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Tätigkeitsfelder Archäologie

Archäologie – was für ein Fach…! Ein großes Fach, was Ansehen und Bedeutung angeht (und das nicht erst seit ‚Indiana Jones‘), ein kleines Fach, was die Zahlen von Studierenden und Absolvierenden betrifft. Eine Geisteswissenschaft, eine historische Wissenschaft – und mehr! Ein Fach, in dem sich viele Impulse aus geisteswissenschaftlichen und eher ingenieurswissenschaftlichen Bereichen erfolgreich mischen: (Vor- und Früh-) Geschichte, alte Sprachen und Schriften, Architektur und (Bau-)Kunst, Geographie (Karten), Geologie (Bodenbeschaffenheit) sowie Grabungs- und Vermessungstechnik.

Speziell für die Archäologie ergeben sich dann folgende Tätigkeitsfelder:

Archäologie als modernes Fachgebiet

Von wegen verstaubt: Die Archäologie ist mittlerweile ein hochmodernes digitales Fach! Vorhandene Wissensbestände werden systematisch digitalisiert, Fundstücke mit aufwändiger 3D-Fototechnik der Rundum-Betrachtung zugänglich gemacht, Fundorte mittels Satellitenaufnahmen identifiziert und kartographiert.
Die Archäologie ist also ein Wissensfach, ein sowohl handwerkliches als auch technisches Fach und – ein Talentfach: ein gewisser Hang zum gekonnten Umgang mit Stift und Papier, sowohl analog als auch digital, ist hier eher gefordert, als in anderen Geisteswissenschaften.

Und da es so viel zu lernen und zu integrieren gibt, stöhnen Studierende, sowohl jüngeren als auch älteren Datums, über die langen Wege, die es in der Archäologie zu überwinden gälte, bevor einem ein wenig Fachkompetenz zugebilligt würde. Und ja, es ist immer noch ein starker Trend zu beobachten, den eingeschlagenen Bildungsweg soweit durchzuziehen, dass nach Bachelor, Master, Promotion und Habilitation der Weg in das Berufsfeld „Forschung und Lehre“ an Universitäten und Instituten wenigsten offensteht. Aber „Forschung und Lehre“ ist bei weitem nicht der einzige Weg, den Archäologinnen und Archäologen einschlagen können.

Berufseinstieg mit dem Bachelor

Schon Bachelor-Absolvierenden haben von dem oben angerissenen Kompetenzmix genug mitbekommen, dass sie sich auf den Feldern jenseits von „Forschung und Lehre“ beruflich entwickeln können. Da sie aber, besonders in Mittel- und Westeuropa, mit der Konkurrenz von Praktikant*innen und höher qualifizierten Kräften (Master, Promotion) rechnen müssen, lohnt es sich, den eigenen Abschluss durch gezielte berufliche Fort- und Weiterbildung bis hin zur zusätzlichen Berufsausbildung zu komplettieren.
Bachelor-Absolvierende mit einer zusätzlichen Berufsausbildung als Vermessungsfachkraft (ein sogenanntes selbstorganisiertes ‚Duales Studium‘) werden wahrscheinlich überrascht sein, welche besonderen und individuellen Berufswege sich ihnen im Laufe der Zeit eröffnen können.

Höherqualifizierung

Allerdings gibt es ab einem bestimmten Grad auf diesem Feld tatsächlich den Effekt der „Überqualifizierung“: eine habilitierte Kraft wird wahrscheinlich sehr klar und deutlich kommunizieren müssen, warum sie im Planungsbüro an der Auswertung von Satellitenaufnahmen beteiligt sein möchte. In diesem Umfeld können ausgleichend daher besondere Existenzgründungen und Selbständigkeiten beobachtet werden, wo Archäolog*innen ihre Kompetenzen als Service, als Dienstleistung anbieten.

Bewahrung unserer Geschichte als öffentlicher bzw. staatlicher Auftrag  

Einige Berufswege in der Archäologie führen in den Bereich „Organisation und Verwaltung“, so eben auch in öffentliche und staatliche Verwaltung, sprich Behörden und Ämter. Hier geht es hauptsächlich darum, zu begutachten, ob eine bauliche Planung (Verkehrswege, Gebäude, Plätze) in den „historischen Untergrund“ eingreifen würde, zu entscheiden, ob das Projekt dennoch genehmigt werden kann und zu bestimmen, wer dann für die Sicherung der betroffenen Bestände aufkommen muss. Berufseinstiegsmöglichkeiten, auch mit Zusatzausbildung, werden sich hier wahrscheinlich erst ab der Stufe des Masters ggf. der Promotion ergeben. Die früher verbreiteten Berufseinstiegswege über Volontariate und Referendariate könnten heute wahrscheinlich mit dem Begriff „Trainee“ verknüpft sein.
Die offiziellen Orte der Bewahrung – Archiv und Museum – stehen naheliegenderweise allen Menschen aus den historischen Wissenschaften offen, meist über den Weg von Referendariaten oder Volontariaten.

Für angehende Absolvent*innen aller Qualifikationsstufen wird es sich lohnen, auch die Tätigkeitsfelder der nahen und verwandten Fächer anzusehen, z.B. in der Geographie oder den Kulturwissenschaften. 

Diese Informationen wurden auf Grundlage von BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit zusammengestellt. Wir danken Edgar Losse für die Anregung und Unterstützung.