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Christian Klusemann M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)


Christian Klusemann


Akademische Vita
  • geboren in Münster/Westfalen
  • kurzes Studium der Rechtswissenschaften in Münster, Praktika bei Hörfunk und Printmedien in Potsdam (2003-2004),
    mehrere Jahre freier Mitarbeiter bei den "Potsdamer Neuesten Nachrichten"
  • WS 2004/2005 - WS 2010/2011 Studium der Kunstgeschichte, Neueren Geschichte und Philosophie an der TU Dresden und der FU Berlin
  • Magisterarbeit an der FU zum Thema "Der Wiederaufbau der Langen Straße im sozialistischen Rostock 1953-1957"
    bei Prof. Dr. Christiane Salge und Prof. Dr. Harold Hammer-Schenk
  • seit Oktober 2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunstgeschichtlichen Institut der Philipps-Universität Marburg


Forschungsschwerpunkte

Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts, besonders Architektur im Nationalsozialismus, Architektur und Städtebau der DDR, Nachkriegsmoderne, Rekonstruktion



Dissertationsprojekt

Architektur der nationalen Tradition der frühen 1950er Jahre in der DDR –
Planungen und Bauten in den "Aufbaustädten" Dresden, Leipzig, Magdeburg und Rostock
(Arbeitstitel)

Die Zentren der (neben Berlin) bedeutendsten DDR-"Aufbaustädte" – Dresden, Leipzig, Magdeburg und Rostock – sollten nach Ankündigung des "planmäßigen Aufbaus des Sozialismus" auf der II. Parteikonferenz der SED im Sommer 1952 mit Wohn- und Gesellschaftsbauten entlang großzügiger "Magistralen" und "Zentraler Plätze" neu gestaltet werden. Noch heute zeugen der Altmarkt in Dresden, die Ringbebauung am Roßplatz in Leipzig, die Bebauung im Bereich der Ernst-Reuter-Allee in Magdeburg sowie die Lange Straße in Rostock vom "Wiederaufbau" der frühen 1950er Jahre im Osten Deutschlands. Die in jeweils lokal oder regional ausgeprägten Architekturformen der so genannten "Nationalen Tradition" errichteten Bauten dieser im Ergebnis fragmentarisch gebliebenen Ensembles wurden in der Forschung vor allem – stets als Resultat zentraler Steuerungsmechanismen betrachtet – gesellschaftspolitisch kontextualisiert, unter architekturtheoretischen Gesichtspunkten beleuchtet oder ansatzweise stilistisch untersucht.
Die zum Verständnis der diffizilen Planungshintergründe wichtigen städtebaulich-architektonischen Wettbewerbe, nach Aufforderung des Ministeriums für Aufbau in den vier "Aufbaustädten" Ende 1952 nahezu zeitgleich ausgeschrieben, sind hingegen bislang knapp und in der Regel ereignisgeschichtlich behandelt worden. Eine tiefgehende Analyse, in der die Ausschreibungstexte und die darin gestellten Anforderungen, die prämierten Entwürfe (Pläne und Zeichnungen) sowie die Protokolle mit den Entscheidungen der Preisrichter in Verbindung gebracht werden, steht hingegen noch aus und soll in der Doktorarbeit erfolgen.
Das Dissertationsvorhaben richtet so in einem ersten Schritt vergleichend den Blick auf die administrativen Strukturen (von der zentralen bis zur kommunalen Ebene), auch bereits in Vorbereitung der Wettbewerbe in den vier Städten. Daran anschließend sind die Möglichkeiten und Freiheiten, aber auch Probleme der an den Wettbewerben beteiligten Architekten bei der Umsetzung der offiziellen Forderungen zu beleuchten. Ebenso muss die Frage nach den Bewertungsgrundlagen der Preisgerichte behandelt werden. Hier ist von Relevanz, dass einige Preisrichter bereits während der Wettbewerbe als Berater der Deutschen Bauakademie tätig wurden, welche die prämierten Entwürfe dennoch nachträglich nochmals überarbeiteten. Die Gründe dafür sind bisher wenig behandelt worden und sollen, ebenso wie das Verhältnis dieser "Konsultanten" zu den Architekten, behandelt werden. Da sich sowohl die eingereichten, als auch die überarbeiteten Entwürfe trotz aller Unterschiede im Detail prinzipiell ähneln und auch die realisierten Bauten in Grund- und Aufriss Analogien aufweisen, müssen auch die Wechselwirkungen der jeweiligen Prozesse in den vier "Aufbaustädten" aufgedeckt werden.
Im zweiten Teil der Arbeit wird dann der oft mühselige Weg der baulich-praktischen Umsetzung im Ergebnis dieser Planungen zu untersuchen sein. So wurden etwa nach Baubeginn in allen Städten nicht nur Folgewettbewerbe veranstaltet, sondern auch immer wieder Entwürfe für weitere Einzelbauten neu gezeichnet.
Da in der Forschung bislang hauptsächlich davon ausgegangen wird, dass letztlich wirtschaftliche Gründe und die Abkehr vom "Nationalen Bauen" in Folge der "Wende im Bauwesen" ab 1954 zur Nichtvollendung der ursprünglich sehr umfassenden Vorhaben führten, soll ferner hinterfragt werden, ob und inwiefern auch die nicht anhaltende Kritik, etwa seitens namhafter Mitglieder der Deutschen Bauakademie und eine generelle Unsicherheit auf der Suche nach einer "neuen deutschen Architektur" mit zu diesem frühen Scheitern beitrugen.

