Herzlich Willkommen
... auf den Seiten des Zentrums für Konfliktforschung. Das Zentrum
ist eine zentrale Einrichtung der Philipps-Universität Marburg zur
interdisziplinären Zusammenarbeit und Fragen der Friedens- und
Konfliktforschung.
Es wurde im Februar 2001 gegründet und bündelt verschiedene Lehr- und
Forschungsaktivitäten, die sich auf zentrale gesellschaftliche und
internationale Konfliktlagen konzentrieren.
Wissenschaft und Forschung
- Erfolgreiche Sommerakademie zum Thema Konflikttransformation in Zentralasien, Studierende und Promovierende des Zentrums für Konfliktforschung tagen in Kasachstan
Eine erfolgreiche Bewerbung beim Deutschen Akademischen Austauschdient (DAAD) ermöglichte dem Zentrum für Konfliktforschung der Philipps Universität Marburg die Organisation der Sommerakademie, die vom 13.-18. Juni 2010 in Astana, der Hauptstadt Kasachstans, stattfand. Doktoranden und fortgeschrittene Studierende aus Zentralasien und Deutschland diskutierten im Rahmen der Veranstaltung regionale Sicherheitsherausforderungen und Ansätze der Konfliktbearbeitung.
Die Sommerakademie fand vor dem Hintergrund des kasachischen Vorsitzes der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) statt. Die Veranstaltung kombinierte die Vorstellung von Forschungsergebnissen durch die Doktoranden und Studierenden mit Vorträgen von Vertretern der OSZE und kasachischen Regierung sowie Wissenschaftlern des Zentrums für Konfliktforschung. Dies ermöglichte die Verbindung praxisnaher Sichtweisen auf regionale Sicherheitsherausforderungen mit Theorien- und Methoden der Friedens- und Konfliktforschung.
Die behandelten Themen umfassten sowohl traditionelle Sicherheitsfragen wie Grenzkonflikte, Terrorismus und organisierte Kriminalität als auch neuere Themen wie Migration, Korruption und ökonomische Probleme. Damit konnte die Sommerschule Themen ansprechen, zu denen es keine strukturierten Austauschmöglichkeiten durch Studiengänge oder Promotionsprogramme in der Region gibt.
Die Mischung aus Vorträgen, Gruppenarbeiten, Szenarienentwicklung, Besuche bei Nichtregierungsorganisationen und Exkursionen zu Gedenkstätten und anderen symbolträchtigen Orten in Astana führte zu spannenden Diskussionen zwischen den Teilnehmern. Der Projektleiter, Prof. Dr. Thorsten Bonacker, zeigte sich von der Offenheit der Teilnehmer und dem Veranstaltungsort Astana beeindruckt: „Der Austausch von Wissen und unterschiedlichen Perspektiven findet auf einem hohen Niveau und in sehr offenen Atmosphäre statt. Es ist sehr spannend zu erleben, wie in dieser dynamischen, aber auch konfliktträchtigen Region, eine neue Generation von Nachwuchsforschern heranwächst, die sich mit den zentralen Themen der Friedens- und Konfliktforschung beschäftigen möchten.“
Während der Sommerakademie in Astana kam es zu ethno-politischer Gewalt im benachbarten Kirgistan, wo Zusammenstöße zwischen Kirgisen und Usbeken hunderte Todesopfer forderten. Dazu Bonacker: „Niemand hat mit einer solchen Gewalteskalation innerhalb weniger Tage gerechnet. Die Geschehnisse in Kirgistan zeigen, dass es sich bei den im Rahmen der Akademie behandelten Fragen nicht um abstrakt-theoretische Fragen handelt. Umso wichtiger ist die Beschäftigung mit Möglichkeiten der Konfliktanalyse und Konfliktbearbeitung. Die Tatsache, dass Studierende aus beiden Gruppen an der Akademie teilgenommen haben, macht deutlich, dass es vor allem politische Eliten sind, die solche Gewalt provozieren und dass der wissenschaftliche Austausch dazu beitragen kann, Brücken zu bauen.“
Die Sommerakademie wurde in Zusammenarbeit mit der Kasachisch Geisteswissenschaftlich-Juristischen Universität (KAZGYU), der Deutschen Botschaft, der Friedrich-Ebert- Stiftung und der DAAD-Lektorin vor Ort organisiert, die die Akademie mit finanziellen und personellen Ressourcen unterstützen. Das Zentrum für Konfliktforschung ist eine fachbereichsübergreifende Einrichtung der Philipps-Universität Marburg. Es wurde im Februar 2001 gegründet und bündelt verschiedene Lehr- und Forschungsaktivitäten, die sich auf zentrale gesellschaftliche und internationale Konfliktlagen konzentrieren.
- Aktuell ist in unserer Reihe CSS WORKING PAPERS die Ausgabe Nr. 11 erschienen, "Reconciliation in the Transformation of Conflict. An Analysis of the South African Experience and Implications for its Application in International Conflict Resolution from a Peace Theoretical Perspective" von Nicole A. Hoffmann. Zum Download geht es hier.
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Start der Hessischen Internationalen Sommeruniversitäten (ISU) mit dem Thema "Naher und Mittlerer Osten – Eine europäische Sicht".
Der Nahe und Mittlere Osten liegt in der direkten Peripherie der Europäischen Union. Über die regionale Nähe hinaus verbinden die beiden thematischen Schwerpunkte der Sommeruniversität eine lange gemeinsame Geschichte und eine nicht konfliktfreie Gegenwart, politische wie ökonomische Interessen und gegenseitige Abhängigkeiten eingeschlossen.
