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Die Projekte

  • Laufende Dissertationsprojekte

    Maike Park (Universität Passau)

    Arbeitstitel: Das Metaphorisierungspotential von Positionsverbkonstruktionen

    Sprachliche Ausdrücke werden in der konzeptuellen Metapherntheorie als Zugriffspunkte zu mentalen Repräsentationen betrachtet. Die Operationalisierung von Metaphern als in sensomotorischen Erfahrungen verankerte Konzepte bzw. kognitive Prozesse erweist sich jedoch insbesondere für korpuslinguistische Untersuchungen als Herausforderung. Ziel des geplanten Dissertationsprojektes ist es, auf der Grundlage von quantitativen und qualitativen Korpusanalysen ein erwerbsbezogenes gebrauchsbasiertes Modell für die Beschreibung des Bedeutungsaufbaus und der Bedeutungsvernetzung statischer Positionsverben zu entwickeln und experimentell zu validieren. Dabei sollen ausgehend von salienten sprachlichen Mustern potentiell metaphorische Konstruktionen ermittelt und durch diese instanziierte konzeptuelle Metaphern beschrieben werden. Im Fokus steht die musterhafte Verwendung von stehen, liegen, sitzen und hängen, deren Erwerb im Deutschen bereits in der früheren Kindheit einsetzt.

    Carolin Brandt (Universität Marburg)

    Arbeitstitel: Der Gebrauch figurativer Ausdrücke bei monolingualen, typisch entwickelnden Kindern im Deutschen

    Neben dem Erwerb grundlegender sprachlicher Fähigkeiten stehen Kinder vor der Aufgabe, sprachliche Ausdrücke zu verstehen und zu verwenden, deren Bedeutung über das Wörtliche hinaus geht und kontextabhängig erschlossen werden muss (z. B. meine Nase läuft, wobei Nase metonymisch für das Nasensekret steht und laufen metaphorisch das Fließen der Flüssigkeit bezeichnet). Das Dissertationsvorhaben verfolgt das Ziel, neue Erkenntnisse zum Gebrauch figurativer Ausdrücke bei deutschsprachigen Kindern zu generieren. Im Mittelpunkt stehen Metaphern, Metonymien und opake figurative Ausdrücke (z. B. ins Gras beißen für sterben). Untersucht wird, welche figurativen Ausdrücke Kinder verwenden, welche Domänen sie erschließen und welche Funktionen figurative Ausdrücke in der kindlichen Kommunikation erfüllen. Das Projekt folgt einem korpusbasierten Mixed-Methods-Ansatz, der quantitative Verfahren zur Identifikation und Annotation figurativer Ausdrücke mit qualitativen Analysen ihrer kommunikativen Funktionen verbindet. Als Datengrundlage dienen mündliche Peer-Interaktionen von Vorschulkindern sowie schriftliche Erzähltexte von Kindern im Schulalter.

    Das Vorhaben ist im Projekt B2 „Polysemie und Metaphorik als Herausforderung für mentale Repräsentationen“ des DFG-Graduiertenkollegs 2700 „Dynamik und Stabilität sprachlicher Repräsentationen“ angesiedelt.

  • Abgeschlossene Dissertationsprojekte

    Hanna Völker (Universität Marburg)

    Titel: Sprachthematisierungen im Migrationsdiskurs 2015–2021

    Insbesondere in kontroversen öffentlichen Diskursen werden sprachliche und inhaltliche Auseinandersetzungen auch auf der Ebene der Sprach(gebrauchs)kritik ausgetragen, und das auch von politischen und anderen in der Öffentlichkeit stehenden Akteur*innen. Diese Akteur*innen emittieren Sprach(gebrauchs)thematisierungen, mittels derer sie im öffentlich-politischen Kommunikationsbereich kommunikativ ihre jeweiligen Ziele verfolgen. Im Fokus des Projekts stehen die formorientierte und funktionale Beschreibung öffentlich-politischer Sprach(gebrauchs)thematisierungen im Ein- und Zuwanderungsdiskurs der Jahre 2015 bis 2021. Die Datengrundlage der Untersuchung bildet ein Korpus schriftsprachlicher und mündlicher Texte, wobei die Integration mündlicher Daten einen Beitrag zum State of the Art diskurs- und politolinguistischer Methodik darstellt. Die systematische Erfassung der Korpusdaten erfolgt mittels einer interaktional-pragmatischen Diskurslinguistik unter Verschränkung diskurs- und gesprächslinguistischer Ansätze. 

    Lesley-Ann Kern (Universität Marburg)

    Arbeitstitel: Das Verhältnis von Mensch und Technologie in Diskursen um Biomedizin und Bioethik

    Kontroverse Diskurse werden häufig innerhalb öffentlicher Medien und damit für fast alle Menschen zugänglich ausgetragen. Dabei wird je nach individueller oder institutioneller Position auf bestimmte sprachliche Ausdrucksformen zurückgegriffen, um sich diskursiv zu positionieren und abzugrenzen sowie diese Positionen auf- bzw. abzuwerten. Das Dissertationsvorhaben verfolgt das Ziel, diskursive Mechanismen innerhalb der Diskurse um Bioethik und Biomedizin unter besonderer Bezugnahme auf das Verhältnis zwischen Mensch und Technologie innerhalb eines Textkorpus herauszuarbeiten und unter diskursanalytischen Gesichtspunkten zu untersuchen. Dabei werden sowohl Methoden der Diskurs- als auch der Korpuslinguistik genutzt und es wird so ein Analysekonzept entwickelt, das quantitative und qualitative Analysemethoden nutzbar macht.
    Die Dissertation wird im Rahmen des DFG-Projektes „Kontroverse Diskurse. Sprachgeschichte als Zeitgeschichte seit 1990“ im Teilprojekt „Mensch und Technologie. Kontroverse Diskurse zur Technisierung der Lebenswelt“ erstellt.

  • Laufende Zweitbetreuungen

    Niklas Grüninger (Universität Marburg, GRK 2700)

  • Abgeschlossene Zweitbetreuungen und Drittbegutachtungen

    Sarah Honegger: „Erzählen und Relevanzsetzung in der Schwangerenberatung“ (Universität Marburg)

    Ina Völker: „Themeninitiierung in der Schwangerenberatung“ (Universität Marburg)

    Paul Meuleneers: „Der Phänomenbereich Gendern im Deutschen: Registerbildungen und Argumentationen“  (Universität Freiburg)

    Markéta Ederová: „Vom Schmieden goldener Bände. Diskurslinguistische Untersuchungen zu (Re-) Konstruktio-nen nachbarschaftlicher Räume am Beispiel von ‚Bayern-Böhmen‘“

    Eugenio Verra: „Die europäische Identität in deutschen Bundestagsdebatten: Eine politolinguistische Analyse“ (Universität Mailand)

     Hagen Steinhauer: „Blurring the lines. Soft-autoritäre Diskurspraktiken im Frankreich Emmanuel Macrons" (Universität Bremen)