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In Memoriam Professor em. Dr. phil. Kurt Starke


 

 

 

 

Am 19. Januar 2000 ist Professor em. Dr. phil. Kurt Starke im Alter von 88 Jahren gestorben. In Berlin geboren und aufgewachsen, hat er dort als junger Kernchemiker und Mitarbeiter von Otto Hahn unabhängig von einer amerikanischen Forschungsgruppe das erste Transuran-Element entdeckt.

Im Jahr 1959 widmete er sich an der Philipps-Universität Marburg dem Aufbau des Instituts für Kernchemie, zu dessen Direktor er berufen war. Im Jahr seines 60. Geburtstags bezog er mit seinem Institut die neuen Räume im Fachbereich Physikalische Chemie auf den Lahnbergen und etablierte damit seine Arbeitsrichtung für weitere Generationen.

Nach Abschluß seines Chemiestudiums an der Universität Berlin arbeitete Kurt Starke von 1935 bis 1941 erst als Doktorand, dann als Assistent von Otto Hahn am weltberühmten Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin-Dahlem.

Im Dezember 1938 wurde in jenem Institut von Otto Hahn und Fritz Strassmann die Atomkernspaltung entdeckt. Unmittelbar danach gelang es Kurt Starke, das bei der Bestrahlung von natürlichem Uran entstehende Uranisotop U-239 anzureichern, sein Folgeprodukt abzutrennen und als Isotop des ersten Transuran-Elements (Neptunium) zu identifizieren. Seine Entdeckung erfolgte völlig unabhängig von entsprechenden Experimenten einer amerikanischen Forschungsgruppe. Kriegsbedingt und wegen seines Wechsels nach München verzögerte sich die Veröffentlichung seiner Ergebnisse bis zum Jahre 1942, wodurch den Amerikanern die Priorität und der Nobelpreis zufielen.

Im Jahre 1944 wechselte Kurt Starke an das Kaiser-Wilhelm-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg. Nach dem Krieg lehrte und forschte er über ein Jahrzehnt in Nordamerika: erst in Kanada an der MacMaster University, Hamilton, Ontario, dann an der University of British Columbia, Vancouver, später in den USA als Associate Professor an der University of Kentucky, Lexington.

Im Jahre 1959 folgte Kurt Starke einem Ruf an die Philipps-Universität Marburg. In den folgenden zwei Jahrzehnten bis zu seiner Emeritierung baute er die Kernchemie zu ihrem bisher größten Stand und Umfang auf. Als erster Dekan des neugeschaffenen Fachbereichs Physikalische Chemie konnte er 1971 das neue Institut auf den Lahnbergen beziehen. Hier wirkte er als Lehrer und Forscher weitere Jahre bis über seine Emeritierung hinaus und betreute eine international hochangesehene Arbeitsgruppe. Bis zu seinem Tode arbeitete er weiter auf seinem Fachgebiet, zuletzt sehr stark an der Geschichte der Transurane.

Viele Schüler verdanken ihm Anregungen und Anleitung für ihre Diplom- und Doktorarbeiten. Die meisten wurden durch die Jahre in seinem Institut für ihren Lebensweg geprägt. Ihr Fachwissen war in den Wochen und Monaten nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl besonders gefragt. Zwei Generationen, Schüler und Enkel, gedenken in Dankbarkeit seines bleibenden Lebenswerkes.

 

 

Zuletzt aktualisiert: 30.06.2006 · Wangy

 
 
 
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