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17.02.2010

Vortragsreihe im Sommersemester 2010: Kunst, Architektur und materielle Kultur des Vorderen Orients

Einblicke in das kulturelle Erbe und die künstlerische Vielfalt des Vorderen Orients

Im Anschluss an die Vortragsreihe „Rethinking Iraq – Analysen, Visionen und Neuanfänge“ ist die Vortragsreihe „Kunst, Architektur und materielle Kultur des Vorderen Orients“ im Sommersemester 2010 die Fortsetzung des Vorhabens, die Region aus verschiedenen Perspektiven interdisziplinär zu beleuchten und inhaltlich auszuschöpfen. Die Reihe führt ein in das kulturelle Erbe und die künstlerische Vielfalt des Vorderen Orients. Ziel ist es, neben den aktuellen kulturellen Themen Einblicke zu geben in die lange kunsthistorische und architektonische Tradition des Nahen Ostens und Anhaltspunkte zur Gegenwart zu knüpfen.

Vor allem im Europa des 18. Jahrhunderts hatte sich eine romantisierende Sicht des Orients ausgebreitet. Der Wegfall der unmittelbaren kriegerischen Bedrohung ermöglichte einen freieren und zum Teil ästhetisierenden Umgang mit Stilelementen des orientalischen Kulturkreises. Das kulturelle Interesse der Europäer am Orient erweiterte sich, die orientalische Baukunst fand Eingang in die europäische Architektur, und das Bild vom Orient als dem Anderen, Fremden, wurde entworfen. So huldigten zahlreiche europäische Künstler des 19. Jahrhunderts, in der Blütezeit des Kolonialismus und der kolonialen Expansion, dem Mythos des Orients als Ort der Sinnlichkeit.

Jenseits der gegenwärtigen politischen Debatten rund um den Nahen Osten als Krisenherd beleuchtet die Vortragsreihe die Region aus einer anderen Perspektive, indem sie Elemente der einstigen Wiege der Hochkulturen in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt. Voraussetzungen, Entfaltung und Elemente der materiellen Kultur und Kunst im Nahen Osten werden betrachtet, um das analytische Narrativ in Bezug auf spezifische und allgemeine Fragen, die die Region betreffen, zu schärfen. Die eingeladenen Fachwissenschaftler aus verschiedenen Universitäten und Forschungszentren gewähren hierbei vertiefende Einblicke in die langwährende Geschichte des kulturellen Erbes der Region und bereichern mit ihrer individuellen Perspektive die wissenschaftliche Debatte.

Programm

Do, 29.04.10 Prof. Dr. Lorenz Korn, Bamberg: Fürstenresidenzen am Tigris. Kunst und Kultur in der Jazira im 12.-13. Jahrhundert
Do, 20.05.10 Prof. Dr. Silvia Naef, Genf: Kunst aus dem Irak in der globalisierten Kunstszene: eine Randerscheinung? 
Do, 27.05.10 Dr. Kirsten Scheid, Beirut/Berlin: How is there no Art here? An invented dilemma for contemporary Arab art and the case of Lebanon
Do, 10.06.10 Dr. Markus Ritter, Zürich: Moscheenbau in Iran im 18.-19. Jh
Do, 24.06.10 Dr. Markus Schmitz, Münster: Kulturelle Dezentrierung durch kritische Korrelation - gegenarchivische Strategien in der zeitgenössischen arabischen Kunst
Do, 01.07.10 Dr. Detlev Quintern, Bremen: Kulturhauptstadt Istanbul: Zur Renaissance arabisch-osmanisch-islamischer Kultur
Do, 08.07.10 Charis Mahnke, Berlin: Mehr als bunte Bilder: Alexandrinische Mosaikglaseinlagen mit figürlichen Motiven

 

Die Vorträge finden im Hörsaal 00 A26 des CNMS, Deutschhausstr. 12, um 18 Uhr c.t. statt.

 

Kontakt

Dr. Leslie Tramontini
Deutschhausstr. 12
35032 Marburg

Tel.: +49-(0)6421-28-24946
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 31.08.2010 · Martin Klehr

 
 
Centrum für Nah- und Mittelost-Studien

Centrum für Nah- und Mittelost-Studien, Deutschhausstraße 12, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-24946, Fax 06421/28-24829, E-Mail: cnms@uni-marburg.de

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