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AKTUELLE FORSCHUNG:


Die Verknüpfung abiotischer Kovariablen, funktioneller Merkmalsvielfalt und Konsequenzen wichtiger Prozesse auf ökosystemarer Ebene

Yve Projekt

In dem beantragten Projekt möchten wir die Merkmalsvielfalt von Lebensgemeinschaften mit Herbivorie und anderen ökologischen Prozessen entlang von Umweltgradienten (Klima- und Landnutzungswandel) verknüpfen, um die Resistenz von zwei Zielfunktionen gegenüber Umweltveränderungen zu verstehen. Hierzu werden wir 1) Felddaten aufnehmen und Experimente durchführen, um zu erfassen, wie Herbivorie und die Merkmale von Herbivoren sich entlang von Umweltgradienten verändern. 2) Wir werden einen merkmalsbasierten Ansatz nutzen, um alle gesammelten abiotischen Kovariablen, Merkmals- und Prozessdaten der Forschergruppe zu integrieren, um den Einfluss und die Bedeutung von Merkmalen und biotischen Interaktionen für/auf die zwei Zielfunktionen zu verstehen. Dadurch wird es uns möglich sein, die Rolle von Merkmalen und ihrer Verteilung innerhalb von Lebensgemeinschaften für das Maß an Herbivorie zu verstehen sowie eine statistische Synthese durchzuführen, die die Bedeutung von Merkmalen für die Vorhersage von Klimawandel und Landnutzungsänderungen auf die beiden Zielfunktionen der Forschergruppe, Biomasseproduktion und Wasserflüsse, ermöglicht. Indem wir Reaktionen von Lebensgemeinschaften mit biotischen Interaktionen und assoziierten Ökosystemprozessen und –funktionen entlang von Umweltgradienten verknüpfen, wird unser Projekt einmalige Einblicke in die Fähigkeit eines Ökosystem Umweltveränderungen zu wiederstehen und somit seinen ursprünglichen Zustand nach Störung beizubehalten, erlauben. 

Dieses Projekt wird finanziell gefördert durch die DFG







Dungkäfergemeinschaften im Wisentdung

DungkäferDungkäfer sind eine exzellente Indikatorgruppe für mikroklimatische Bedingungen sowie für den ökologischen Zustand von Weideflächen. In mitteleuropäischen Wäldern fehlen derzeit in der Regel die großen Weidegänger und die damit assoziierte Fauna. Fraglich ist, welche Dungkäfer im Dung dieser großen Weidegänger leben? In Mitteleuropa kommen heute etwa 100 dungbewohnende Käferarten vor. Fast die Hälfte dieser Arten ist mindestens im Bestand gefährdet. Der Rückgang in der Anzahl und Größe der Populationen vieler Arten kann durch Lebensraumverlust und eine unterbrochene Weidetradition erklärt werden. Es wird vermutet, dass viele Arten natürlicherweise in niedrigen Populationsdichten vorkommen und dadurch flächensensitiv sind. Es soll eine natürliche Referenz für Dungkäfergemeinschaften im Wisentdung über mehrere Gebiete mit frei lebenden Wisenten (Bialowieza, Bad Berleburg, Döberitzer Heide, Bieszczady) erarbeitet werden. Diese Gebiete zeichnen sich durch eine unterschiedlich lange Präsenz des Wisent in freier Natur aus.

Dieses Projekt wir finanziell unterstützt von: Heinz Sielmann Stiftung



Konsequenzen von Waldfragmentierung auf Pflanze-Tier-Interaktionen: ein neuer Ansatz unter Verwendung molekularer Methoden Identifikation von Samenausbreitung

