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Geschlechtergerechte Sprache

Studierende lesen in der Bibliothek

Die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter ist eine zentrale Aufgabe der Philipps-Universität Marburg. Sprache ist dafür ein wichtiges Werkzeug: Sie macht Menschen in ihrer geschlechtlichen Vielfalt sichtbar oder unsichtbar. Eine gender- und diversitätssensible Sprache sorgt dafür, dass Menschen aller Geschlechter wertschätzend angesprochen werden.

Auf dieser Seite finden Sie Hintergründe, praktische Tipps und Beispiele. Probieren Sie aus, was zu Ihnen passt. Fehler sind erlaubt!

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Sie haben die Wahl. An der Philipps-Universität entscheiden Sie selbst, ob und wie Sie geschlechtergerecht formulieren. Das hat das Präsidium im Mai 2024 klargestellt.
Keine Nachteile. Weder für das Gendern noch für das Nicht-Gendern dürfen Noten abgezogen werden.
Unsere Empfehlung: Formulieren Sie möglichst neutral oder sprechen Sie Menschen direkt an, zum Beispiel „Studierende“ oder „Bitte unterschreiben Sie …“. Wenn Sie ein Zeichen nutzen möchten, empfehlen wir den Genderstern: Student*innen.
Fragen? Wir beraten Sie gern. So finden Sie zu uns
→ Details zur Rechtslage finden Sie unter Grundlagen.

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Grundlagen

Sprache prägt das Denken.

Wer „Professor“ liest, denkt meist an einen Mann. Das ist kein Zufall, sondern gut erforscht. Hier erfahren Sie, warum geschlechtergerechte Sprache wirkt und was an der Philipps-Universität gilt.

Eine Mitarbeiterin arbeitet am PC
Foto: Rolf K. Wegst

 

  • Was gilt an der Philipps-Universität?

    2024 hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur eine Dienstanweisung herausgegeben, die Kurzformen und Sonderzeichen wie Stern, Doppelpunkt oder Unterstrich untersagt. Viele Angehörige unserer Universität waren daraufhin verunsichert. Das Präsidium hat deshalb am 28. Mai 2024 klargestellt, dass diese Dienstanweisung „keine Anwendung auf Forschung, Studium und Lehre findet“:

    „Dabei ist die Verwendung von Sonderzeichen wie z.B. dem Genderstern ebenso wenig sanktioniert wie gefordert.“
    Was heißt das für Sie?

    In Studium, Lehre und Forschung entscheiden Sie selbst, ob und wie Sie geschlechtergerecht formulieren.
    In der Verwaltung betrifft die Dienstanweisung nur einen stark begrenzten Teilbereich. Sind einzelne Abläufe betroffen, werden Sie gesondert informiert. Ohne eine solche Information gibt es keine Einschränkung.
    Bei Prüfungsleistungen dürfen weder für die Verwendung noch für die Nichtverwendung geschlechtergerechter Sprache Noten abgezogen werden.
    Für Lehramtsstudierende gelten bei Arbeiten für die Hessische Lehrkräfteakademie besondere Regeln. Mehr dazu unter Häufige Fragen.
    Das Präsidium ermutigt ausdrücklich dazu, „auch weiterhin geschlechterinklusiv und diversitätssensibel zu kommunizieren“. Anregungen dafür bietet der Sprach- und Kommunikationsleitfaden für geschlechtergerechte Sprache der Gleichstellungskommission.

  • Warum geschlechtergerechte Sprache?

    Wer ist Ihr Lieblingssänger? Welcher Schauspieler fasziniert Sie? Welcher Sportler ist aktuell am erfolgreichsten? Wenn Sie jetzt drei Männer vor Augen haben, haben Sie nichts falsch gemacht. Sie sind einem sprachlichen Mythos auf der Spur: dem generischen Maskulinum. Die männliche Form soll alle Menschen meinen, tut es in unseren Köpfen aber oft nicht.

