Schwerpunkte von Forschung am Fachbereich Chemie
Das Forschungsprogramm der Marburger Chemie beinhaltet Kompetenzen aus den folgenden Arbeitsgebieten: Anorganische Chemie, Organische Chemie, Physikalische Chemie, Makromolekulare Chemie, Biochemie, Analytische Chemie und Theoretische Chemie. Ein besonderes Kennzeichen der Marburger Chemie ist die fächerübergreifende Zusammenarbeit der Arbeitsgruppen. Eine Institutsstruktur existiert nicht. Die wesentlichen Großgeräte (NMR, Massenspektrometrie, Strukturanalyse) werden zentral betrieben und stehen allen Mitgliedern des Fachbereichs offen.
Wissenschaftliche Schwerpunkte bestehen derzeit in folgenden Themenfeldern :
Biologische Funktion von Organometallverbindungen
DFG-Forschergruppe 630
Beginn 2006Homepage Sprecher: Prof. Dr. Nils
Metzler-Nolte (Universität Bochum)
Beteiligung Fb Chemie: Prof. Dr.
Eric Meggers (Uni Marburg)
Bildung und Stabilität von ß-Faltblättern
DFG-Forschergruppe 475
2002 - 2008Homepage Sprecher: Prof. Dr. Robert
Seckler (Universität Potsdam)
Beteiligung Fb Chemie: Prof. Dr.
Ulrich Koert (Uni Marburg)
Wissenschaftliches Zentrum für
Materialwissenschaften
Geschäftsführender Direktor: Prof. Dr. Bernd Harbrecht
Der Forschungsschwerpunkt Materialwissenschaften ist in den
Fachbereichen Chemie, Geowissenschaften und Physik beheimatet und ist
dort in Forschung und Lehre stark vertreten. Seit der Gründung des
Wissenschaftlichen Zentrums für Materialwissenschaften (WZMW) 1989
haben sich weit gefächerte Aktivitäten sowohl im Bereich der
Grundlagenforschung als auch der anwendungsorientierten Forschung auf
diesen Gebieten entwickelt.
Wissenschaftliches Zentrum für
Materialwissenschaften
Forschungszentrum
Optodynamik
In dem 2001 eingerichteten Forschungszentrum Optodynamik (Sprecher:
Prof. Koch, Physik) werden Wechselwirkungen zwischen Licht und Materie
in anorganischen und organischen sowie in biologischen Systemen
untersucht. Die Forschung erfolgt in interdisziplinärer Zusammenarbeit
und zielt auf ein vereinheitlichtes Verständnis der durch optische
Anregung in kondensierter Materie ausgelösten fundamentalen
Wechselwirkungs- und Transportprozesse ab. In diesem Forschungszentrum
kooperieren derzeit 15 Arbeitsgruppen aus den Fachbereichen Biologie,
Chemie und Physik. Vom Fachbereich Chemie sind Polymerchemiker
undPhysikochemiker beteiligt.
Forschungszentrum Optodynamik
DFG SPP 1165 "Nanodrähte und Nanoröhren"
Bei hinreichend kleinen Abmessungen besitzen Festkörperstrukturen
verglichen mit makroskopisch ausgedehnten Systemen signifikant
veränderte mechanische, optische, elektrische und magnetische
Eigenschaften. Die DFG fördert die Untersuchung derartiger
nanoskaliger Systeme und ihrer Eigenschaften im Schwerpunktprogramm
unter dem Thema "Nanodrähte und Nanoröhren". Drei der 29 Projekte
werden von Marburger
Wissenschaftlern geleitet (Prof. Greiner, Prof. Wendorff, Priv.-Doz.
Dr. Klar, Physik).
http://www.nanowire-research.de/
DFG SPP 1172 "Organokatalyse"
Das Schwerpunktprogramm "Organokatalyse" ist der Untersuchung
katalytisch gesteuerter chemischer Reaktionen mittels metallfreier
kleiner organischer Moleküle gewidmet. Ziel des Programms, an dem etwa
30 Arbeitsgruppen beteiligt sind, ist die Entwicklung neuer
organokatalysierter Prozesse, deren mechanistische Aufklärung, sowie
die Anwendung organokatalytischer Methoden in der Synthese. Dieses
Programm gestalten aus Marburg die Professoren Glorius und Greiner
mit.
DFG-Schwerpunktprogramm SPP1179
DFG SPP 1152 "Evolution metabolischer
Diversität"
In diesem Schwerpunktprogramm fördert die DFG 26 Forschungsprojekte,
die sich mit der Entwicklung der Diversität von sekundären Metaboliten
befassen. Erforscht werden der evolutionäre Ursprung der
biosynthetischen Enzyme/ Gene und die regulativen Elemente des
sekundären Metabolismus. Geklärt werden soll, wie im Zuge der Evolution
die katalytischen und regulativen Eigenschaften modifiziert und die
Funktionalität optimiert wurden. In Marburg werden im Rahmen dieses
Programms die modulare Organisation von multifunktionellen
Peptidsynthetasen und ihre Reprogrammierung untersucht (Prof.