Habitatfragmentierung ist einer der Hauptbedrohungsfaktoren für die Existenz tropischer und subtropischer Waldökosysteme. Sie betrifft nicht nur die hier lebende Biodiversität, sondern auch wichtige Ökosystemprozesse. Samenausbreitung durch Tiere ist ein solcher Schlüsselprozess, da bis zu 90 % aller Pflanzenarten in diesen Ökosystemen für ihre Ausbreitung auf Tiere angewiesen sind. Eine Vielzahl unterschiedlichster Tierarten fungieren als Ausbreiter, wobei die Tiere sich in Quantität, Qualität und demnach Effektivität der Serviceleistung unterscheiden. Insbesondere für durch Vögel ausgebreitete Samen war bisher eine genaue Nachverfolgung der Effekte der Tierart auf die Ausbreitungsmuster verschiedener Pflanzenarten methodisch nicht möglich. Eine kürzlich publizierte, auf genetischem Barcoding basierende Methode macht dies erstmals möglich, und erlaubt es so, den lange fehlenden Link zwischen der Tieraktivität und den pflanzlichen Ausbreitungsmustern herzustellen. In dem Projekt nutzen wir diesen neuen Ansatz zur Identifizierung von Samenausbreitern, um zu einem besseren Verständnis der Effekte von Waldfragmentierung auf Samenausbreitungsund Regenerationsprozesse subtropischer Wälder zu gelangen. Das Projekt baut auf einem umfassenden Datensatz zu Pflanze-Samenausbreiter-Interaktionsnetzwerken in einer fragmentierten Waldlandschaft in KwaZulu-Natal, Südafrika, auf. Ziel ist es, diese Beobachtungsdaten von Pflanze-Samenausbreiter-Interkationen mit den tatsächlichen Ausbreitungsmustern der Pflanzenarten zu verknüpfen. So möchten wir die Effekte der mit zunehmender Waldfragmentierung auftretenden Veränderungen der Interaktionen auf Ausbreitungsereignisse erfassen. Langfristig soll das Projekt zu einem besseren Verständnis der Effekte von Waldfragmentierung auf tropische und subtropische Waldökosysteme beitragen.

Dieses Projekt wird finanziert von: Schimper-Stiftung  

 

Bewegungsökologie des Rotmilans (Milvus milvus)

Rotmilan (Milvus milvus). @ S. Rösner

In einem Zusammenschluss aus Forschung, Planung, Behörden und Naturschutzverbänden erforschen wir ökologische Grundlagen zum Schutz und Entwicklung der Rotmilanpopulationen in Hessen. Der Rotmilan (Milvus milvus) ist im Kontext des Windkraftausbaus wohl die am häufigsten diskutierte Art. Etwa 50 % des Weltbestandes dieser bedrohten Art brütet in Deutschland, woraus sich eine besondere Verantwortung für deren Schutz und Erhalt ableiten lässt. Seine Brut- und Nahrungshabitate überschneiden sich oft mit Standorten von Windenergieanlagen. Nach aktuellen Erkenntnissen scheint er daher, in Relation zu den Bestandszahlen, das häufigste Kollisionsopfer von Windenergieanlagen (WEA) zu sein. Um die Beeinträchtigung des Rotmilans durch verschiedene Landnutzungsformen und insbesondere durch WEA besser abschätzen zu können, ist es essentiell die individuellen Bewegungsmuster dieser hochmobilen Tiere zu verstehen. Durch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Bewegungsverhalten der Rotmilane können Habitate und Landschaftsstrukturen mit erhöhtem Konfliktpotential identifiziert sowie die Gefährdung durch WEA besser eingeschätzt werden. Daraus lassen sich beispielsweise naturschutzfachliche Empfehlungen für geeignete Anlagenstandorte ableiten oder Maßnahmen, die Rotmilane aus dem Gefahrenbereich der WEA fernhalten, evaluieren und weiterentwickeln.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.rotmilane.de

Dieses Promotionsprojekt wird finanziert von: DBU



Landschafts- und Umweltfaktoren als Treiber für Bewegungsmuster des Kapgeiers (Gyps coprotheres)

Geier2Geier stellen wichtige, aber unterschätzte Dienste für die Gesundheit von Mensch und Vieh zur Verfügung. Trotzdem ist die Mehrheit der Geierspezies vom Aussterben bedroht, bedingt durch den Rückgang von verfügbarem Aas, unbeabsichtigten Vergiftungen, Stromschlägen und nicht nachhaltiger Landnutzungsänderung. Ein Verständnis der allgemeinen Bewegungsmuster dieser hochmobilen Tiere, vor allem in Bezug auf das Nahrungssuchverhalten auf großen räumlichen Skalen, ist für erfolgreiche Erhaltungsmaßnahmen unerlässlich. Der Kapgeier (Gyps coprotheres) ist endemisch im südlichen Afrika und dient als Modellart um Bewegungsmuster von großen, die Thermik nutzenden Aasfressern zu analysieren. Mit Hilfe modernster Tracking-Technologie (www. E-obs.de) versuchen wir die Frage zu beantworten, wie (a) Landschafts- und Umweltdeterfaktoren Bewegungsentscheidungen und Verhaltensweisen beeinflussen, und (b) sich das Bewegungsverhalten von Adulten und Jungvögeln unterscheidet. Indem unsere Ergebnisse Einblicke in die Nutzung von Landschaftsstrukturen, z.B. Stromleitungen, Nestern oder künstlichen Fütterungsplätzen von Erwachsenen und untergeordneten Vögeln geben, sollen sie zu Management-Entscheidungen und somit den Schutz der bedrohten Arten führen.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.gyps-coprotheres.net


