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10.04.2014

AnthroLab

Zeit: 24.06.2014 18:00 h
Ort: Kugelhaus, Kugelgasse 10

Referierende/Beteiligte:

Miriam Junghans M.A. (Fundação Oswaldo Cruz, Rio de Janeiro)

Weitere Informationen:


"Der Preis des Wissens": Förderer, Netzwerke und Stipendien der Reisen des Friedrich Sellow in Brasilien (1814-1831)

Friedrich Sellow, 1789 in Potsdam geboren, war einer der vielen Reisenden, die auf ihrer Suche nach neuen naturhistorischen Erkenntnissen zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Brasilien fanden. Während 17 Jahren bereiste er das Land und sammelte Exemplare für die Wissensgebiete der Botanik, Zoologie, Paläontologie und Mineralogie. Seine Aufmerksamkeit widmete er auch eingeborenen Gruppen, deren Mitglieder, Artefakte und Hütten er zeichnete. Außerdem erstellte er Wörterlisten und sammelte ethnografische Objekte. Diese Sammlungen führte er im Auftrag privater Sammler und öffentlicher Einrichtungen wie dem Museu Nacional in Rio de Janeiro und dem Museum für Naturkunde in Berlin durch. Seine Reisen fanden 1831 ein tragisches Ende, als der Naturforscher im Rio Doce (im brasilianischen Teilstaat Minas Gerais) ertrank. Obwohl es Sellow nicht vergönnt war, seine Forschungsergebnisse zu veröffentlichen, erlauben uns seine Aufzeichnungen und Dokumente, die uns erhalten blieben, sein Leben nachzuzeichnen: nicht nur seinen Bildungsweg, sondern auch die Unterstützung, die er von wichtigen Persönlichkeiten wie Alexander von Humboldt erhielt, die wissenschaftlichen Netzwerke, denen er zugehörte, und die Kontakte, die er zur preußischen und brasilianischen Regierung unterhielt. Diese Studie untersucht den wissenschaftlichen Werdegang Sellows auf den Spuren des “money trails” (dieser Ausdruck stammt von Andersen, Bek-Thomsen und Kjaergaard, 2012). In den Blick geraten dabei auch Stipendien, Patronate und andere Finanzierungsarten der Reisen des Naturforschers. Dies erlaubt es, den Fokus auf eine Frage zu richten, die sowohl im 19. Jahrhundert als auch heute noch von grundlegender Relevanz für die wissenschaftliche Tätigkeit ist: Wie gelangt man an das für die Produktion von wissenschaftlichem Wissen notwendige Geld? 

Kontakt:

Anja Bohnenberger
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 11.04.2014 · Polchert

 
 
 
Fb. 03 - Gesellschaftswissenschaften und Philosophie

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Tel. +49 6421/28-22480, Fax +49 6421/28-23944, E-Mail: relwiss@staff.uni-marburg.de

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