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Friedensverhandlungen in Kriegsgebieten
Podiumsgespräch und Diskussion mit Prof. Dr. Dr. Hans-Joachim Gießmann (Internationaler Verhandler, ehem. Geschäftsführer der Berghof Foundation, Berlin) und Dr. Pascal da Rocha (Internationaler Verhandler, Vereinte Nationen und Afrikanische Union) im Rahmen der Vortragsreihe "Konflikte in Gegenwart und Zukunft"
Veranstaltungsdaten
22. Juni 2026 18:30 – 22. Juni 2026 20:00
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Historischer Rathaussaal, Marburg, 2. OG
Friedensverhandlungen gelten als zentrale, zugleich hochkomplexe Instrumente zur Beendigung gewaltsamer Konflikte und Kriege. Doch wie verlaufen solche Prozesse tatsächlich, welche Dynamiken prägen sie und unter welchen Bedingungen können sie gelingen? Die Podiumsdiskussion bringt zwei erfahrene Mediatoren zusammen, die seit vielen Jahren zwischen Konfliktparteien in bewaffneten Auseinandersetzungen vermitteln. Sie geben Einblicke in Praxis, Herausforderungen und Grenzen von Verhandlungen und reflektieren, welche politischen, gesellschaftlichen und internationalen Faktoren Friedensprozesse beeinflussen. Ziel ist es, realistische Perspektiven auf Friedensverhandlungen zu eröffnen und ihre Bedeutung im aktuellen Weltgeschehen zu beleuchten.
Dr. Pascal da Rocha
Dr. Jose Pascal da Rocha ist ein international tätiger Experte für Dialog, Mediation und Konfliktmanagement, der die Afrikanische Union, die ECOWAS, die ICGLR und Partner der Vereinten Nationen berät. Er hat Track-I- bis Track-III-Prozesse, Waffenstillstands- und nationale Dialoginitiativen sowie den Aufbau von Mediationskapazitäten in Afrika, der Ukraine und dem Nahen Osten unterstützt, unter anderem in Funktionen bei USIP, OSZE (Ukraine), UNOWAS, UNDP und UNITAR. Er kombiniert politische Analysen vor Ort mit Schulungen, Coaching und institutioneller Strategieunterstützung.
Prof. Dr. Dr. Hans-Joachim Gießmann
Professor Hans-Joachim Giessmann ist emeritierter Direktor der Berghof Foundation und Senior Advisor für die Berghof Projekte in Afghanistan und Äthiopien. Er war Geschäftsführer von Berghof Conflict Research (2008-2011) und der Berghof Foundation (2012 bis 2019).
Von 2009 bis 2024 war Hans-Joachim Mitglied des Beirats der Bundesregierung für zivile Krisenprävention und Friedensförderung. Im Jahr 2022 wurde er zum sachverständigen Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages Lehren aus Afghanistan für das künftige vernetzte Engagement Deutschlands berufen.
Von 2009 bis 2014 war er Mitglied der Global Agenda Councils des Weltwirtschaftsforums zu den Themen "Terrorismus & Massenvernichtungswaffen" und "Terrorismus", wobei er 2011 und 2012 den Vorsitz des letzteren innehatte. Als Autor, Herausgeber oder Mitherausgeber hat Hans-Joachim mehr als 40 Bücher und 400 Forschungs- und Medienartikel veröffentlicht, von denen zahlreiche in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurden. Er hat in Philosophie (Dr. phil.) und Politikwissenschaft (Dr. sc. pol.) promoviert.
Seit über 25 Jahren organisiert das Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg die Vortragsreihe, die bereits über 40 Jahre Bestand hat. Die Themen reichen von Krieg und Frieden über Gewalt und Rassismus, soziale Bewegungen, die Klimakrise bis hin zu Ungleichheit und Armut. Die Reihe richtet sich an die gesamte Marburger Öffentlichkeit – an Bürgerinnen und Bürger, Studierende, Mitarbeitende der Universität und alle Interessierten. Mit einem besonderen Fokus auf aktuelle und für Marburg relevante Themen hat das Zentrum für Konfliktforschung eine enge Zusammenarbeit mit der Universitätsstadt Marburg vereinbart, um die Veranstaltungen als öffentlichen Diskursraum zu stärken.
Das Thema in diesem Semester lädt ein, aktuelle und höchst relevante Fragen rund um das Thema Frieden zu diskutieren. Die Vortragsreihe im Sommersemester 2026 wird von Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel organisiert und moderiert.
Referierende
Prof. Dr. Dr. Hans-Joachim Gießmann | Internationaler Verhandler, ehem. Geschäftsführer der Berghof Foundation, Berlin
Dr. Pascal da Rocha | Internationaler Verhandler, Vereinte Nationen und Afrikanische Union
Veranstalter
Zentrum für Konfliktforschung und Universitätsstadt Marburg im Rahmen des "Marburger Stadtgesprächs"
Kontakt
Dr. Stéphane Voell