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"Artefaktanalyse" Vortrag und Workshop
mit Dr. Paul Eisewicht (Technische Universität Dortmund)

Vom 28.bis 30.11.2019 fand ein vom ZIR geförderten und organisierten Vortrag und ein Workshop zum Thema "Artefaktanalyse" statt. Zum interdisziplinären Austausch und der Diskussion laufender Forschungsprojekte eingeladen waren vor allem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Qualifikationsphase sowie MA-Studierende. Der Soziologe Dr. Paul Eisewicht von der Technischen Universität Dortmund stellte methodologischen Anforderungen und die methodischen Konsequenzen einer konsequent vollzogenen, emprischen Hinwendung zu den Dingen vor. Die verschiedenen Analysemethoden und Zugänge wurden auch am je eigenen Forschungsprojekt diskutiert und reflektiert.

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    Im Zuge des „Material Turn“ in den Kultur-, Religions- und Sozialwissenschaften werden in den letzten Jahren verstärkt Artefakte und deren Verwendung in den Fokus der Forschung gerückt. Im Vergleich zu oralen und literalen Daten, im Vergleich zu ‚bloß‘ audiovisuellen Daten stellen Artefakte jedoch eine besondere Herausforderung für die sozial-, religions- und kulturwissenschaftliche Analyse dar. Dies liegt zum einen daran, dass sich Artefakte mit allen Sinnen erfassen lassen und dass sie dahingehend komplexer sind, dass sich darin auch schwer feststellen lässt, welche Qualitäten eines Artefakts ausschlaggebend für seine Bedeutung in sozialen Zusammenhängen sind. Zum anderen sind Sozial-, Religions- und Kulturwissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler vorrangig Symbolanalytiker, die kulturelle Phänomene auf die sinnhafte Bedeutung hin analysieren und darin gleichsam in ihrer ‚déformation professionnelle‘ blind für die Wirksamkeit physischer Objekte sind. Im Zuge des ‚Material Turn‘ ist in den letzten Jahrzehnten jedoch ein zunehmendes Interesse an den ‚Dingen‘ in der entsprechenden Forschung beobachtbar, im Zuge dessen auch neue methodische Zugänge zu deren Analyse entwickelt wurden. Entsprechend der Vielfalt theoretischer Perspektiven gibt es dabei jedoch nicht den irgendwie ‚überlegenen‘ methodischen Schlüssel – vielmehr gilt es entsprechend der eigenen Fragestellungen die Vor- und Nachteile abzuwägen und einen forschungsadäquaten Zugang zu finden.

    Im Workshop sollen die methodologischen Anforderungen und die methodischen Konsequenzen einer konsequent vollzogenen Hinwendung zu den Dingen nachgezeichnet werden. Dabei soll nicht die eine Analysemethode vorgestellt, sondern verschiedene Zugänge nachgezeichnet werden, um so die Grundlage dafür zu schaffen am je eigenen Forschungsprojekt diese Perspektiven zu reflektieren. Dabei sollen praxistheoretische und (post)strukturalistische Perspektiven (z.B. des New Materialism nach Karen Barad und der Akteurs-Netzwerk-Theorie nach Bruno Latour) ebenso behandelt werden wie interaktionistische und handlungstheoretische Ansätze (z.B. der Artefaktanalyse nach Ulrike Froschauer und Manfred Lueger oder der ethnographischen Artefaktanalyse). Eigenheiten der Artefaktanalyse, typische Probleme und Fallstricke sollen dabei über den gesamten Forschungsprozess (von der Ideenfindung bis zur Ergebnispublikation) hinweg betrachtet werden, um den Teilnehmenden einen umfassend einführenden und vertiefenden Blick auf die Möglichkeiten und Grenzen der Methoden zu vermitteln. Mit den vorgestellten Ansätzen soll dabei auch danach gefragt werden, welche spezifische Herausforderungen sich bei der Analyse (quasi-)religiöser Objekte stellen und wie die Bedeutung religiös aufgeladener Objekte adäquat und angemessen rekonstruiert werden kann.

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    Donnerstag 28.11.2019, 18 Uhr
    Vortrag: ‚Style Matters‘-Zur materiellen Konstitution sozialer Zugehörigkeit in der Moderne

    Freitag 29.11.2019, 10 bis 16 Uhr
    Samstag 30.11.2019, 10 bis 14 Uhr
    1. Herausforderungen der Artefaktanalyse und der Material Turn – Zur Einleitung
    2. Dinge als Aktanten und Dinge als Zeug – Methodologische Grundlegungen
    3. Datensorten und Datenqualität – Artefakte als Daten und Daten aus Artefakten
    4. Auswertungsheuristiken für die Analyse
    5. Herausforderungen für Ergebnisse und Publikation
    6. Führung durch die Religionskundliche Sammlung

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