Betreuerin: Prof. Dr. Sigrid Hofer


Publikationen

Herausgeberschaft (zugl. Hauptautor, div. Beiträge)

Aufsätze
  • "Ein 'Gauforum' für Marburg? Neugestaltungspläne für die Kernstadt im Kontext von Architektur und Städtebau im Deutschland der 1930er Jahre", in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 42 (2015), S. 271-290.
  • Nationale Tradtition zwischen Theorie und Praxis. Die Wettbewerbe in den Aufbaustädten Magdeburg und Rostock von 1952, in: Sigrid Hofer und Andreas Butter (Hgg.): Blick zurück nach vorn - Architektur und Stadtplanung in der DDR, Schriftenreihe des Arbeitskreises Kunst in der DDR. Bd. 3, Marburg 2017, S. 104-127.
  • "Politik. Macht. Geschichte. Der Streit um die Rekonstruktion der Potsdamer Garnisonkirche", in: Tagungsband der 23. Tagung des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger (noch ohne Titel, Reihe: Das gemeinsame Kulturerbe/Wspólne dziedzictwo, unveröffentlicht, in Vorbereitung).

Katalogbeiträge
  • "Hannover, Landtagsgebäude, Treppenhaus"; "Frankfurt, Nordweststadt", in: Locher, Hubert u. Bracht, Christian (Hg.): 100 x – Bilder aus einem Jahrhundert Fotografie. Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg 1913−2013 (unveröffentlicht, in Vorbereitung).

Tagungsberichte und Rezensionen
  • Blick zurück nach vorn - Architektur und Stadtplanung in der DDR. Fünfte Tagung des "Arbeitskreises Kunst in der DDR" vom 6. bis 7. November 2014 an der TU Berlin, in: Informationen zur modernen Stadtgeschichte (IMS) 1/2015, S. 160-163.
  • Rezension zu: Mark Escherich (Hg.). Denkmal Ost-Moderne II. Denkmalpflegerische Praxis der Nachkriegsmoderne, in: kunsttexte, Nr. 2, 2016.

 

Vorträge
  • "Auf der Suche nach der Nationalen Tradition im DDR-Wiederaufbau – Die 'Lange Straße' in Rostock", gehalten auf dem 4. Doktorandenkolloquium Kunstgeschichte MACHTARCHITEKTUR! am 08.05.2013 in Marburg.
  • "Macht – Bau – Gewalt? NS-Architektur in Marburg", gehalten im Workshop "Das Motiv der Gewalt" im Rahmen von "GEWALT! In der Mitte der Gesellschaft. Ein Symposium über Ort und Herkunft heutiger Gewalt" am 25.05.2013 in Marburg.
  • "Die 'Rekonstruktion' der Potsdamer Gutenbergstraße in den 1980er Jahren", gehalten im Zuge des 13. Werkstattgesprächs zur DDR-Planungsgeschichte (Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung/IRS) am 16.01.2014 in Erkner.
  • "Die Wettbewerbe zur Zentrumsneugestaltung der 'Aufbaustädte' Magdeburg und Rostock im Herbst 1952", gehalten im Zuge der 5. Tagung des Arbeitskreises Kunst in der DDR "Blick zurück nach vorn - Architektur und Stadtplanung in der DDR" am 07.11.2014 in Berlin.
  • "Von Preußen und Platten: Architektur und Städtebau in Potsdam zwischen 1945 und 1990", gehalten auf dem Symposium "Schrott oder Chance? Potsdamer Mitte neu denken" am 05.09.2015 in Potsdam.
  • "Politik. Macht. Geschichte. Der Streit um die Rekonstruktion der Potsdamer Garnisonkirche / Polityka. Władza. Historia.
    Spór o rekonstrukcję kościoła garnizonowego w Poczdamie", gehalten auf der 23. Tagung des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger "Re-Konstruktionen. Stadt, Raum, Museum, Objekt / Re-Konstrukcje. Miasto, przestrzeń, muzeum, przedmiot" am 09.10.2015 in Poznań / Posen.
  • Buchvorstellung von "Das andere Potsdam" im 'Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte', gehalten am 17.06.2016 in Potsdam.
  • "Architektur der nationalen Tradition der frühen 1950er Jahre in der DDR – Planungen und Bauten in den 'Aufbaustädten'", gehalten im Zuge des Workshops "Von Platten und Ideen – Raumproduktion in der DDR hinterfragen" am 11.05.2017 in Weimar.
  • Podiumsdiskussion "Mut zur Verantwortung – Unser Umgang mit preußischem Erbe gestern und heute" (organisiert vom Förderverein Pfingstberg in Potsdam e.V.), am 21.05.2017 in Potsdam.


