prämierten Entwürfe (Pläne und Zeichnungen) sowie die Protokolle mit den Entscheidungen der Preisrichter in Verbindung gebracht werden, steht hingegen noch aus und soll in der Doktorarbeit erfolgen. Vergleichend richtet das Dissertationsvorhaben den Blick so in einem ersten Schritt auf die administrativen Strukturen (von der zentralen bis zur kommunalen Ebene) und geht dabei auch auf die Vorbereitung der Wettbewerbe in den vier Städten ein. Daran anschließend sind die Möglichkeiten und Freiheiten, aber auch Probleme der an den Wettbewerben beteiligten Architekten bei der Umsetzung der offiziellen Forderungen zu beleuchten. Ebenso muss die Frage nach den Bewertungsgrundlagen der Preisgerichte behandelt werden. Hier ist von Relevanz, dass einige Preisrichter bereits während der Wettbewerbe als Berater der Deutschen Bauakademie tätig wurden, welche die prämierten Entwürfe dann nochmals überarbeiteten. Die Gründe dafür sind bisher wenig behandelt worden und sollen, ebenso wie das Verhältnis dieser "Konsultanten" zu den Architekten, behandelt werden. Da sich sowohl die eingereichten als auch die überarbeiteten Entwürfe trotz aller Unterschiede im Detail prinzipiell ähneln und auch die realisierten Bauten in Grund- und Aufriss Analogien aufweisen, müssen zudem die Wechselwirkungen der jeweiligen Prozesse in den vier "Aufbaustädten" aufgedeckt werden.

Im zweiten Teil der Arbeit wird dann der oft mühselige Weg der baulich-praktischen Umsetzung der ständig modifizierten Planungen zu untersuchen sein. So wurden etwa nach Baubeginn nicht nur Folgewettbewerbe veranstaltet, sondern auch immer wieder Entwürfe für Einzelbauten modifiziert. Da in der Forschung hauptsächlich davon ausgegangen wird, dass letztlich wirtschaftliche Gründe in Folge der "Wende im Bauwesen" ab 1954 zur Nichtvollendung der ursprünglich sehr umfassenden Vorhaben führten, soll ferner hinterfragt werden, ob und inwiefern auch die nicht anhaltende Kritik, etwa seitens namhafter Mitglieder der Deutschen Bauakademie, sowie eine generelle Unsicherheit der Akteure auf der Suche nach einer "neuen deutschen Architektur" zur Abkehr vom Bauen der "Nationalen Tradition" beitrugen.

 

Betreuerin: Prof. Dr. Sigrid Hofer


Publikationen


Herausgeberschaft (zugl. Hauptautor, div. Beiträge)


Aufsätze

  • "Politik. Macht. Geschichte. Der Streit um die Rekonstruktion der Potsdamer Garnisonkirche", in: Tagungsband der 23. Tagung des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger (noch ohne Titel, Reihe: Das gemeinsame Kulturerbe/Wspólne dziedzictwo, unveröffentlicht, in Vorbereitung).
  • "Hermann Henselmann und die ,erste sozialistische Straße‘ in Rostock", in: Mager, Tino u. Trötschel-Daniels, Bianka (Hgg.): Rationale Visionen – Raumproduktion in der DDR hinterfragen (Forschungen zum baukulturellen Erbe der DDR, Band 8), Weimar 2018 (unveröffentlicht, in Vorbereitung).
  • "Ein ,Gauforum‘ für Marburg? Neugestaltungspläne für die Kernstadt im Kontext von Architektur und Städtebau im Deutschland der 1930er Jahre", in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 42 (2015), S. 271-290.
 

Katalogbeiträge

  • "Hannover, Landtagsgebäude, Treppenhaus" / "Frankfurt, Nordweststadt", in: Locher, Hubert u. Bracht, Christian (Hgg.): 100 x – Bilder aus einem Jahrhundert Fotografie. Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg 1913−2013 (unveröffentlicht, in Vorbereitung).

Tagungsberichte und Rezensionen

  • Rezension zu: Mark Escherich (Hg.). Denkmal Ost-Moderne II. Denkmalpflegerische Praxis der Nachkriegsmoderne, in: kunsttexte, Nr. 2, 2016.
  • Blick zurück nach vorn - Architektur und Stadtplanung in der DDR. Fünfte Tagung des "Arbeitskreises Kunst in der DDR" vom 6. bis 7. November 2014 an der TU Berlin, in: Informationen zur modernen Stadtgeschichte (IMS) 1/2015, S. 160-163.