Vervollständigung des Regenerationszyklus: Quantitative Verknüpfung von Pflanzen-Frugivoren-Interaktionen mit der Etablierung von Pflanzenpopulationen

DFG_PolenDie Verbindung zwischen Frugivorenaktivität und Pflanzenregeneration ist der Schlüssel zum Verständnis von Samenausbreitungsprozessen und Pflanzendemographie, besonders vor dem Hintergrund von Umwelteinflüssen wie Walddegradation. Aufgrund der Komplexität der Kaskade von Samenausbreitungs- und Regenerationsprozessen war es jedoch bisher kaum möglich, diese Verbindung zu quantifizieren. In dem beantragten Projekt möchten wir diese Forschungslücke schließen, indem wir vor dem Hintergrund von Walddegradation Pflanze-Frugivoren-Interaktionen quantitativ mit der Regeneration von Pflanzenpopulationen verknüpfen. Hierzu werden wir eine neue molekulare Methode verwenden, welche mit Hilfe von den ausgebreiteten Samen anhaftenden Hautzellen die Identität der Samenausbreiterart ermittelt. Wir werden diesen Ansatz mit klassichen Populationsmatrizen kombinieren, welche auf empirischen Felddaten für die Pflanzenarten basieren. Dadurch wird es uns möglich sein, den Einfluss von Frugivorenaktivität auf Pflanzenregeneration in genutztem und ungenutztem Wald zu untersuchen. Unser Untersuchungssystem ist der Wald von Białowieża (BPF) in Ostpolen, der letzte Tieflandurwald Europas. Der Wald stellt ein einmaliges Referenzsystem dar, da sich Artengemeinschaften und ökologische Prozesse seit der letzten Eiszeit nahezu ungestört entwickeln konnten. Das Projekt baut aus umfassenden Datensätzen unserer vorhergehenden Studien zu den Interaktionen von Frugivoren und Pflanzen in BPF auf. Diese Studien zeigten einen signifikanten Verlust an Interaktionen und Interaktionspartnern in genutztem im Vergleich zu ungenutztem Wald. Aufbauend auf diesen Daten wird unser Projekt einmalige Einblicke in die Konsequenzen des Verlusts von Samenausbreitern in genutzten Wäldern für Populationsdynamiken von Pflanzengemeinschaften erlauben.

Dieses Projekt wird finanziert von: DFG


Fernerkundung als Surrogat für Phylodiversität und funktionelle Prozesse entlang von Landnutzungs- und Höhengradienten

DFG_EcuadorZiel dieses Projekts ist es, zu untersuchen in welcher Art und Weise die Landnutzungsintensität und die Höhe die funktionelle und Phylodiversität von Bäumen und Vögeln beeinflusst und wie sich dies auf die assoziierten Prozesse Herbivorie und Prädation auswirkt. Da es sehr zeitintensiv ist diese Prozesse zu quantifizieren, benötigen wir einfache Systeme für ein Monitoring auf großem räumlichem Maßstab. Ein wichtiges Element für ein solches System könnte die Fernerkundung darstellen, da z.B. spektrale Diversität mit biochemischer Diversität von Bäumen verknüpft werden kann. Zusätzlich können Änderungen der Vegetation aufgrund von Herbivorie zu detektierbaren Veränderungen in Nettoprimärproduktion und Blattpigmenten führen. Daher erwarten wir, dass wir Artenreichtum, funktionelle und Phylodiversität von Bäumen und Prädatoren mittels spektraler und struktureller Diversität vorhersagen können, womit wir die Basis für ein einfaches und integratives Indikatorsystem für assoziierte Prozesse entwickeln könnten. Um die Fernerkundung als Indikatorsystem von Artenreichtum auf Ökosystemprozesse zu erweitern, benötigen wir Wissen über die Zusammenhänge zwischen Baum- und Prädatorendiversität und Herbivorie- und Prädationsraten. Ein solches Indikatorsystem auf der Basis von Fernerkundung wäre ein bedeutender Schritt in Richtung eines integrativen Monitorings für den Status von Biodiversität, Ökosystemfunktion sowie Ökosystemdienstleistungen in schwierigem Gelände.

