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Profil

Die Islamwissenschaft ist eine historisch gewachsene Disziplin, die sich in Marburg aufgrund ihrer Fragestellungen und methodischen Vielfalt als interdisziplinäres Fach versteht. Anschluss besteht zur historisch-philologischen Forschung und zu religions-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Wir setzen regional einen Schwerpunkt auf die Region des Nahen und Mittleren Ostens und schließen vom Islam geprägte Gesellschaften ein. Hierbei forschen und lehren wir zu einer Zeitspanne von den Anfängen des Islam im 7. Jahrhundert bis in die Gegenwart hinein.

Unser Team besteht aus Forscherinnen und Forschern in unterschiedlichen Stadien ihrer wissenschaftlichen Laufbahn, die zahlreiche Forschungsinteressen verfolgen. Gemeinsam haben alle Forschungsprojekte eine islamwissenschaftliche Perspektive, die sich aus den  Grundlagen einer Kultur- und Geschichts- bzw. Sozialwissenschaft zusammen setzt. Dieser Fokus ergibt sich aus dem Verständnis, Islamische Religion und die von ihr geprägten Gesellschaften und Kulturen zu erforschen. Hierbei wird Islam nicht als fest definierte Größe verstanden, sondern als dynamische und sich veränderbare Praktik, Kultur, Idee, und Institution. Je nach Kontext und Fragestellung kann der Fokus auf Islam aus unterschiedlichen Perspektiven erfolgen, die es notwendig machen Fachgrenzen systematisch zu überschreiten. Die Marburger Islamwissenschaft ist insbesondere an die Methoden und Theorien der Geschichtswissenschaft und der Sozial- und Kulturwissenschaft anschlussfähig.

Durch unsere epochenübergreifende Forschung – vom Beginn des Islam im 7. Jahrhundert bis in die Gegenwart hinein – liegt uns eine breite Grundlagenausbildung am Herzen. Gleichzeitig bieten wir in Marburg eine Profilbildung, in dem wir in Forschung und Lehre einen Fokus auf bestimmte Themen und Regionen setzen, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in kooperativen Projekten erforscht werden. Gegenwartsbezogen beschäftigen wir uns mit zeitgenössischen islamischen Populärkulturen und Bewegungen, vor allem in Hinblick auf Dynamiken gesellschaftlicher Transformationen. Regional liegt gegenwartsbezogen ein Schwerpunkt auf der Türkei und der Türkischen Diaspora. Auch die Ausprägungen des Islam in Europa und in Kontakt mit Europa sind ein Schwerpunkt in Marburg. Historisch vermittelt die Islamwissenschaft durch eine breit aufgestellte Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte zahlreiche Aspekte der Geschichte islamisch geprägter Gesellschaften. Hier werden zum einen die materielle Kultur und die Ressourcen der Mamluken, Safawiden und Osmanen vergleichend in den Blick genommen, aber zum anderen auch Transmissionsprozesse in vormodernen Familienverbünden und Repräsentationsformen von Herrschaft. Diese Kombination aus einer philologisch interessierten historischen und gegenwartskulturellen Forschung ermöglicht es uns eine vergleichende und themenbezogene islamwissenschaftliche Forschung und Lehre anzubieten.

Das Fachgebiet Islamwissenschaft ist Teil des Centrums für Nah- und Mittelost-Studien (CNMS) der Philipps-Universität Marburg und gehört dem Fachbereich 10 - Fremdsprachliche Philologien an.

Sie finden uns im CNMS, dem Gebäude der ehemaligen Kinderklinik, Deutschhausstr. 12.

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