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ÖP6 | Nahrungsnetze

Foto: Sascha Rösner

Ausgangsbasis
Die Pflanzen und Tiere eines Lebensraumes interagieren in komplexen Nahrungsnetzen, deren Analyse eine Bewertung komplexer biotischer Interaktionen auf Lebensraumebene erlaubt. Nahrungsnetzanalysen erfassen neben Veränderungen von Artengemeinschaften auch die Folgen struktureller Änderungen für Ökosystemfunktionen und Stabilität und werden deshalb im NatNet-Prototyp berücksichtigt.

Ziel
Charakterisierung und Quantifizierung von Nahrungsnetzen durch die Verknüpfung klassischer Beobachtungsmethoden von biotischen Interaktionen mit neuer Sensorik, um eine kontinuierliche und flächendeckende Erfassung zu ermöglichen. Im Zentrum stehen Interaktionen zwischen Vögeln, Kleinsäugern und ihren Nahrungsressourcen (Insekten, Samen) sowie zwischen Greifvögeln und ihrer Beute (Vögel, Kleinsäuger).

Hypothesen
Die durch Sensorik (Akustik, Optik) ermittelte Dichte- und Arterfassung der Vögel und Kleinsäuger entspricht den durch klassische Methoden ermittelten Werten und lässt sich somit hochskalieren.
Die mittels Beobachtung erfassten Nahrungsinteraktionen zwischen Vögeln und Insekten können experimentell über echte Raupen und Dummy-Raupen abgebildet und somit auch mittels Sensorik erfasst werden.
Das über Nestkameras erfasste Nahrungsspektrum von unterschiedlichen Greifvögeln spiegelt das aktuelle Ressourcenangebot (Vögel, Kleinsäuger) wider und erlaubt somit Aussagen über Habitatqualität und Bruterfolg.
Arbeitsprogramm
Vogelgemeinschaften werden mit Punkt-Stopp-Zählungen monatlich erfasst (vgl. ÖP2) und eine automatische, akustische Dichte- bzw. Arterfassung durch die Sensorboxen (SN1) mit UM2 entwickelt. Flankierend werden Kleinsäugerdichten mittels elektrosensorisch aufgerüsteter Trittplatten (SN1) und bildgebender Verfahren erfasst (UM2). Klassische Beobachtungen von Nahrungsinteraktionen zwischen Vögeln und Insekten werden monatlich an den Zielbäumen vorgenommen. Diese werden durch Ausschlussexperimente ergänzt, die den Einfluss von Prädation auf Herbivorie quantifizieren (ÖP1, ÖP2). Hierbei werden auch funktionelle Eigenschaften wie Blattinhaltsstoffe (ÖP1) und Körpergröße von Insekten (ÖP2) berücksichtigt. Zudem werden Raupen und Samen in unterschiedlichen Höhen ausgebracht und deren potentielle Prädatoren anhand des Materialverlusts etc. zugeordnet . Parallel dazu werden Dummy-Raupen zur automatischen, optischen Prädationsratenerfassung entwickelt (SN1, UM2). Schließlich werden die Dichteerfassungen der Vögel und Kleinsäuger mit dem Nahrungsspektrum von Greifvogelarten (Rotmilan, Bussard) über Nestkameras der Baumboxen abgebildet (UM2). Gleichzeitig werden diese Greifvögel besendert, deren Bewegungsmuster erfasst und mit Habitatparametern korreliert (ÖP3, UM2).

PIs: Nina Farwig

Team: Kim Lindner, Sascha Rösner, Finja Strehmann, Maya Ehmig, Viviane Kohlbrecher

Kooperationspartner: Juan Masello, Petra Quillfeldt, Yvonne Ramona

Projekthomepage

Projektförderung: LOEWE