20.07.2026 LGBTIQ+ in Mentoring und Academia – eument-net Expert Exchange in Luxemburg
Vom 11. bis 12. Juni 2026 war das Gleichstellungsbüro mit einem Beitrag im europäischen Mentoring-Verband eument-net vertreten.
Die Konferenz
Am 11. und 12. Juni 2026 fand an der Université du Luxembourg der Expert Exchange des europäischen Mentoring-Netzwerks eument-net statt. Unter dem Titel Advancing career development through mentorship within complex and unequal academic and research environments kamen rund 45 Vertreter*innen aus zehn europäischen Ländern zusammen. Das Programm umfasste Plenarvorträge, Co-Creation-Workshops zu inklusivem Mentoring und gerechter Karriereförderung sowie eine vertiefte Diskussion zur Weiterentwicklung von eument-net als Community of Practice.
Unser Beitrag
Das Frauen- und Gleichstellungsbüro der Philipps-Universität Marburg präsentierte das interaktive Poster Including LGBTIQ+ in Mentoring and Academia, welches zusammen mit dem Büro für Antidiskriminierung und Diversität entwickelt wurde. Entstanden ist es aus der Frage, die viele Mentoring-Programme in Europa beschäftigt: Wie gelingt die Öffnung von Strukturen der klassischen Frauenförderung hin zu echter Genderdiversität?
Das Poster versammelt Daten, eine Karte und Maßnahmen. Die Rainbow Map Europe zeigt: Die Situation von LGBTIQ+-Personen variiert in Europa enorm – eine homogene Lage gibt es nicht. Für Deutschland zeichnen die Daten das Bild struktureller Unsichtbarkeit: 45% der LGB+-Studierenden vermeiden öffentliches Händehalten, 39% haben physische Bedrohungen erlebt, und ihr Diskriminierungsrisiko im Hochschulkontext ist bis zu dreifach erhöht – bei einer Gruppe, die rund 15% der befragten Studierenden ausmacht.
Wir stellten vor und diskutierten, was an der Philipps-Universität Marburg umgesetzt wurde bzw. existiert wie etwa die Öffnung von Mentoring-Programms für TIN*-Personen, geschlechtsneutrale Toiletten und Umkleiden, vereinfachte Vornamensänderung, ein Sprachleitfaden für geschlechtergerechte Sprache und eine LGBTIQ+-Community. Das sind gute Bausteine für Geschlechtliche Vielfalt, aber es ist noch viel Luft nach oben.
Die Reaktionen
Mit Klebepunkten und Freitextangaben konnten Teilnehmende ihre eigene Situation aus ihrem Land einbringen. Das Ergebnis: Sprachleitlinien und Anlaufstellen existieren vielerorts, geschlechtsneutrale Toiletten oder Möglichkeiten zur einfachen Vornamensänderung sind noch selten. Im Freitextfeld sammelten sich Einträge aus mehreren Ländern – von Pride Runs und Rainbow Walks über inklusive Mentoring-Programme bis hin zu ehrlichen Lücken wie fehlender Vornamensregelung für Beschäftigte. Das Poster wurde in jedem Fall zum Gesprächsanlass.
Fazit
Der Austausch hat gezeigt: Die Frage nach der Öffnung von Mentoringprogrammen und Universitäten insgesamt für geschlechtliche Vielfalt stellt sich europaweit, aber überall anders. Die Philipps-Universität Marburg ist mit ihrem integrierten Ansatz zwischen Frauen- und Gleichstellungsbüro und dem Büro für Antidiskriminierung und Diversität gut aufgestellt – es lohnt sich, diese Erfahrungen sichtbar zu machen.
Kontakt
Dr. Stefanie Wittich in Zusammenarbeit mit Katharina Völsch
Tel.: 06421 2826277
Mail: stefanie.wittich[at]verwaltung.uni-marburg.de
Büro der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten
in Zusammenarbeit mit dem Büro für Antidisrkriminierung und Diversität
Bahnhofstraße 7
35037 Marburg