Dieses Projekt wird finanziert von: DFG




Die Rolle von Räuber-Beute Naivität für den Invasionserfolg von Marienkäfern – Ein Vergleich von Arteninteraktionen über zwei Kontinente hinweg

MarienkäferTrotz der wachsenden wissenschaftlichen Literatur über negative Effekte von invasiven Arten auf einheimische Arten fehlt ein mechanistisches Verständnis, warum manche Arten invasiv werden, während andere gutartig bleiben. Gebietsfremde Räuber mit einer neuartigen Signalstoffzusammensetzung können einen doppelten Vorteil von naiven Räubern und naiven Beutetieren haben und so einheimische Räuber verdrängen. Auf Grund der engen Nahrungsbeziehungen zwischen den Interaktionspartnern und der Verfügbarkeit von ähnlichen und neuartigen gebietsfremden Marienkäfern ist das Ameisen-Marienkäfer-Blattlaus System besonders geeignet, um die Räuber-Beute Naivität zu untersuchen.
Hier vergleichen wir die Aggression von Ameisen gegen Marienkäfer sowie das Vermeidungsverhalten von Blattläusen in der Anwesenheit von Marienkäfer, die zurzeit in Europa und Nordamerika vorkommen. Dieser interkontinentale Ansatz ist unverzichtbar um die Wichtigkeit von Räuber-Beute Naivität für den Invasionserfolg zu verstehen. Die Kombination von Verhaltensexperimenten mit chemischen Analysen wird nicht nur dazu beitragen, unsere Kenntnis von Signalstoffen, welche diese Interaktionen beeinflussen zu erweitern, sondern verbessern auch unsere Fähigkeiten biologische Invasionen zu erklären und vorauszusagen.

Dieses Projekt wird finanziert von: DFG




Brutvögel als Biodiversitätsindikatoren – Eine Evaluation von Artenvielfalt und funkti-oneller Diversität über vier Trophiestufen


Meise, Spinne, etc.Das Monitoring von Landnutzungsmaßnahmen zur Biodiversitätsförderung beschränkt sich meistens auf Brutvögel, welche als repräsentative Indikatoren für andere Artengruppen heran-gezogen werden. Aktuelle Studien zeigen jedoch unterschiedliche Resultate bezüglich des Zusammenhanges zwischen Brutvogeldiversität und der Diversität anderer Artengruppen. Die gefundenen Unterschiede können durch Unterschiede in Habitattyp, Trophiestufe und funkti-onelle Arteigenschaften wie Habitat- und Nahrungsspezialisierung beeinflusst werden. In un-serer Studie vergleichen wir Diversitätsmuster in vier Artengruppen unterschiedlicher Tro-phiestufe (Vögel, Spinnen, Zikaden und Pflanzen) in drei Habitaten von unterschiedlicher Komplexität (Acker, Grünland und naturnahe Habitate wie Brachen und Hecken). Ergebnisse dieser Studie ermöglichen Rückschlüsse über die Qualität und Verlässlichkeit von Brutvögeln als Indikatoren für Biodiversität in unterschiedlichen Habitaten der Agrarlandschaft. Der Ein-bezug von funktionellen Arteigenschaften kann helfen, die Verwendung von Brutvögel für das Monitoring von Biodiversität weiter zu optimieren.

Dieses Projekt wird finanziert von: Universitätsstiftung der Philipps-Universität Marburg




 

 

 

ABGESCHLOSSENE PROJEKTE:

Vogelmonitoring im Cajas National Park, Ecuador

DFG_Cajas
Alle Nationalparke der ecuadorianischen Anden beherbergen eine extrem hohe Artenvielfalt. Gleichzeitig sind sie durch anthropogene Störung wie Erholungsaktivitäten oder Nutzung natürlicher Ressourcen stark bedroht. Darüber hinaus sind klimatische Veränderungen für die Region der Anden mit verringerten Niederschlägen und erhöhter Saisonalität vorhergesagt. Aus diesem Grund ist es essentiell, zu verstehen, wie die Persistenz von Arten zwischen in den verbliebenen natürlichen Habitaten variiert. Aus diesem Grund werden wir die Abundanz, Artenzusammensetzung und Bewegung von Vögeln als wichtiger Indikatorgruppe in den natürlichen Habitaten monitoren. Unser Ansatz wird daher ein breites Spektrum an Informationen für das Parkmanagement liefern, die zwingend notwendig sind, um bessere Werkzeuge für den Schutz der Avifauna in den verbleibenden natürlichen Habitaten des Cajas Nationalparks zu gewährleisten.

