Hauptinhalt

Solarstromanlagen auf dem Campus

Blick auf die PV-Anlage  auf dem Dach der Biegenstraße 12
Foto: Lucia Pfeil

Schon seit längerer Zeit werden größere Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) auf den Dächern der Universitätsgebäude installiert. Aktuell sind 6 Anlagen mit zusammen 477 kWp in Betrieb. So können etwa 450.000 kWh Strom pro Jahr klimaneutral erzeugt werden. Das entspricht in etwa dem jährlichen Strombedarf von 130 3-4 Personenhaushalten. Noch in 2022 wird eine weitere Anlage auf dem Anatomie-Neubau auf den Lahnbergen dazu kommen.

Von der Landesregierung aus besteht aktuell die Vorgabe, wenn umsetzbar, zur Verfügung stehende Dachflächen weitestgehend für die Errichtung von PV-Anlagen zu nutzen. War bisher die Dimensionierung unter ökonomischen Gesichtspunkten auf die Deckung des Eigenbedarfs ausgerichtet, wird jetzt das Ziel verfolgt, im maximal möglichen Rahmen konventionellen Strom im Versorgungsnetz durch nachhaltig erzeugten PV-Strom zu ersetzen.

Diese Bauverordnung gilt nicht nur bei Neubauten, sondern auch dann, wenn wesentliche Umbauarbeiten z.B. bei der Gebäudesanierung vorgenommen werden.

Foto: Ralf Orths
Neubau DDK (Bildarchiv am Pilgrimstein) / PV-Anlage zur Eigenstromversorgung

Neubau DDK Pilgrimstein / PV-Anlage zur Eigenstromversorgung

So werden in den nächsten Jahren bei zur Sanierung anstehenden Gebäuden, wie dem Audimax, der Mensa im Lahntal wie auch beim Savignyhaus in der Universitätsstraße und dem BSL4 Hochsicherheitslaborneubau auf den Lahnbergen weitere Solarstromanlagen installiert. 

Bei der Planung muss hier allerdings nicht nur die Möglichkeit der technischen Umsetzung geprüft werden in Bezug auf die Dachstatik und Dachausrichtung, sondern gerade hier in Marburg mit einem mittelalterlich geprägten Stadtbild muss die obere Denkmalschutzbehörde mit eingebunden werden. Wir haben viele Gebäude, die als Einzelkulturdenkmal klassifiziert sind oder es besteht ein Ensembleschutz einer ganzen Gruppe von Gebäuden. Hier konnten wir durch eine enge Zusammenarbeit auch für solche Gebäude angepasste Lösungen finden. 

Perspektivisch würden wir auch gerne bei historischen Gebäuden bei der Dachsanierung PV-Anlagen gestalterisch in die Dachfläche integriert umsetzen. Das hätte nicht nur einen positiven Effekt bei der Energieerzeugung, sondern meist sind die PV-Anlagen als Dachersatz preisgünstiger als eine historische Schiefereindeckung.

Uns geht es aber nicht allein um die Erfüllung der Bauvorgaben und umweltpolitisch verantwortliches Handeln, sondern ist die Nutzung von PV-Anlagen für uns auch betriebswirtschaftlich sehr sinnvoll. In vielen Fällen werden die Gebäude über ein eigenes Uni-Stromnetz versorgt, sodass dann, wenn die PV-Anlage auf dem einen Gebäude Überschüsse produziert, diese auch im Nachbargebäude genutzt werden können. Wir können also direkt die deutlich gestiegenen Strombezugskosten durch deutlich kostengünstiger erzeugten Strom aus PV-Anlagen ersetzen.  Solarstromanlagen einmal installiert produzieren für 20 bis 30 Jahre sehr zuverlässig Strom mit nur geringem Wartungsaufwand. So kann der Universitätshaushalt darüber auch dauerhaft entlastet werden.

Unsere CO2-Bilanz verbessert sich dadurch nicht, weil wir schon "grünen" Strom einsetzen. Aber wir können so den Anteil des Strombezugs reduzieren, für den CO2-Zertifikate erworben werden müssen.