    Was die Forschung zeigt
    Studien belegen seit über zwanzig Jahren: Lesen wir die männliche Form, denken wir meist zuerst an Männer. Das passiert selbst dann, wenn ausdrücklich gesagt wird, dass alle gemeint sind (Stahlberg & Sczesny 2001; Körner et al. 2022). Die Forschung zeigt auch: Keine Form ist perfekt. Beim Genderstern denken Lesende eher an Frauen, allerdings weniger stark verzerrt als beim generischen Maskulinum. Deshalb empfehlen wir, wo immer möglich neutral zu formulieren.

    Was Sprache bewirkt
    Sprache bildet unsere Gesellschaft ab, und sie kann sie verändern. Generationen von Frauen und LSBTIQ*-Aktivist*innen haben dafür gekämpft, nicht nur mitgemeint, sondern auch mitgenannt und damit anerkannt zu werden.

    Was das Recht sagt
    Das Hessische Gleichberechtigungsgesetz verlangt: „Rechts- und Verwaltungsvorschriften sollen die Gleichstellung von Frauen und Männern sprachlich zum Ausdruck bringen. Dies gilt auch für den dienstlichen Schriftverkehr“ (§ 1 Abs. 2 HGlG). Ein Rechtsgutachten der Berliner Verfassungsrichterin Prof. Dr. Ulrike Lembke kommt zu dem Ergebnis, dass geschlechtergerechte Sprache einen Verfassungsauftrag umsetzt, auch mit Blick auf Geschlechter jenseits von „männlich“ und „weiblich“ (Zusammenfassung und Ergebnisse).

    Es gibt also viele gute Gründe für geschlechtergerechte Sprache. Entdecken Sie die Möglichkeiten, probieren Sie sie aus und finden Sie, was zu Ihnen passt.

Geschlechtergerecht formulieren

Studierende lernen am Laptop
Foto: Felix Wesch

Gut lesbar für alle

Neutrale Formulierungen kommen ohne Sonderzeichen aus und sind für alle verständlich. Und wenn Sie ein Zeichen brauchen: Der Genderstern ist die barriereärmste Wahl.

 

  • Vier Wege

    Es gibt viele Möglichkeiten, alle Menschen sprachlich einzubeziehen. Wir empfehlen sie in dieser Reihenfolge:

    1. Neutral formulieren: unsere erste Wahl
    Neutrale Formulierungen lassen keinen Rückschluss auf das Geschlecht zu. Sie sind gut lesbar, barrierearm und schließen alle ein.

    Substantivierungen: Studierende, Lehrende, Beschäftigte, Vorsitzende, Delegierte
    Sachbezeichnungen: Leitung statt Leiter, Professur statt Professor, Kollegium statt Kollegen
    Neutrale Begriffe: die Person, das Mitglied, die Hilfskraft, das Team
    Kurzwörter für lockere Texte: die Profs, die Studis

    2. Umformulieren und direkt ansprechen
    Oft hilft ein anderer Satzbau. Das wirkt zugleich persönlicher.
    statt „Alle Studenten werden benachrichtigt.“ → „Sie werden benachrichtigt.“
    Mehr Beispiele finden Sie unter Direkte Kommunikation und Anreden.

    3. Mit Zeichen: am besten der Genderstern
    Wenn sich ein Begriff nicht neutral fassen lässt, können Sie ein Zeichen verwenden. Gesprochen wird es meist als kurze Pause: Student*innen klingt dann wie „Student – innen“.

    Form Beispiel Einschätzung
    Genderstern Mitarbeiter*innen Unsere Empfehlung. Schließt alle Geschlechter ein und wird von Blinden- und Sehbehindertenverband, BFIT-Bund und bukof empfohlen.
    Doppelpunkt Mitarbeiter:innen Verbreitet, aber für Screenreader und Menschen mit Sehbehinderung problematisch.
    Unterstrich Mitarbeiter_innen Schließt alle ein, ist aber schwer lesbar und barrierekritisch.
    Binnen-I MitarbeiterInnen Macht Frauen sichtbar, bildet aber nur zwei Geschlechter ab.
    Schrägstrich Mitarbeiter/-innen Formal korrekt, bildet nur zwei Geschlechter ab. Gut für Formulare.
    Klammer Mitarbeiter(innen) Bitte nicht verwenden: Frauen werden „ausgeklammert“.