Dieses Projekt wurde finanziert von: DFG


 

Ökologische Prozesse als treibende Kraft für nachhaltiges Waldmanagement

hornbill

Der globale Rückgang von Wäldern verändert die Artenvielfalt und -zusammensetzung. Aus diesem Grund ist es von zentraler Bedeutung, zu verstehen, in welcher Art und Weise veränderte Bedingungen in Wäldern die Interaktionen zwischen Arten und folglich die Ökosystemstabilität und -funktion beeinträchtigen. Wichtige Prozesse für Ökosystemfunktionen sind mutualistische und antagonistische Interaktionen wie z.B. Bestäubung, Samenausbreitung, Samenprädation und Regeneration. Ziel dieses Projektes ist, das Regenerationspotential unterschiedlich großer Waldflächen in der stark fragmentierten Landschaft von Südafrika zu untersuchen. Im speziellen untersuchen wir den Einfluss von unterschiedlichen Waldtypen auf Biodiversität (Insekten, Vögel, Kleinsäuger, Bäume) und Ökosystemprozesse (Bestäubung, Samenausbreitung, Samenprädation und Regeneration) in Wäldern der Provinz KwaZulu-Natal, Südafrika. Unsere Ergebnisse werden dazu beitragen, Nutzungsstrategien zu entwickeln, die zum einen das natürliche Regenerationspotential aber auch die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung in diesen Gebieten verbessern.

Robert Bosch Stiftung

Dieses Projekt wurde finanziert von: www.bosch-stiftung.de

 

Bestäuber-Pflanzen-Interaktionen in Agrarökosystemen

MR_Unistiftung

Landnutzungsintensivierung führt zu einer Abnahme der Bestäuber in Agrarökosystemen mit potenziellen Folgen für die damit verbundenen Ökosystemleistungen wie Bestäubung. Aus diesem Grund untersuchen wir Pflanzen-Bestäuber Interaktionsnetzwerke in Blühstreifen, die für das Agrarumweltprogramm HIAP gepflanzt wurden. Wir möchten dazu beitragen, die Struktur und Funktionalität von Pflanzen-Bestäuber-Interaktionen in diesen Blühstreifen in verschiedenen Landschaftskontext besser zu verstehen. Unsere Ergebnisse werden dazu beitragen, konkrete Empfehlungen für eine nachhaltige Landnutzung zu geben.

Dieses Projekt wurde gefördert durch: https://www.uni-marburg.de/forschung/wissnachwuchs/promovierende/beraquali/unistiftung




Identifizierung von Forschungslücken für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung

WWF_Afrika

Tropische Wälder werden mit alarmierender Geschwindigkeit gerodet. Dieser Raubbau wird zum Teil durch den illegalen Holzeinschlag begleitet. Da die Tropenwälder mehr als 50% der terrestrischen Biodiversität beherbergen, ist es essentiell geeignete Indikatoren für den Zustand der Ökosysteme zu entwickeln. Dies gilt nicht nur für die naturbelassenen Wälder, sondern auch für kommerziell genutzte Wälder. Entsprechend wollen wir geeignete Indikatoren testen, um den Status von unterschiedlich bewirtschafteten Wäldern zu beurteilen.

Dieses Projekt wurde gefördert durch: WWF Deutschland






Einfluss menschlicher Nutzung auf Ökosystemprozesse und mutualistische Netzwerke in einem Waldökosystem Ostpolens

