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AG Niederlandistik

Die Niederlandistik bietet Studierenden die Möglichkeit, Kenntnisse der niederländische Sprache, Literatur, Kunst und Kultur zu erwerben bzw. bereits vorhandene Kenntnisse zu vertiefen. Dieses Studienangebot steht allen Studierenden und Gasthörern der Philipps-Universität offen. Neben den einzelnen Spracherwerbskursen Niederländisch I, II und III - die jedes Semester angeboten werden - können Sie abwechselnd Seminare zu sprach- und literaturwissenschaftlichen Themen sowie zu kulturellen Themenbereichen der niederländisch sprechenden Regionen und Länder besuchen. Eine Übersicht über alle angebotenen Lehrveranstaltungen finden Sie im Vorlesungsverzeichnis am einfachsten unter "Schapendonk" oder "Niederländisch".

Innerhalb der Bachelor- und Masterstudiengänge des Fachbereichs "Germanistik und Kunstwissenschaften" (FB 09) kann man Niederländisch als Modul (12 ECTS) wählen. In der B.A. "Sprache und Kommunikation" gibt es beispielsweise ein Grundmodul (7) und ein Aufbaumodul (8) in dem man Niederländisch als zweite oder dritte Fremdsprache wählen kann. Innerhalb des B.A. "Deutsche Sprache und Literatur" oder B.A. "Kunst, Musik, Medien" kann man Niederländisch beispielsweise als fachübergreifende Kompetenz belegen. Auch als Teil eines Masterstudiengangs, z.B. der M.A. Kunstgeschichte, ist es möglich Niederländisch als interkulturelle Kompetenz im Wahlpflichtbereich zu wählen.

Auch für Studierende anderer Fachbereiche bietet die Abteilung die Möglichkeit Niederländisch als Export- oder Profilmodul zu belegen, wie beispielsweise das externe Wahlfachmodul im Rahmen des M.A. Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft vom FB 03.

Die Niederlandistik veranstaltet im Rahmen der angebotenen Kurse Exkursionen in die Niederlande oder nach Belgien, um Studierenden die Möglichkeit zu geben, durch persönliche Erfahrungen ihre Beziehungen zu den niederländischsprachigen Gebieten zu vertiefen. Diesem Ziel dient auch das Engagement in Zusammenarbeit mit dem europäischen Erasmus-Programm. Jedes Jahr hat eine beschränkte Anzahl Studierende die Möglichkeit maximal ein Jahr an einer Hochschule in Belgien oder den Niederlanden zu studieren oder an einem Sommerkurs teilzunehmen.

Die Abteilung besteht aus folgenden Personen:

Lektorin:  

           Drs. Ans Schapendonk

Studentische Hilfskräfte:            Ge Zhang (Niederlandistik)
             Markus Gnessner (LLP/Erasmus) 


Sprechstunde: Donnerstag, 13.00 - 14.00 Uhr im WR 06A05 oder in der Niederlandistikbibliothek (Erasmus). Während der vorlesungsfreien Zeit nur nach Vereinbarung per e-Mail.

Die Lektorin der Abteilung Niederländisch ist als Erasmus-Koordinatorin des Fachbereichs 09 auch für Fragen in diesem Zusammenhang zuständig.

Projekte:

