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Forschungsprojekt: Transkranielle Gleichstromstimulation bei Jugendlichen mit ADHS

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine Erkrankung, die drei bis acht Prozent aller Grundschulkinder und ca. zwei bis vier Prozent der Jugendlichen betrifft. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, sind körperlich unruhig und handeln impulsiv. Bisherige Behandlungsmöglichkeiten sind Aufklärung über die Erkrankung, Beratung, verhaltenstherapeutische Interventionen und ggf. eine medikamentöse Therapie, z.B. mit Methylphenidat.
In Studien hat man herausgefunden, dass Menschen mit ADHS häufig eine Unterfunktion in den vorderen Gehirnbereichen aufweisen. Man nimmt an, dass diese Fehlfunktion mit den Symptomen der ADHS, wie Unaufmerksamkeit und Unruhe, zusammenhängt.
Aus der Erwachsenenpsychiatrie ist bereits ein elektrisches Gerät bekannt, mit dem man einzelne Gehirnbereiche anregen kann. Dieses Gerät wird mittlerweile bei einigen Erkrankungen schon eingesetzt, z.B. bei Epilepsie, Depressionen oder chronischen Schmerzen. Die dabei verwendete Methode heißt „Transkranielle Gleichstromstimulation“ (tDCS). Das bedeutet, dass über Elektroden, die an der Kopfhaut angebracht werden, ein schwacher Strom durch den Schädel in die darunterliegenden Gehirnbereiche übertragen wird.
 
Um die Wirkung der Gleichstromstimulation auf die Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und die Gehirnleistung zu untersuchen, wurden in diesem Projekt bei Jugendlichen mit gesicherter ADHS-Diagnose die Stimulation in fünf nacheinander folgenden Tagen durchgeführt. Am ersten Tag fand eine Stimulation in einem Kernspintomographen (auch: Magnetresonanztomographen; MRT) statt.

Für das Projekt wurden 2011 - 2013 Jugendliche im Alter von 12 bis einschließlich 16 Jahren untersucht, bei denen eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besteht (Flyer).

 

Publikationen aus dem Projekt:

Soff, C., Sotnikova, A., Christiansen, H., Becker, K. & Siniatchkin, M. (2017). Transcranial direct current stimulation improves clinical symptoms in adolescents with attention deficit hyperactivity disorder. Journal of Neural Transmission, 124, 133-144.

Sotnikova, A., Soff, C., Tagliazucchi, E., Becker, K. & Siniatchkin, M. (2017). Transcranial Direct Current Stimulation Modulates Neuronal Networks in Attention Deficit Hyperactivity Disorder. Brain Topography, 30, 656-672.

 

Diese Studie wurde finanziert über Drittmittel des UKGM.

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Zuletzt aktualisiert: 18.04.2018 · Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

 
 
 
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