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So har ick maasken feil hiard. Wie Jüten um die Mitte des 19. Jahrhunderts in literarischen Quellen von Föhr und Amrum mit Nordfriesen kommunizierten

So har ick maasken feil hiard. How Jutlanders Communicated with North Frisians According to Literary Sources from Föhr and Amrum in the Mid-19th Century

von Christoph Winter

KURZFASSUNG: Der neuzeitliche jütisch-nordfriesische Sprachkontakt im Gebiet des heutigen Nordfriesland wurde von der linguistischen Forschung bisher kaum beachtet, weil Primärquellen für Dialoge zwischen Nordfriesen und jütischen Migranten bzw. Saisonarbeitern im betreffenden Zeitraum zwischen dem Ende des 18. Jahrhunderts und dem Beginn des 20. Jahrhunderts nicht existieren. Um sich diesem Untersuchungsgegenstand trotzdem nähern zu können, müssen literarische Texte nordfriesischer Autoren als sekundäre Quelle für solche Dialoge in Betracht gezogen werden. Obwohl die Sprache der jütischen Figuren in diesen Texten imitiert ist und deshalb nur mit der nötigen Distanz betrachtet werden kann, werden in der vorliegenden Studie zwei Dialoge aus einer Theaterkomödie und einer dramatischen Prosaerzählung miteinander verglichen sowie im Hinblick auf ihren Wert als Quelle für authentische Merkmale der Sprache von jütischen Migranten und Saisonarbeitern in Sprachkontaktsituationen mit Nordfriesen auf den Inseln Föhr und Amrum analysiert. Dabei zeigen die Daten zunächst, dass Jüten in solchen Settings kommunizierten, indem sie Jütisch individuell mit Nordfriesisch und ggf. auch niederdeutschen Elementen vermischten. Darüber hinaus suggerieren die Untersuchungsergebnisse, dass es trotz der variierenden Validität der dokumentierten sprachlichen Merkmale dieses Code-Mixings möglich zu sein scheint, einigen von ihnen ein hohes Maß an Authentizität zuzuschreiben. Es könnte sich deshalb als vielversprechend erweisen, diesen Forschungsansatz weiter zu verfolgen.

Schlagwörter: Nordfriesisch, Jütisch, Niederdeutsch, Code-Mixing, historische Mündlichkeit, imitierte Sprache

ABSTRACT: Thus far, the postmedieval Jutlandic-North Frisian language contact within the borders of today’s Nordfriesland has been largely neglected by linguists, as there are no primary sources reflecting dialogues between North Frisians and Jutlandic migrants and seasonal workers available for the relevant period between the end of the 18th and the beginning of the 20th century. To approach this object of study despite the lack of primary sources, literary texts by North Frisian authors have to be considered as a secondary source of data. Although the language used by Jutlandic characters in these texts is imitated and can therefore only be investigated with great caution, two dialogues contained within a comedic play and a dramatic prose text are compared and examined with respect to their value as a source for authentic features of the language Jutlandic migrants and seasonal workers used when being in language contact situations with North Frisians on the islands of Föhr and Amrum. First of all, this study shows that Jutlanders communicated by individually mixing Jutlandic and North Frisian with a varying degree of Low German elements in such settings. Ultimately, the results suggest that although the validity of the observed linguistic features of this code-mixing varies, it seems possible to attribute a high degree of authenticity to some of them so that it appears rewarding to further pursue this line of research.

Keywords: North Frisian, Jutlandic, Low German, code-mixing, historical orality , imitated language