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04.04.2013

DFG-Schwerpunkt-Programm bewilligt - Prof. Dr. Gerhard Schratt erfolgreich.

Am 14.3. wurde ein von Prof. Dr. Gerhard Schratt koordiniertes DFG-SPP bewilligt.

Eines von 13 neuen Schwerpunkt-Programmen der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird von dem Marburger Biochemiker Professor Gerhard Schratt koordiniert.

Die Rolle von nicht-kodierenden RNAs in der Entwicklung, Plastizität und bei Erkrankungen des Nervensystems“: So lautet das Themadesneuen Schwerpunkt-Programms, das als hochaktuelles Forschungsthema in den Neurowissenschaften gilt.

Prof. Dr. Gerhard Schratt
Prof. Dr. Gerhard Schratt
Institut für Physiologische Chemie
Professor Gerhard Schratt erläutert im Gespräch, was sich dahinter verbirgt: „Die Forschung weiß seit einiger Zeit, dass nur ein sehr kleiner Teil der Molekülklasse der Ribonukleinsäuren aus den genetischen Informationen Proteine bildet. Rund 98 Prozent dieser RNA üben nicht diese Funktion aus und sind nicht kodierend“. Dennoch haben sie aber durchaus wichtige Funktionen innerhalb der Zelle. Wie genau funktionieren aber diese Moleküle? Welche Aufgaben haben sie? Welche regulierende Rolle spielen sie bei zahlreichen Zellfunktionen? Und welche Rolle spielen sie bei der Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems? Das sind einige der Fragen, die in dem neuen Forschungsprogramm in den kommenden sechs Jahren geklärt werden sollen. Dabei sollen auch die Möglichkeiten neuer Technologien wie bildgebender Verfahren genutzt werden. In dem neuen Schwerpunktprogramm sollen Biochemiker, Bio-Informatiker, sowie klinische Forscher und Spezialisten für Biomarker zusammenarbeiten. Ziel des mit zwischen 10 und 12 Millionen Euro geförderten Programms ist es, ausgehend von dem Oberthema weitere Themen des neuen Forschungsfeldes aufzuspüren. Wer diese Themen, die von Schratt vorgegeben werden, dann jeweils bearbeitet, darüber entscheiden aufgrund der Vorgaben der DFG externe Gutachter. In Marburg soll für das neue Schwerpunktprogramm ein Sekretariat und eine Homepage eingerichtet werden, um es zu koordinieren. Dass Schratt als Koordinator ausgewählt wurde, macht deutlich, dass er als international anerkannter Experte auf diesem Forschungsgebiet gilt. Die 13 neuen Schwerpunkt-Programme wurden aus insgesamt 61 eingereichten Konzepten ausgewählt. Eine wichtige Rolle könnten die nicht kodierenden RNAs bei Demenz oder anderen Gedächtnis-Erkrankungen spielen. Es gibt Hinweise darauf, dass sie bei Erkrankungen verändert sind, erläutert Schratt. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten des Marburger Biochemikers und seines Teams steht eine bereits relativ gut erforschte Untergruppe dieser RNAs : eine kürzlich entdeckte Molekülklasse kleiner regulatorischer Ribonukleinsäuren, so genannte mikroRNAs. Es sind winzige Erbgutschnipsel, die als molekulare Bremsen wirken und die Bildung wichtiger Proteine unterdrücken. „Sie finden sich in allen Zelltypen. Ihnen wird eine entscheidende Bedeutung bei der Entstehung einer Vielzahl von Erkrankungen wie beispielsweise Krebs zugewiesen, berichtet Schratt. Befunde aus Arbeiten Schratts und seines Teams legen nahe, dass diese miRNAs einen wichtigen Beitrag für Lern-und Gedächtnisvorgänge leisten könnten, und dass Defekte im miRNA-System zu neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen führen könnten. Ziel der Marburger Forscher ist es, die molekularen Mechanismen der miRNA“-Funktion in Nervenzellen aufzuklären und ihre Funktion für Lernen, Gedächtnis und neurologische Erkrankungen nachzuweisen. „Dies könnte letztendlich zur Entwicklung neuartiger, Therapieansätze führen, hofft Schratt. „In der Krebsforschung ist man schon etwas weiter“, berichtet Schratt. Dort gebe es bereits erste Studien an „nicht kodierenden RNAs.

Kontakt

Prof. Dr. Gerhard Schratt
Direktor
Institut für Physiologische Chemie
Philipps-Universität Marburg
Karl-von-Frisch Str. 1
35032 Marburg

Tel.: 06421 28-65021

Zuletzt aktualisiert: 04.04.2013 · Gerd Rinke

 
 
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Tel. 06421 58-66201, Fax 06421 58-61548, E-Mail: dekanat.medizin@staff.uni-marburg.de

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