Marahiel).
DFG SPP 1152 "Evolution metabolischer Diversität"
DFG SPP 1118 "Sekundäre Wechselwirkungen als
Steuerungsprinzip zur gerichteten Funktionalisierung reaktionsträger
Substrate"
Das Schwerpunktprogramm bündelt Initiativen des Sekundäreffekt
orientierten Katalysatordesigns mit dem Ziel der gerichteten
Funktionalisierung reaktionsträger Substrate. Durch Ausnutzung
sekundärer Wechselwirkungen in Molekülsystemen werden molekulare
Architekturen auf wünschenswerte Funktionen hin programmiert. Das
Programm gestalten 29 Arbeitsgruppen; aus Marburg ist Prof. Sundermeyer
(Anorganische Chemie) beteiligt.
http://www.uni-muenster.de/Chemie.ac/hahn/schwerprogramm/welcome.html
DFG SPP 1166 "Lanthanoidspezifische Funktionaliät in Molekül
und Material"
In dem Schwerpunktprogramm wird das Zukunftspotenzial dieser
Elementgruppe erforscht. Damit sollen die Grundlagen für innovative
Materialien mit technischen, katalytisch-chemischen oder medizinischen
Anwendungen geschaffen werden. Das wissenschaftliche Programm umfasst
drei Teilbereiche, in denen unter anderem die Entwicklung neuer
multifunktioneller Katalysatoren für die Transformation organischer
Moleküle oder neue optische Hochleistungs- und
Magnetwiderstandsmaterialien untersucht werden. In Marburg werden im
Rahmen dieses Programms "Neue Constrained-Geometry Ligandkonzepte und
ihre Anwendung in der Katalyse" untersucht (Prof. Sundermeyer).
http://www.ac2.uni-bayreuth.de/dfg
DFG SPP 1191 "Ionic Liquids"
Dieser DFG Forschungsschwerpunkt widmet sich der Verbesserung unseres
Verständnisses der einzigartigen strukturellen, reaktiven und
physikalisch-chemischen Eigenschaften Ionischer Flüssigkeiten,
Salzschmelzen mit einem Schmelzpunkt geringer als 100°C. Ionic Liquids
haben zunehmende technische Bedeutung als nichtflüchtige Lösemittel für
chemische Prozesse. Sie dienen z.B. in der Mehrphasenkatalyse zur
Immobilisierung von Katalysatoren, als Elektrolyte für
Energiespeichersysteme von morgen oder als Prozessmedium zur
Beeinflussung Wasserstoffbrücken-bildender Reaktanden (Enzyme,
Azeotrope, Prozessgase, nachwachsende Rohstoffe etc.). Die Marburger
Arbeitsgruppe Sundermeyer befasst sich im Rahmen des SPP 1191 mit dem
Design "Katalytischer Ionischer Flüssigkeiten" für
Oxidationsreaktionen, die ein in der Aktivierung von molekularem
Sauerstoff funktionsspezifisches Komplex-Anion oder -Kation und
besitzen. Neu entwickelte, hochgradig hydrophobe Gegenionen sollen die
Inhibierung der katalytisch aktiven elektrophilen Spezies durch das
unvermeidbare Nebenprodukt Wasser verhindern.
http://www.dfg-spp1191.de
Weitere Möglichkeiten der interdisziplinären
Forschung und überregionalen Zusammenarbeit bieten sich den
Studierenden über die Beteiligung von Arbeitsgruppen des Fachbereichs
Chemie an nationalen und europäischen Forschungsverbünden. Derzeit
laufende Projekte sind nachfolgend aufgeführt.
BMBF-Forschungsverbünde, -Projekte
Proteomweite Analyse membrangebundener Proteine (Koordinator: Prof.
Essen)
Multifunktionale optische Sicherungselemente auf der Basis von
Bakteriorhodopsin (Prof. Hampp)
Erforschung der kondensierten Materie mit Großgeräten: Betrieb und
Vervollständigung eines thermischen
Neutronen-Brillouin-Streu-Spektrometers: Anwendung auf ungeordnete
kondensierte Materie (Dr.
Pilgrim)
Intraokularlinsen mit optisch getriggerter Wirkstofffreisetzung und
optisch adaptierbarer Brechkraft (Prof.
Hampp)(Prof. Greiner)
BMBF-Verbundprojekt „Entwicklung neuer
mikro- und nanostrukturierter Keramiken im Werkstoffverbund mit
Aluminium“
Bewilligt im März 2006 durch das BMBF. Kooperationspartner: Fa. Seidel,
Marburg, Universität Gießen, Prof. Fröba, Universität Marburg, Prof.