  • In der Vergangenheit hat sich die Abteilung verstärkt mit der Erforschung des Bestandes an niederländischer Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts in der UB-Marburg beschäftigt. Die Ergebnisse dieser Arbeit waren vom 4. Juni bis zum 9. August 1998 als Ausstellung "Die widerspenstigen Niederlande" in der Universitätsbibliothek zu besichtigen. Den gleichnamigen Katalog (ISBN 3-8185-0252-8) können Sie per E-Mail bestellen.
  • Als nächstes Projekt wurde in Zusammenarbeit mit Thomas Gloning und Lydia Kaiser sowie der UB Marburg eine digitale Edition (CD-Rom) von Rembert Dodoens 'Cruydeboeck' (inklusive Suchfunktionen) veröffentlicht. Das Buch erschien zusammen mit einer CD-Rom (ISBN 3-8185-0416-4) im Herbst 2005 und ist online verfügbar. " Van nuttighe en profijtelijcke cruyden". Over de arts en botanicus Rembert Dodoens (Ans Schapendonk) in: Neerlandici aan het woord: Handelingen van de Bijeenkomst van universitaire Docenten Nederlands in het Duitse taalgebied (Münster, 2007). ISBN  978-389-3-688-3100. 
  • Im Herbst 2008 beteiligte sich die Niederlandistik in europäischer Zusammenarbeit verschiedener Universitäten (Initiator Bernd Springer, Universitat Autònoma de Barcelona) an einer Veröffentlichung mit dem Titel "Religiöse Toleranz in der Literatur. Eine Idee und ihre ästhetische Gestaltung." Hierin findet sich u.a. der Artikel " Religiöse Toleranz und Perfektibilität bei Dirck Coornhert" (Ans Schapendonk). ISBN 978-3-643-90009-8.
  • Ein weiteres Projekt war die Erstellung einzelner online Module Deutsch-Niederländische Sprach- und Kulturkontraste. Das Modul "Woordenschatverwerving voor gevorderden" wird 2010 erweitert mit neuen Übungen.
  • Aktuell beschäftigen wir uns mit niederländischer Reiseliteratur aus der Frühen Neuzeit. Diverse Werke sind in diesem Zusammenhang von der UB Marburg digitalisiert worden. Dieses fortlaufende Projekt, angefangen mit dem Workshop Stadt, Land, Fluß. Landes-, Orts- und Reisebeschreibungen aus historischer und geographischer Perspektive, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Historisch-Geographischen Netzwerk in Marburg (Initiator Johannes Hofmeister). Im Frühjahr 2010 erschien der gleichnamigen Band, der u.a. den Artikel " Die niederländische Sicht auf die Welt im Goldenen Zeitalter - Niederländische Reiseliteratur der Frühen Neuzeit" (Ans Schapendonk) enthält. ISBN 978-3-839-16213-2.
  • Nach der Inventarisierung des frühneuzeitlichen niederländischen Bücherbestand ("Die widerspenstigen Niederlande") und die Realisierung mehrerer interdisziplinärer Folgeprojekte freuen wir uns darüber, dass die Universitätsbibliothek Marburg eine eigene Homepage " Niederlandistika" eingerichtet hat. Diese Website zeigt die Digitalisate des Katalogs, der behandelten historischen Werke und der dazugehörenden Artikel.  
  • Seit April 2011 beschäftigt sich die Abteilung mit einem höchst brisanten Projekt, das die Phonologie, die historische Literaturwissenschaft und die vergleichende Kulturwissenschaft in sich vereinigt. Methodisch wird aber nach der linguistischen Paläontologie vorgegangen, eine Wissenschaft, die der Indogermanische "beschavingstoestand" rekonstruiert mit Hilfe der Linguistik. Erstaunlicherweise findet man durch diese Anwendung viele Wörter, die der altniederländischen (!) Sprache angehören. Die Befunden stellen heraus, dass diese Sprache nicht nur entlang den Küstengebieten von Frankreich bis zu den Baltischen Ländern gesprochen wurde, sondern sogar sehr weit darüber hinaus ihre Spuren hinterlassen hat. So lässt sich zurück verfolgen, dass beispielsweise die Wielbarkkultur bereits aus dem niederländischsprachigen Raum stammt und sich - nachweisbar - weiter nach Osten verbreitet hat. Die neue Interpretation des 'Annolied', von dem Belgier Bonaventura Vulcanius im 16. Jahrhundert ins (!) Lateinischen übersetzt, zeigt die Geschichte der 'diutschi', der Niederländer und Belgier - the Dutch! - aus einer völlig neuen Perspektive. Und nicht nur das, geprägt von uralten Traditionen ist der Einfluss von Belgiern und Niederländern in einer bis jetzt ungeahnten Weise zurückzuverfolgen, nicht nur auf dem Gebiet der Architektur, Malerei und Literatur, sondern auch in der Technik, Rechtsprache, Heil- und Naturkunde, Weltanschauung und nicht zuletzt in der Wissenschaft, die uns jetzt den Weg zeigt, wie sich Lücken - oder falsch dargestellten Meinungen - in der Geschichte endlich aufklären lassen.            

Zuletzt aktualisiert: 22.12.2011 · schapend

 
 
 
Fb. 09 - Germanistik und Kunstwissenschaften

Institut für Germanistische Sprachwissenschaft, Wilhelm-Röpke-Str. 6a, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-24692, Fax 06421/28-24558, E-Mail: german@staff.uni-marburg.de

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