    Mehr zu den Barrieren der einzelnen Zeichen finden Sie unter Geschlechtergerecht und barrierearm.

    4. Doppelnennung
    „Studentinnen und Studenten“ macht Frauen und Männer gleichermaßen sichtbar. Studien zeigen, dass so die ausgewogensten Vorstellungen von Frauen und Männern entstehen. Allerdings bildet die Doppelnennung nur zwei Geschlechter ab und wird in langen Texten schnell schwerfällig.

  • Direkte Kommunikation und Anreden

    Die direkte Ansprache ist die höflichste und oft einfachste Form geschlechtergerechter Kommunikation. Sie ist kurz, persönlich und schließt alle ein.

    Einzelne Personen ansprechen
    Aus Name oder Aussehen lässt sich das Geschlecht einer Person nicht verlässlich ableiten. Mit Vor- und Nachnamen liegen Sie immer richtig:

    „Guten Tag Dr. Ayşe Yildirim“
    etwas informeller: „Hallo Alex Schmidt“

    Tipp für Ihre E-Mail-Signatur
    Mit einem kurzen Hinweis laden Sie andere ein, Ihnen ihre gewünschte Anrede mitzuteilen:

    „Weder aus dem Aussehen noch aus dem Namen lässt sich die Geschlechtsidentität einer Person verlässlich ableiten. Ich freue mich, wenn Sie mir mitteilen, wie ich Sie ansprechen darf.“

    Sie können auch selbst Ihre Pronomen angeben, zum Beispiel: Pronomen: sie/ihr.

    Gruppen ansprechen

    schriftlich: „Liebe Studierende“, „Sehr geehrte Beschäftigte“, „Liebe Mitglieder des Fachschaftsrats“, „Sehr geehrtes Kollegium“
    in Reden und bei Veranstaltungen: „Liebe Gäste“, „Liebe Anwesende“, „Sehr geehrtes Publikum“

    In Formularen
    Machen Sie das Feld „Anrede“ freiwillig oder bieten Sie zusätzlich die Option „keine Anrede“ an.

    Direkt statt über Dritte sprechen

    Statt Besser
    Der Antragsteller muss das Formular unterschreiben. Bitte unterschreiben Sie das Formular.
    Besucher werden gebeten, ihre Taschen einzuschließen. Bitte schließen Sie Ihre Taschen ein.
    Unterschrift des Antragstellers: Ihre Unterschrift:
    Antragsteller werden benachrichtigt. Sie werden benachrichtigt.
    Besuchereingang Eingang für Besuchende /  Publikumseingang
  • Geschlechtliche Vielfalt und Selbstbestimmung

    Nicht alle Menschen sind Frau oder Mann. Das bildet auch das Recht ab:

    Seit Ende 2018 können Menschen im Personenstandsregister neben „männlich“ und „weiblich“ auch „divers“ eintragen lassen oder den Eintrag offenlassen. Das Bundesverfassungsgericht hatte entschieden, dass ein positiver Eintrag jenseits von zwei Geschlechtern möglich sein muss.
    Seit dem 1. November 2024 gilt das Selbstbestimmungsgesetz (SBGG). Seitdem können Menschen ihren Geschlechtseintrag und ihre Vornamen durch eine einfache Erklärung beim Standesamt ändern, ohne Gutachten und ohne Gerichtsverfahren.

    Was heißt das für den Hochschulalltag?
    Sprache öffnen: Neutrale Formulierungen und der Genderstern sprechen auch Menschen an, die sich weder als Frau noch als Mann verstehen.
    Namen und Anrede respektieren: Sprechen Sie Menschen mit dem Namen und den Pronomen an, die sie Ihnen nennen.
    Diskretion wahren: Das SBGG verbietet, frühere Geschlechtseinträge oder Vornamen ohne Zustimmung der Person offenzulegen oder auszuforschen. Das betrifft auch Verwaltung, Prüfungsämter und Lehre.

