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Geschichte


Kunstgebäude
Kunst am Bau: Auch der Bauzaun vor dem Eingang des Kunstmuseums Marburg muss sich nicht verstecken (Markus Farnung / Philipps-Universität Marburg).

Das Kunstgebäude der Philipps-Universität wurde im Sommer 1927 anlässlich des 400. Jubiläums der Philipps-Universität eingeweiht. In dem sogenannten "Jubiläums-Bau" waren alle kunstwissenschaftlichen Institute und Seminare der Universität epochen- und spartenübergreifend unter einem Dach versammelt. Es war die Vision des Marburger Kunstgeschichtsprofessors Richard Hamann gewesen, ein Kunstinstitut mit praxisorientierter, interdisziplinärer und öffentlichkeitswirksamer Ausrichtung zu etablieren. Seine Idee eines zentral gelegenen Kulturzentrums für die Marburger Bürger wurde von weiten Kreisen mitgetragen: Trotz der herrschenden wirtschaftlichen Not wurden die Baukosten von rund 1,3 Millionen Reichsmark allein durch Spenden aufgebracht.

Nach 86 Jahren Nutzung bedurfte das denkmalgeschützte Gebäude dringend einer Sanierung. Ende 2011 wurde das Museum für die Dauer der Sanierungsarbeiten geschlossen. Die vom Land Hessen finanzierte Außensanierung wurde 2014 abgeschlossen. Inzwischen ist auch die Innensanierung des Museums nahezu abgeschlossen. Die dafür veranschlagten Kosten von rund 3,5 Millionen Euro werden  von der Philipps-Universität als Trägerin des Museums gestemmt. 1,25 Millionen Euro sollen durch Spenden eingeworben werden. Seit Beginn der Spendenkampagne 2013 sind rund 1,05 Millionen Euro an Spendengeldern eingegangen.

Das Kunstgebäude beherbergt neben dem Kunst-Museum Marburg auch die Institute der Kunstgeschichte, der Vor- und Frühgeschichte, der Klassischen und der Christlichen Archäologie sowie das Musikwissenschaftliche Institut mit eigenem Konzertsaal und das Bildarchiv Foto Marburg.

 



Architektur


Ernst-von-Hülsen-Haus

Das Grundstück wird im Westen von der Biegenstraße, im Süden von der Wolffstraße und im Osten von der Uferstraße begrenzt. Auf einem beinah quadratischen Grundriss von 59 m x 55 m erhebt sich ein viergeschossiger Mauerwerksbau. Die vierflüglige Anlage fasst einen großen, tieferliegenden Innenhof, dessen Zentrum ein historischer Ziegelbrunnen bildet. Während in dem zur Biegenstraße hin orientierten Hauptflügel das Museum untergebracht ist, befinden sich die Institute mit ihren Bibliotheken und Seminarräumen in den übrigen Gebäudetrakten. Der Haupteingang liegt im Westen, an der Biegenstraße; hier gelangen die Besucher über eine Freitreppe ins Foyer des Museums.

Der Baustil des denkmalgeschützten Gebäudes vereint Elemente des Neoklassizismus, des Art Déco und des Expressionismus. Der strengen Fassadengliederung hat der Architekt Hubert Lütcke Elemente des expressionistischen Zackenstils gegenübergestellt. Diese finden sich in den Gittern vor Fenstern und Türen, aber auch in Türgriffen, Lampen und Verkleidungen. Die Fassade besteht aus einem Sandsteinsockel und Putzflächen, teilweise mit Verzierungen aus Sandsteinelementen. Der Innenhof hebt sich von den äußeren Fassaden ab: Die Fenster werden von Ziegelbändern gerahmt, helle Meißener Kacheln, von schmalen Terrakottabändern gefasst, bekleiden die Sockel. Am Hofbrunnen findet sich der allgegenwärtige Zackenstil wieder - als ein Element des Backsteinexpressionismus aus Zieglen geschaffen.

Generell wurden beim Bau des Hauses regionale Baustoffe verwendet: Alle Sockel, Simse, Rahmungen und Ornamente sind aus heimischem Rotsandstein gefertigt. Die Walmdächer sind regionaltypisch mit Schiefer eingedeckt. Die zur Wolff- und zur Biegenstraße weisenden Fassaden haben als Besonderheit 15 Fenster, die von steinernen Wahrzeichen der Städte Hessen-Nassaus gekrönt werden.

 

Sanierung und Umbau


InnenraumIm Rahmen der Außensanierung wurden das Dach und die Fassade denkmalgerecht saniert, der Brandschutz des Gebäudes wurde verbessert, die Entwässerung instandgesetzt. Durch die Modernisierung und Klimatisierung der Lagerräume im Untergeschoss können die wertvollen Kunstsammlungen des Museums adäquat und sicher gelagert werden. Die Kosten für die vom Land Hessen finanzierte Außensanierung werden mit rund 5 Millionen Euro beziffert.

 

Für die  Innensanierung des Museums werden voraussichtlich Baukosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro entstehen. Ziel ist es, die wertvolle Kunstsammlung künftig in ansprechenden und klimatisch geeigneten Ausstellungsräumen zu präsentieren und diese durch sinnvolle Rundgänge zu verbinden. Außerdem sollen das Gebäude und die Ausstellungsräume endlich barrierrefrei zugänglich sein. Ein großer Saal, der bislang die Abguss-Sammlung der Universität beherbergte, wird künftig eine Drehscheibe für den Rundgang im ersten Obergeschoss sein.

Die technische Sanierung umfasst den Einbau eines Aufzugs und von Rampen, ein neues Beleuchtungssystem, eine energieeffiziente Heizung, neue sanitäre Anlagen und die denkmalgerechte Sanierung aller Oberflächen. Als Novum soll es künftig Räume für eine Kreativwerkstatt und einen Projektbereich geben. Hier werden unter anderem Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, sich selbst künstlerisch zu versuchen.

Die Projektleitung liegt beim Dezernat Gebäudemanagement und Technik der Philipps-Universität.

Informationen zur Spendenkampagne Kunst braucht Raum

Projektsteckbrief zur Außensanierung

 

Bildnachweis: Pressestelle der Philipps-Universität / Reinhold Eckstein (1), Thomas Scheidt / Bildarchiv Foto Marburg (1), Goldfisch Art (Visualisierung)

 

Zuletzt aktualisiert: 14.08.2018 · Ellen Thun

 
 
Philipps-Universität Marburg

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