Redaktionelle Mitarbeit
  • Hofer, Sigrid (Hg.). Grenzgänge zwischen Ost und West. Schriftenreihe des Arbeitskreises Kunst in der DDR. Bd. 1, Dresden 2012. 
  • Hofer, Sigrid u. Schieder, Martin (Hgg.). Fotografieren in der DDR. Schriftenreihe des Arbeitskreises Kunst in der DDR. Bd. 2, Dresden 2014.
  • Butter, Andreas u. Hofer, Sigrid (Hgg.): Blick zurück nach vorn - Architektur und Stadtplanung in der DDR, Schriftenreihe des Arbeitskreises Kunst in der DDR. Bd. 3, Marburg 2017.


Mitorganisierte Veranstaltungen

Moderationen
  • Ko-Moderator beim 4. Doktorandenkolloquium Kunstgeschichte "MACHTARCHITEKTUR!" in Marburg am 08.05.2013.
  • Moderation der Jubiläumsfeier "100 Jahre Bildarchiv Foto Marburg und Kunstgeschichtliches Institut" in Marburg am 19.10.2013.
  • Ko-Moderator der Veranstaltung "Marburg als Modell. Der Architekturhistoriker Heinrich Klotz, die Altstadtsanierung in Marburg und die Ideengeschichte der Bundesrepublik" im Zuge von "Campus Marburg" am 15.11.2013.
  • Moderation einer Sektion auf der 5. Tagung des Arbeitskreises Kunst in der DDR "Blick zurück nach vorn – Architektur und Stadtplanung in der DDR" am 07.11.2014 in Berlin.
  • Ko-Moderator beim 5. Doktorandenkolloquium Kunstgeschichte "Kunst.Wissenschaft.Geschichte" in Marburg am 18.11.2014.
  • Moderation einer Sektion auf dem 14. Werkstattgespräch zur DDR-Planungsgeschichte (Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung/IRS) am 22.01.2016 in Erkner.
  • Moderator beim 7. Doktorandenkolloquium Kunstgeschichte "pARTS. Teilnahme und Teilhabe in den Künsten" in Marburg am 12.12.2016.


Medienbeiträge
  • Platte, Plan und Preußen. Ein differenzierter Blick auf "DDR-Architektur" in Potsdam und den Umgang mit dem historischen Erbe, in: Potsdamer Neueste Nachrichten, 03.07.2012.
  • Interview in Kulturzeit (3Sat) zum Thema "Potsdams Platten. Kulturkampf um DDR-Bauten", gesendet im TV am 06.07.2012.
  • Interview im RBB Kulturradio zum Thema "Wie umgehen mit DDR-Bauten in Potsdam?", gesendet im Kulturradio vom RBB am 21.04.2016.
  • Interview im RBB Kulturradio im Zuge des Beitrags "Das ANDERE Potsdam – ein politischer Stadtführer" von Bernd Dreiocker (in der Sendung Märkische Wandlungen), gesendet im Kulturradio RBB am 12.07.2016.
  • Interview in friedrich – Zeitschrift für BerlinBrandenburg (01/2017) zum Thema "Blick über den Rand des 'Plattentellers'"


Wissenschaftliche Arbeitsgruppen
  • Sprecher des Marburger Doktorandenforums Kunstgeschichte (AG 17 am Graduiertenzentrum Geistes- und Sozialwissenschaften der Philipps-Universität Marburg).

Zuletzt aktualisiert: 28.08.2017 · rompf

 
 
 
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Tel. +49 6421/28-24322, Fax +49 6421/28-28951, E-Mail: heimel@fotomarburg.de

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