DBU Polen2Anthropogene Landnutzung verändert weltweit die Zusammensetzung, Struktur und Funktion von Ökosystemen. Damit verbunden sind der Verlust von Biodiversität, die Beeinträchtigung wichtiger ökologischer Prozesse und Auswirkungen auf die Funktionen betroffener Ökosysteme. Waldökosysteme sind für den Menschen besonders bedeutsam, da sie elementar für den Erhalt von Biodiversität sind und eine Vielzahl wichtiger ökologischer Funktionen erfüllen. Dennoch sind diese Ökosysteme in ihrem Erhalt und ihrer Funktion gefährdet. Da mehr als die Hälfte aller Waldgebiete weltweit unter menschlicher Nutzung steht, ist es wichtig zu verstehen, welche Konsequenzen daraus für Biodiversität, die Interaktionen zwischen Arten und die damit zusammenhängenden Ökosystemprozesse entstehen.
Mutualistische Interaktionen zwischen Tieren und Pflanzen wie Bestäubung und Samenausbreitung sind wichtige Ökosystemprozesse. Bestäuber und Samenausbreiter nutzen die pflanzlichen Ressourcen als Nahrungsquelle und tragen über die Ausbreitung von Pollen und Samen entscheidend zu Regenerationsprozessen, genetischem Austausch zwischen Populationen und der Ausbreitung von Pflanzen bei.
Studien, welche ganze Artengemeinschaften interagierender Pflanzen und Tiere betrachten, haben in den letzten Jahren für die Untersuchung von Bestäubungs- und Samenausbreitungsprozessen an Bedeutung gewonnen. Dabei hat das Konzept der Analyse komplexer Interaktionsnetzwerke, die ganze Artengemeinschaften erfassen, zunehmend Anwendung gefunden. Die Analyse mutualistischer Netzwerke erlaubt eine Visualisierung der Interaktionen in hochgradig diversen Artengemeinschaften. Die größte Herausforderung von Netzwerkanalysen liegt dabei darin, aus der Architektur und den strukturellen Charakteristika von Bestäubungs- und Samenausbreitungssystemen Rückschlüsse auf ökologische Konsequenzen zu ziehen. Eine Untersuchung dieser Netzwerke über mehrere Jahre kann dabei Erkenntnisse über ökologische Dynamiken in den Artengemeinschaften und die Stabilität der Systeme über längere Zeiträume hinweg liefern.
In der vorliegenden Studie soll der Effekt menschlicher Nutzung auf Bestäubungs- und Samenausbreitungsprozesse in Waldökosystemen untersucht werden. Anhand von Netzwerkanalysen sollen die Prozesse entlang eines Nutzungsgradienten von ungenutztem zu forstwirtschaftlich intensiv genutztem Wald über zwei aufeinander folgende Jahre analysiert und verglichen werden. Die Untersuchung soll im Wald von Białowieża in Ostpolen - dem letzten Urwaldgebiet des europäischen Tieflandes - stattfinden. Dieses für Europa einmalige Untersuchungssystem bietet die Möglichkeit, Prozesse in menschlich genutzten Flächen mit Kontrollflächen in einem naturnahen Waldökosystem zu vergleichen.

Dieses Promotionsprojekt von Jörg Albrecht wurde finanziert von: DBU

 


Einfluss von Klimawandel und menschlichen Störungen auf Vogeldiversität, Samenausbreitung und Regeneration eines ostafrikanischen Regenwalds: Managementinstrumente und Handlungsempfehlungen

BMBF_Biota

Menschliche Störungen führen zu einem erheblichen Verlust an globaler Biodiversität, deren Folgen für Ökosystemprozesse kaum verstanden sind. Über 90% der tropischen Pflanzen sind auf Samenausbreitung durch Tiere angewiesen. Demnach könnte ein Verlust von Ausbreitern zur Störung von Samenausbreitungsprozessen und somit zu dauerhaften Veränderungen der Waldregeneration führen. In der 3. Phase von BIOTA ist das Ziel des Teilprojektes E11 unter Leitung von Prof. Böhning-Gaese (Universität Mainz):

1. unsere Studien über den Zusammenhang von menschlichem Einfluss, Artenvielfalt und Ökosystemprozessen von der lokalen über die regionale bis zur kontinentalen Ebene hochzuskalieren und zu beurteilen, ob Ficus-Diversität als Zeiger für hohe Biodiversität und „funktionierende“ Ökosystembeziehungen verwendet werden kann;

2. zu untersuchen welchen Beitrag Bestäubung und Samenausbreitung für den Genfluss bei Prunus africana leisten, um Handlungsempfehlungen für den Erhalt der genetischen   Diversität dieser Art zu entwickeln;

3. eine multidisziplinäre Analyse aller BioDiversitätsObservatorien-Daten durchzuführen, um Indikatorgruppen und sensible Prozesse für ein Langzeitmonitoring von Biodiversität und Ökosystemprozessen zu ermitteln;

4 Biodiversität, Sozioökonomie und Landnutzung in der Agrarlandschaft in Verbindung zu bringen, um Werkzeuge und Strategien für die Landnutzung in stark genutzten Gebieten zu entwickeln;

5. durch Förderung von lokalen Monitoringprogrammen, Informationsbrochüren, technischem Knowhow und Ausbildung, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit zu realisieren.

Dieses Projekt wurde finanziert von: BMBF

 

 


Zuletzt aktualisiert: 28.05.2018 · Meissner Esther, Biologie, 25707

 
 
 
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