    Zum Weiterlesen
    Glossar des Regenbogenportals Begriffe rund um geschlechtliche und sexuelle Vielfalt
    Inter* & Sprache der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen

  • Geschlechtergerecht und barrierearm

    Inklusion heißt, alle einzubeziehen. Geschlechtergerechte Sprache sollte deshalb auch für Menschen mit Behinderungen gut zugänglich sein. Hier gibt es Zielkonflikte, aber auch gute Lösungen.

    Sehbehinderung und Screenreader
    Sprachausgaben (Screenreader) lesen Sonderzeichen unterschiedlich vor:

    Schreibweise Wird oft vorgelesen als Problem
    Mitarbeiter*innen „Mitarbeiter Stern innen“ Ungewohnt, aber eindeutig
    Mitarbeiter_innen „Mitarbeiter Unterstrich innen“ Zusätzlich schlecht in Punktschrift darstellbar
    Mitarbeiter:innen „Mitarbeiter innen“ mit langer Pause Klingt wie ein Satzende, Verwechslung mit Satzzeichen

    Doppelpunkt und Unterstrich sind für Menschen mit Sehbehinderung zudem schwer von anderen Zeichen zu unterscheiden.

    Trotz grundsätzlicher Kritik an Sonderzeichen empfehlen der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband und die Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik den Genderstern. Ausführlich nachzulesen in der Expertise von Koehler et al.

    Kognitive Beeinträchtigungen und Deutsch als Fremdsprache
    Für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen sind Genderstern, Doppelpunkt und auch das generische Maskulinum schwer verständlich: Alle drei verlangen, erst zu überlegen, wer gemeint ist. Auch Menschen, die Deutsch als Fremdsprache lernen, stoßen bei Sonderzeichen auf zusätzliche Hürden.

    Unser Fazit
    Neutrale Formulierungen und direkte Ansprache sind derzeit die inklusivste Lösung. Sie kommen ohne Sonderzeichen aus und sind für alle gut verständlich. Wo Sie ein Zeichen brauchen, ist der Genderstern die barriereärmste Wahl.

    Weitere Hinweise finden Sie bei der Service- und Beratungsstelle für ein inklusives Studium.

In der Praxis

Machen Sie den Umkehr-Test

Stellen Sie sich Ihr Bild oder Ihre Stellenanzeige mit umgekehrter Geschlechterverteilung vor. Wirkt es ungewohnt? Dann lohnt ein zweiter Blick. Hier finden Sie Tipps für Stellenausschreibungen, Englisch, Bilder und KI.

Eine Wissenschaftlerin zeigt einem Wissenschaftler ein Molekülmodell
Foto: Rolf K. Wegst

 

  • Stellenausschreibungen

    Sie suchen jemanden für die Administration Ihres Rechnernetzes? Für die Reinigung des neuen Gebäudes? Wen haben Sie jeweils zuerst vor Augen?

    Viele Berufe sind mit Geschlechterbildern verknüpft, oft unbewusst. Solche Vorannahmen verengen den Blick auf die Bewerbenden. Eine geschlechtergerechte Ausschreibung hilft, Menschen nach ihren Fähigkeiten auszuwählen, nicht nach ihrem Geschlecht. Entscheidend sind die Ansprache und das Anforderungsprofil.

    Ansprache: neutral formulieren

    Statt Besser
    Projektleiter gesucht Projektleitung gesucht
    Assistentin der Geschäftsführung Assistenz der Geschäftsführung
    Der Bewerber sollte Auslandserfahrung mitbringen. Wir erwarten Auslandserfahrung.
    Die Stelleninhaberin ist zuständig für … Sie sind zuständig für …

    Wo keine neutrale Form möglich ist, nennen Sie mehrere Formen und ergänzen (m/w/d):

    Verwaltungsfachangestellte*r (m/w/d)
    Koch/Köchin (m/w/d)

    Nicht ausreichend: nur die männliche Form mit dem Zusatz (m/w/d), also „Koch (m/w/d)“.