 

Vorträge und Podiumsdiskussionen

  • "Die Rekonstruktion der Potsdamer Mitte und das städtebaulich-architektonische Erbe der DDR" gehalten in der "Lenné Runde" des Bonner Potsdam-Club e.V. (in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Werkstatt Baukultur Bonn) am 29.05.2018 in Bonn.
  • "Leitbilder. Vorgaben. Aufgaben. Die ,Konsultanten‘ der Deutschen Bauakademie und ihre Rolle in den ,Aufbaustädten‘ Dresden, Leipzig, Magdeburg und Rostock", gehalten im Zuge des 15. Werkstattgesprächs zur DDR-Planungsgeschichte (Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung/IRS) am 18.01.2018 in Erkner.
  • Podiumsdiskussion im Rahmen der Buchvorstellung von "Architekturen des Gebrauchs" von Christopher und Dina Dorothea Falbe (Hgg.), organisiert von der Kulturlobby Potsdam, am 21.09.2017 in Potsdam.
  • Podiumsdiskussion "Mut zur Verantwortung – Unser Umgang mit preußischem Erbe gestern und heute" (organisiert vom Förderverein Pfingstberg in Potsdam e.V.), am 21.05.2017 in Potsdam.
  • "Architektur der nationalen Tradition der frühen 1950er Jahre in der DDR – Planungen und Bauten in den ,Aufbaustädten‘, gehalten im Zuge des Workshops "Von Platten und Ideen – Raumproduktion in der DDR hinterfragen" am 11.05.2017 in Weimar.
  • Buchvorstellung von "Das andere Potsdam" im ,Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte‘, gehalten am 17.06.2016 in Potsdam.
  • "Politik. Macht. Geschichte. Der Streit um die Rekonstruktion der Potsdamer Garnisonkirche / Polityka. Władza. Historia. Spór o rekonstrukcję kościoła garnizonowego w Poczdamie", gehalten auf der 23. Tagung des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger "Re-Konstruktionen. Stadt, Raum, Museum, Objekt / Re-Konstrukcje. Miasto, przestrzeń, muzeum, przedmiot" am 09.10.2015 in Poznań (Posen) / Polen.
  • "Von Preußen und Platten: Architektur und Städtebau in Potsdam zwischen 1945 und 1990", gehalten auf dem Symposium "Schrott oder Chance? Potsdamer Mitte neu denken" am 05.09.2015 in Potsdam.
  • "Die Wettbewerbe zur Zentrumsneugestaltung der ,Aufbaustädte‘ Magdeburg und Rostock im Herbst 1952", gehalten im Zuge der 5. Tagung des Arbeitskreises Kunst in der DDR "Blick zurück nach vorn - Architektur und Stadtplanung in der DDR" am 07.11.2014 in Berlin.
  • "Die ,Rekonstruktion‘ der Potsdamer Gutenbergstraße in den 1980er Jahren", gehalten im Zuge des 13. Werkstattgesprächs zur DDR-Planungsgeschichte (Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung/IRS) am 16.01.2014 in Erkner.
  • "Macht – Bau – Gewalt? NS-Architektur in Marburg", gehalten im Workshop "Das Motiv der Gewalt" im Rahmen von "GEWALT! In der Mitte der Gesellschaft. Ein Symposium über Ort und Herkunft heutiger Gewalt" am 25.05.2013 in Marburg.

Redaktionelle Mitarbeit

  • Hofer, Sigrid (Hg.). Grenzgänge zwischen Ost und West. Schriftenreihe des Arbeitskreises Kunst in der DDR. Bd. 1, Dresden 2012.
     

Mitorganisierte Veranstaltungen

 

Moderationen

  • Moderation einer Sektion auf dem 14. Werkstattgespräch zur DDR-Planungsgeschichte (Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung/IRS) am 22.01.2016 in Erkner.
  • Moderation einer Sektion auf der 5. Tagung des Arbeitskreises Kunst in der DDR "Blick zurück nach vorn – Architektur und Stadtplanung in der DDR" am 07.11.2014 in Berlin.
  • Ko-Moderator der Veranstaltung "Marburg als Modell. Der Architekturhistoriker Heinrich Klotz, die Altstadtsanierung in Marburg und die Ideengeschichte der Bundesrepublik" im Zuge von "Campus Marburg" am 15.11.2013.
  • Moderation der Jubiläumsfeier "100 Jahre Bildarchiv Foto Marburg und Kunstgeschichtliches Institut" in Marburg am 19.10.2013.

Medienbeiträge

  • Interview im RBB Kulturradio im Zuge des Beitrags "Das ANDERE Potsdam – ein politischer Stadtführer" von Bernd Dreiocker (in der Sendung Märkische Wandlungen), gesendet im Kulturradio RBB am 12.07.2016.
  • Interview im RBB Kulturradio zum Thema "Wie umgehen mit DDR-Bauten in Potsdam?", gesendet im Kulturradio vom RBB am 21.04.2016.
  • Platte, Plan und Preußen. Ein differenzierter Blick auf "DDR-Architektur" in Potsdam und den Umgang mit dem historischen Erbe, in: Potsdamer Neueste Nachrichten, 03.07.2012.


Wissenschaftliche Arbeitsgruppen

Zuletzt aktualisiert: 25.06.2018 · rompf

 
 
 
Fb. 09 - Germanistik und Kunstwissenschaften

Kunstgeschichtliches Institut, Biegenstraße 11, D-35037 Marburg
Tel. +49 6421/28-24322, Fax +49 6421/28-28951, E-Mail: heimel@fotomarburg.de

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