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Aktive Rekrutierung

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Aktive Rekrutierung ist ein in vielen Bereichen schon seit längerem etabliertes Personalentwicklungsinstrument, um den Bewerberinnenpool für eine Stelle zu vergrößern und (international) ausgewiesene Expertinnen zu gewinnen. Aktive Rekrutierung beinhaltet die gezielte Recherche nach potenziellen Bewerberinnen für eine Professur, andere wissenschaftliche Stellen oder weitere Leitungspositionen. Nach der erfolgten Suche über einschlägige Netzwerke, Datenbanken (s.u.) oder Fachgesellschaften, werden die potenziellen Kandidatinnen direkt angesprochen. 

Tipps zum konkreten Vorgehen

Um insbesondere den Anteil der Professorinnen noch weiter zu erhöhen, werden an der Philipps-Universität im Rahmen von Berufungsverfahren standardmäßig geeignete Wissenschaftlerinnen angesprochen und zu einer Bewerbung aufgefordert. Dies gilt insbesondere dann, wenn bei Ausschreibung einer Professur damit zu rechnen ist, dass sich nur wenige Frauen* bewerben werden. Im Idealfall sollten bereits zu Beginn eines Verfahrens, noch vor Ablauf der Ausschreibungsfrist, aussichtsreiche Wissenschaftlerinnen angesprochen werden. Als Unterstützung für den Anspracheprozess von Kandidatinnen kann ein individuell anpassbares Modellanschreiben auf Englisch und Deutsch genutzt werden.
Verringert sich die Zahl der Bewerbungen von Frauen* erst im Fortgang eines Verfahrens - bspw. nach Sichtung der Bewerbungen oder Einsendung der Schriften - können auch zu jedem späteren Zeitpunkt noch weitere Kandidatinnen angesprochen werden.

Es empfiehlt sich, Aktivitäten, die zur Gewinnung von Frauen im Rahmen von Stellenbesetzungs- oder Berufungsverfahren durchgeführt werden immer in den entsprechenden Unterlagen (Auswahlvermerke, Sitzungsprotokolle etc.) festzuhalten. Dies wirkt sich positiv auf die Bewertung der Verfahren unter dem Aspekt der Transparenz und Geschlechtersensibilität aus und verdeutlicht das Commitment der jeweiligen Auswahlkommission. Insgesamt hilft aktive Rekrutierung dabei, dem Einfluss der (oftmals unbewusster) Verzerrungseffekte, den sog. "Unconscious Gender Bias", zu minimieren.

Unterstützende Datenbanken für die Suche nach geeigneten Kandidatinnen:

 - academia.net

 - femconsult

- FEMtech. Frauen in Forschung und Technologie

 - European Women in Mathematics

Weitere nützliche Hinweise finden sich auf der Service-Seite "Wissenschaftler*innen finden" der bukof sowie beim CEWS zum Thema Anti-Bias. O-Töne und Meinungen zu Aktiver Rekrutierung in englischer Sprache gibt es auf AcademiaNet und in der zugehörigen Broschüre.