18.10.2011
Neue Oppositionsformen im Nahen Osten und Nordafrika
Vortragsreihe des CNMS im Wintersemester 2011/12
Diese sich zunehmend individualisierenden Oppositionsformen sind kein neues Phänomen des „Arabischen Frühlings“. Bereits seit einigen Jahren lassen sich im politischen, sozialen und kulturellen Bereich dissidente Dynamiken konstatieren, die in hohem Maße individuell, spontan und subversiv agieren und hierdurch vorherrschende Auffassungen und Narrative herausfordern. Diese Oppositionsformen distanzieren sich – in Abkehr von den gescheiterten Massenideologien des vergangenen Jahrhunderts – verstärkt von kollektivistischen und universalistischen Argumentationen.
So erarbeiten sich Frauen wie Männer im Alltagsleben neue Räume, um sich Gehör zu verschaffen. Hierbei wird zunehmend das Internet genutzt, um Ideen zu kommunizieren und Netzwerke aufzubauen. Die Jugendbewegung des 6. April etwa, welche bei den ägyptischen Massenprotesten stark vertreten war, organisierte sich spontan und in flexiblen Strukturen über Facebook. Im Bereich der Kunst und Literatur lässt sich eine Tendenz zur Selbstkritik feststellen: Künstler bzw. Schriftsteller begreifen sich nicht mehr als eine das Kollektiv belehrende Instanz, sondern behaupten sich als Individuum, welches sich nicht an ganze Klassen oder Gruppierungen, sondern an andere Individuen wendet.
Im Rahmen dieser Vorlesungsreihe soll das Spektrum dieser „neuen“ individualisierten Widerstands- und Artikulationsformen aufgezeigt werden. Inwiefern wohnen ihnen Momente politischer, sozialer und künstlerischer Subversion inne? Waren sie Wegbereiter für den „Arabischen Frühling“?
Termine:
| 17.11.2011 | Dr. Elizabeth Suzanne Kassab (Beirut/Berlin) On the Question: 'Where are the Intellectuals in the Current Arab Uprisings?’ |
| 24.11.2011 | Prof. Dr. Kai Hafez (Erfurt) Eine neue Welle der Demokratisierung – Politische Umbrüche in der arabischen Welt: Bewegungen – Parteien – Medien |
| 08.12.2011 | Prof. Dr. Asef Bayat (Urbana-Champaign, IL) The Arab Street as Political Sphere |
| 12.01.2012 | Prof. Dr. Cilja Harders (Berlin) Ambivalenzen der Revolution – Geschlechterregime und politischer Wandel in Ägypten |
| 26.01. 2012 | Dr. Tony Langlois (Limerick) Music and Cultural Politics on the Algerian/Moroccan Border |
Ort: Hörsaal 00A26, Centrum für Nah- und Mittelost-Studien, Deutschhausstraße 12
Zeit: 18:00 Uhr c.t.
Kontakt
Dr. Ines Braune / Yvonne Albers
Deutschhausstr. 12
35032 Marburg
Tel.: +49-6421-28-24966
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