11.06.2026 Mitglieder des Fachbereichs 21 haben sich zur Auswertung des Kollegialen Dialogs getroffen
Am 13.5. haben sich circa 15 Wissenschaftler*innen des Fachbereichs 21 getroffen, um in vorbereiteter Umgebung die Erkenntnisse aus dem Kollegialen Dialog zu sichten, miteinander ins Gespräch zu kommen und Otöne abzuleiten.
Der Kollegiale Dialog ist ein partizipatives Format, der die Mitglieder des Fachbereichs niedrigschwellig in den Austausch über subjektive Erfahrungen mit und Perspektiven auf Geschlecht im Arbeitsalltag bringt. Dieser wurde im Laufe des Wintersemesters 2025/26 in Form eines fragengestützten Gesprächs zwischen zunächst zwei Mitgliedern des Fachbereichs und mit der Methode des radikalen gegenseitigen Zuhörens durchgeführt. Ziel des Kollegialen Dialogs war es einen Raum zu schaffen, in dem wir mit Erfahrungen konfrontiert werden können, die über die eigenen hinausgehen, um eine gelebte Praxis der Thematisierung von Geschlecht und Geschlechtergerechtigkeit zu etablieren. Anschließend wurden die Duos zu Quartetten erweitert und ebenfalls mit der Methode des radikalen Zuhörens ein weiterer Erfahrungsaustausch ermöglicht. Insgesamt haben 18 Personen teilgenommen, davon 4 Professor*innen und 14 Wissenschaftliche Mitarbeitende.
Zu den Themen, die die Personen, die teilgenommen haben, beschäftigt, gehören Diversität, Machtstrukturen und die Frage nach der Verantwortung für Veränderungsprozesse. Geteilt wurde, dass und wie nicht normierte Körper und Subjekte im universitären Kontext sich häufig weiterhin als störend wahrgenommen erleben. Diskutiert wurde, dass patriarchale und hegemoniale Strukturen nicht allein einzelnen Gruppen zugeschrieben werden können, sondern von allen Subjekten mit hervorgebracht und reproduziert werden.
Einerseits stand das Bedürfnis nach einer vertieften und langfristigen Auseinandersetzung mit den Erfahrungen und Perspektiven im Raum; andererseits äußerten viele Teilnehmende den Wunsch nach mehr Empowerment und danach, stärker „ins Machen zu kommen“. Die Frage, wie möglichst viele Menschen des Fachbereichs in diesen Dialog einbezogen werden können, insbesondere auch Menschen, die sich diesen Themen bisher noch nicht geöffnet haben, wurde ebenfalls als ein geteiltes Anliegen thematisiert.
Es bestand nicht in allen Punkten Konsens, zum Beispiel, inwiefern aus dem Kollegialen Dialog Forderungen abgeleitet werden können, oder wessen Aufgabe es ist, darüber Überlegungen anzustellen. Klarer schien, dass insbesondere Personen mit institutioneller Macht Verantwortung tragen und im Sinne einer Organisationsentwicklung konkrete Maßnahmen entwickeln sollten. Einen Anstoß dazu kann es geben, wenn die Gruppe die Ergebnisse dem Fachbereich gegenüber präsentiert.