Die Sommeruniversität 2010 wird sich vom 27. Juli bis zum 20. August dem Thema aus politikwissenschaftlicher, soziologischer, historischer und kultur- wie regionalwissenschaftlicher Perspektive nähern. Sie wird somit von den Kompetenzen und den Synergien zweier wissenschaftlicher Zentren an der Philipps-Universität profitieren, des Zentrums für Konfliktforschung und des Centrums für Nah- und Mittelost-Studien, denen die wissenschaftlichen Leiter der ISU angehören, PD Dr. Johannes M. Becker und Prof. Dr. Rachid Ouaissa. An der Veranstaltung nehmen diese Jahr 48 Studierende aus aller Welt teil. Informationen zur Eröffnung finden Sie im Pressebericht der Philipps-Universität Marburg, folgen Sie dazu diesem Link.
- In dem DFG-Projekt "Die Institutionalisierung von
Deutungsmacht durch internationale Administrationen in
Postkonfliktgesellschaften. Eine Analyse der Transitional Authority im
Kosovo und in Kambodscha" (Leitung Prof. Dr. Thorsten
Bonacker, U Marburg, und Prof. Dr. André Brodocz, U Erfurt) ist derzeit
eine Stelle ausgeschrieben, weitere Informationen finden Sie hier!
- Am 17.06.2010 um 16 Uhr, fand ein Gastvortrag von Frau Prof. Dr. Anja Mihr, zum Thema "Transitional Justice, Aufarbeitung und Demokratiesierung in Europa" im Seminarraum der Ketzerbach 11 statt! Frau Dr. Mihr forscht und lehrt am Netherlands Institute of Human Rights (SIM) der Utrecht University. Veranstalter des Gastvortrags ist das strukturierte Promotionsprogramm"Transitional Justice nach massiver Gewalt", nähere Informationen finden sie hier. Der Vortrag beginnt um 16 Uhr und alle Interessierten sind herzlich eingeladen daran teilzunehmen!
- Das Afrika-Netzwerk der Philipps-Universität traf sich
wieder.
Das Netzwerk richtet sich an alle Interessierte der Universität, die sich über den Kontinent Afrika austauschen möchten. Es wird vom Zentrum für Konfliktforschung unterstützt. Ziel ist es einen Rahmen zur informellen Diskussion von Feldforschung, theoretischen Perspektiven, Praktika, Reisen, Kooperationsvorhaben sowie (Abschluss)arbeiten zu bieten. Die Treffen finden 14-tägig in einem lockeren Atmosphäre statt. Am Donnerstag, den 28. Mai um 18 Uhr hat sich das Afrika-Netzwerk zum ersten Mal getroffen. Kontakt: Klaas Kunst, kunst@staff.uni-marburg.de
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DFG fördert Projekt zu Internationalen Administrationen in Nachkriegsgesellschaften
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert für die Dauer von drei Jahren ein am Zentrum für Konfliktforschung angsiedeltes Forschungsprojekt zur Institutionalisierung von Deutungsmacht durch internationale Administrationen in Postkonfliktgesellschaften. Unter der Leitung von Prof. Dr. Thorsten Bonacker und Prof. Dr. André Brodocz (Universität Erfurt) wird in dem Projekt untersucht, inwieweit es UN-geführten Administrationen gelingt,in Nachkriegsgesellschaften als legitime Regierung anerkannt zu werden. Insbesondere soll dabei an Fallstudien zu den UN-Verwaltungen in Kambodscha und im Kosovo die Transformation politischer Autorität auf nationale und lokale Institutionen analysiert werden, die notwendig ist, um nicht den Eindruck von Fremdherrschaft entstehen zu lassen und um einen stabilen Frieden zu gewährleisten. Durch eine Längsschnittanalyse des institutionellen Transitionsprozesses, der bis in die Gegenwart reicht, soll das Vorhaben einen theoretischen und für die Praxis der Konfliktregelung wichtigen Beitrag zur Erforschung der Erfolgsbedingungen internationaler Administrationen in Nachkriegsgesellschaften liefern. Für weitere Informationen steht Prof. Dr. Thorsten Bonacker jederzeit zur Verfügung: thorsten.bonacker@staff.uni-marburg.de.
- Neu erschienen: Interventionskultur. Zur Soziologie von Interventionsgesellschaften, hrsg. von Thorsten Bonacker, Michael Daxner, Jan Free und Christoph Zürcher. Weitere Informationen finden Sie hier.
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Neu erschienen: "Bestellt und nicht abgeholt: Soziale Ungleichheit und Habitus-Struktur-Konflikte im Studium" von Lars Schmitt. In diesem Buch wird eine Konflikttheorie (Habitus-Struktur-Konflikte) entwickelt, die versucht, soziale Ungleichheit und Konflikt zusammen zu denken. Diese Theorie wird mit einer Empirie des Studierens (Studienberatungsgespräche, Wochenberichte von Studierenden und Interviews) konfrontiert. Auf diese Weise wird deutlich, wie soziale Ungleichheit im Studium erlebt und auf welch subtile Weisen Ungleichheitskonflikte ausgetragen werden. Das Buch ist beim VS-Verlag 2010 erschienen. Weitere Informationen finden Sie hier.
- Weiteres siehe "Aktuelles"