Greiner, Prof. Wendorff. Ziel der Entwicklungsarbeiten der beiden
Marburger Arbeitsgruppen ist es, die angestrebten Eigenschaften des
Verbunds Aluminium/Aluminiumoxid über eine Funktionalisierung der
Oberflächen mit Polymersystemen kontrolliert zu modifizieren bzw.
einzustellen.(Prof. Greiner)(Prof. Wendorff)
BLE-Verbundprojekt zur Innovationsförderung
„Nanofasern als neuartige Träger für flüchtige Signalstoffe zur
biotechnischen Regulierung von Schadinsekten im integrierten und
ökologischen Landbau“
Bewilligt im Oktober 2007 von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und
Ernährung. Das Projekt läuft innerhalb des Programms zur Förderung der
Agrarwirtschaft mit dem Ziel, die Lücke zwischen Grundlagen und
Anwendungen zu schließen. Gegenstand des Marburger Verbundteiles ist
die Präparation und Charakterisierung umweltkompatibler
wirkstoffbeladener Nanofasern für Wirkstofffreisetzungen im
landwirtschaftlichen Bereich. Dabei sollen die Möglichkeit und die
notwendigen Voraussetzungen für eine praktische Umsetzung aufgezeigt
werden. Kooperationspartner sind Universität Gießen, Universität
Marburg (Prof. Greiner, Prof. Wendorff), Julius Kühn-Institut,
Trifolio-M GmbH, Schmotzer Agrartechnik GmbH. (Prof. Greiner)(Prof. Wendorff)
BMBF-Verbundprojekt: Erforschung von
Verfahren und Polymeren zu Herstellung von Nanofasern und deren textile
Nutzung im Bereich der Reinigungsuntensilien (Nanofatex) –
Teilvorhaben: Präparation und chemische Modifizierung von
Polymernanofaservliesen durch Elektrospinnen“
Bewilligt im Juli 2008 durch das BMBF. Gegenstand des Marburger
Teilvorhabens ist die Untersuchung von Verfahren und Polymeren zur
Herstellung von Nanofasern für Polymernanofaservliesen durch
Elektrospinnen für die textile Nutzung im Bereich von
Reinigungsutensilien. Kooperationspartner sind Universität Marburg
(Priv.-Doz. Dr. Agarwal, Prof. Greiner), ITV Denkendorf, BASF AG,
Freudenberg Forschungsdienste, Polman GmbH.(Prof. Greiner)(Dr.
Agarwal)
EU-Programme
Strukturproteomik integraler Membranproteine (Prof.
Essen)
Combinatorial biosynthesis of industrial glycopetides: technology,
optimization and production (Prof.
Marahiel)
Bacterial stress management relevant to infectious disease and
biopharmaceuticals (Prof. Marahiel)
VW-Projekte
Conformational adaptions in response and during repair of strongly double helix disturbing DNA lesions (Prof. Essen)
Functional composite nanofibres (Prof. Greiner, Prof. Wendorff)
Konformationelle Kontrolle biomolekularer Funktion (Prof. Essen, Prof.
Koert, Dr. Mootz)
Learning from diatoms: new synthetic concepts for the formation of highly ordered silica structures at ambient conditions (Prof.Geyer, Prof.Steinem and Prof.Sumper, Regensburg)
Leibniz-Preisträger des Fachbereich Chemie
2004 Prof. Dr. Thomas Carell (seit 1/2004 LMU München), Organische Chemie1997 Prof. Dr. Paul Knochel (seit 1999 LMU München), Metallorganische Chemie
1989 Prof. Dr. Manfred T. Reetz (seit 1991 MPI Mühlheim), Organische Chemie
Beendete SFBs und Forschergruppen
Polymere Nanocarrier zur pulmonalen Verabreichung von Wirkstoffen (Nanohale)
DFG-Forschergruppe 627 2006 -2009 Homepage Sprecher: Prof. Dr. Thomas Kissel
Synthese funktionaler chemisch-biologischer Hybridverbindungen
DFG-Forschergruppe 495 2000 - 2009 Homepage Sprecher: Prof. Dr. Mohamed Marahiel
Oligosaccharid- und DNA-Chips - Analyse sekundärer Genprodukte
DFG-Forschergruppe 434 2001 - 2007 Homepage Sprecher: Prof. Dr. Andreas Marx (Universität Konstanz) Beteiligung: Prof. Dr. Armin Geyer (Uni Marburg)
Metallorganische Verbindungen als selektive Reagenzien in der
organischen Chemie SFB 260
1987 - 1998 Beteiligte Fachrichtungen: Organische
Chemie, Anorganische Chemie, Polymeren-Chemie
Sprecher: Prof. Dr. Reinhard W. Hoffmann