    Das gilt für den gesamten Ausschreibungstext und auch für den weiteren Kontakt mit Bewerbenden, ob per E-Mail, am Telefon oder im Auswahlgespräch.

    Anforderungsprofil: so offen wie möglich, so konkret wie nötig

    Nur echte Anforderungen nennen. Studien zeigen, dass sich Frauen seltener bewerben, wenn sie nicht alle genannten Kriterien erfüllen. Trennen Sie deshalb klar zwischen „erforderlich“ und „wünschenswert“.
    Auf die Wortwahl achten. Begriffe wie „durchsetzungsstark“, „ambitioniert“ oder „leistungsorientiert“ sprechen Frauen nachweislich weniger an, auch wenn sie diese Eigenschaften mitbringen. Männer bewerben sich dagegen nicht seltener, wenn solche Begriffe fehlen.
    Testen Sie Ihren Text mit dem Gender Decoder der TU München.

    Aktiv rekrutieren
    In vielen wissenschaftlichen Feldern sind Frauen und nicht-männliche Personen unterrepräsentiert. Im Sinne der Bestenauslese ist es deshalb oft sinnvoll, gezielt auf sie zuzugehen. Mehr dazu unter Aktive Rekrutierung.

  • In English, please: geschlechtergerecht formulieren auf Englisch

    Auch im vermeintlich neutralen Englisch gibt es einiges zu beachten.

    Neutrale Begriffe verwenden

    Statt Besser
    chairman chair, chairperson
    mankind humankind, humanity, people
    manpower workforce, staff
    freshman first-year student

    Plural oder they statt he/she

    statt „A student should send his/her application.“ → „Students should send their applications.“
    They (them, their) ist auch im Singular korrekt, wenn das Geschlecht unbekannt ist oder eine Person they als Pronomen nutzt: „The new student lost their textbook. If you find it, please return it to them.“
    Der Singular they ist inzwischen auch in wissenschaftlichen Texten anerkannt, zum Beispiel im APA-Stil.

    Anreden
    Ms statt Miss oder Mrs. So wie Sie heute niemanden mehr mit „Fräulein“ ansprechen, verzichten Sie bitte auch auf Miss. Im amerikanischen Englisch schreibt man Ms. mit Punkt, im britischen Ms ohne.
    Mx (gesprochen „Mix“) ist eine Anrede für Menschen, die sich nicht als Frau oder Mann verstehen.
    Am sichersten: Vor- und Nachname, zum Beispiel „Dear Alex Morgan“.
    Gruppen und Reden: „Dear colleagues“, „Dear guests“, „Dear all“.

  • Geschlechtergerechte Bildsprache

    Geschlechtergerechte Kommunikation endet nicht beim Text. Bilder und Videos wirken oft stärker als Worte, besonders in sozialen Medien. Achten Sie deshalb auch hier auf Vielfalt.

    Drei Grundregeln

    1. Vielfalt zeigen: Bilden Sie Menschen verschiedener Geschlechter in allen Statusgruppen etwa gleich häufig ab. Zeigen Sie hin und wieder auch Personen, deren Geschlecht nicht auf den ersten Blick einzuordnen ist.
    2. Gleichwertig darstellen: Achten Sie auf vergleichbare Bildqualität, Größe und Position. Wer steht im Vordergrund, wer am Rand? Wer lächelt, wer schaut ernst?
    3. Stereotype aufbrechen: Zeigen Sie Menschen in unerwarteten Rollen, etwa Frauen im Labor oder Männer mit kleinen Kindern.

    Der Umkehr-Test
    Stellen Sie sich Ihr Bild mit umgekehrter Geschlechterverteilung vor. Wirkt es dann ungewohnt? Dann lohnt ein zweiter Blick.

    Auch bei Piktogrammen und KI-Bildern

    Piktogramme und Icons zeigen oft automatisch männliche Figuren. Wählen Sie neutrale oder gemischte Darstellungen.
    KI-generierte Bilder geben häufig Stereotype wieder, etwa eine Professorin, die nicht auftaucht, wenn man „Professor“ eingibt. Prüfen Sie KI-Bilder kritisch, bevor Sie sie verwenden.

    Barrierefreiheit nicht vergessen
    Geben Sie Bildern einen aussagekräftigen Alternativtext, damit auch Menschen mit Sehbehinderung erfahren, was zu sehen ist.

    Für Ihre Arbeit im CMS beachten Sie bitte das Bildkonzept im Redaktionsleitfaden der Philipps-Universität. Zur Vertiefung empfehlen wir die Handlungsempfehlungen für eine diversitätssensible Mediensprache der Goethe-Universität Frankfurt.

    Eine Bitte: Für mehr Vielfalt in unserer Bildsprache brauchen wir mehr Fotos. Wenn Sie Bildmaterial zur Verfügung stellen möchten, melden Sie sich gern bei uns.

  • Geschlechtergerecht schreiben mit KI-Tools

    KI-Tools können beim geschlechtergerechten Formulieren helfen. Sie übernehmen aber auch Gewohnheiten aus ihren Trainingsdaten, zum Beispiel das generische Maskulinum oder stereotype Rollenbilder. Mit klaren Anweisungen und einem kritischen Blick holen Sie das Beste heraus.

    Prompts zum Kopieren

    Text überarbeiten:
    „Überarbeite diesen Text geschlechtergerecht. Verwende vorrangig neutrale Formulierungen und direkte Ansprache. Nutze den Genderstern nur, wenn keine neutrale Form möglich ist. Behalte Inhalt und Ton bei.“

    Stellenausschreibung prüfen:
    „Prüfe diese Stellenausschreibung auf Formulierungen, die eher Männer oder eher Frauen ansprechen, und schlage neutrale Alternativen vor.“

    Englische Texte:
    „Rewrite this text in gender-inclusive English. Use gender-neutral terms and singular they where appropriate.“

    Darauf sollten Sie achten
    Ergebnis immer prüfen. KI-Tools gendern manchmal uneinheitlich, übersehen Stellen oder gendern zu viel, etwa bei „Mitglieder*innen“. Mitglied z. B. ist bereits neutral.
    Bilder kritisch ansehen. KI-generierte Bilder zeigen oft Stereotype. Mehr dazu oben unter Geschlechtergerechte Bildsprache.
    Datenschutz beachten. Geben Sie keine personenbezogenen oder vertraulichen Daten in externe KI-Tools ein.

    Weitere Informationen zum Umgang mit KI an unserer Universität finden Sie unter Lehre und KI.

Häufige Fragen

Studierende sitzen am Tisch an der Mensa
Rolf K. Wegst

Fehler sind erlaubt

Sprache verändert sich, und wir alle lernen dazu. Hier finden Sie Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden.

 

Beratung und Weiterlesen

Unser Angebot
Das Büro der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten berät Sie gern zu geschlechtergerechter Sprache und Bildsprache. Für Ihr Team, Ihre Lehrveranstaltung oder Ihre Einrichtung entwickeln wir passgenaue Schreibworkshops und Coffee Lectures. Kommen Sie gern in Kontakt!

Weitere Angebote an der Universität
Die Stabsstelle Antidiskriminierung und Diversität bietet Workshops, Vorträge und Beratung an, unter anderem zu diskriminierungssensibler Sprache, Awareness-Konzepten und Empowerment.

Unser Leitfaden
Der Sprach- und Kommunikationsleitfaden für geschlechtergerechte Sprache der Gleichstellungskommission lädt zum Nachdenken über die eigene Sprech-, Schreib- und Bildsprache ein.

Infokarte
Unsere Info-Karte „Sprache prägt das Denken“ können Sie kostenfrei bei uns bestellen.

Empfehlenswerte Werkzeuge und Leitfäden
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Sprach- und Kommunikationsleitfaden „Gender und Diversität“ der Hochschule Fulda
Aus Politik und Zeitgeschichte: "Geschlechtergerechte Sprache" (Bundeszentrale für politische Bildung, 2022)