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Word stress – Rules and representations

Ein Forschungsprojekt im DFG-Schwerpunktprogramm 1234: Sprachlautliche Kompetenz

Antragsteller

Richard Wiese    Ulrike Domahs

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Johannes Knaus    Paula Orzechowska  Karen Bohn

DFG_Lautsprache

Überblick: 1. Förderperiode

Das Projekt beschäftigt sich mit den zugrundeliegenden Mechanismen des Wortakzents im Deutschen. Es geht von zwei Annahmen aus:

  1. Zentrale Probleme der Beschreibung und Erklärung des Wortakzents wurden - trotz einer Reihe von neueren theoretischen und empirischen Studien zum Wortakzent im Deutschen - nicht adäquat gelöst.
  2. Linguistische Regelmäßigkeiten haben ein direktes Korrelat im Sinne neurophysiologischer Repräsentationen.

Auf der Grundlage dieser Annahmen führen wir neurolinguistische Experimente zur Natur von Wortakzentphänomenen durch.

In erster Linie werden Regelmäßigkeiten des Wortakzents und deren anzunehmende zugrundeliegende prosodische Struktur, Markiertheitsaspekte als Teil prosodischer Constraints und/oder lexikalisch-prosodischer Repräsentationen, die Beziehung zwischen regelmäßigen und unregelmäßigen Elementen sowie die neurokognitive Repräsentation und Funktion von Akzent durch eine Reihe von EEG-Experimenten untersucht.

Insbesondere werden wir, ausgehend von der Annahme, dass im Deutschen der Pänultimaakzent der Normalfall des Akzentmusters ist, untersuchen, wie dieses Muster durch Faktoren wie Quantitätssensitivität, Edge Marking, prosodische Struktur, lexikalische Verknüpfungen u.a. modifiziert werden kann und wie diese Faktoren in einem theoretischen Modell des (deutschen) Wortakzents dargestellt werden können.

Überblick: 2. Förderperiode

In der zweiten Förderperiode wird das Projekt seine Arbeiten zur Erforschung der zugrundeliegenden Mechanismen des Wortakzents im Deutschen fortsetzen und die Betrachtung auch auf andere, sich vom Deutschen systematisch unterscheidende Sprachen, erweitern.

Es werden eine Reihe neurolinguistischer Experimente, zumeist elektrophysiologische Messungen der Reaktion auf Betonungsmuster, durchgeführt, um die Art und Struktur von Akzentphänomenen im Wort und darüber hinaus zu untersuchen.

Die dem Projekt zugrundeliegende Hypothese lautet: Prosodische Kategorien und Beschränkungen sind direkt relevant für die Online-Verarbeitung von Wörtern und Phrasen; die Ergebnisse neurolinguistischer Experimente sind derart, dass sie ein Leitfaden für die grammatischen Beschreibungen dieser Phänomene sein können.

Prosodische und andere Faktoren, die mit den Regularitäten des Wortakzents interagieren, werden ebenso in das Modell einbezogen.

Projektveröffentlichungen

  • Johannes Knaus, Richard Wiese & Ulrike Janßen (2007) The processing of word stress: EEG studies on task-related components. In: Proceedings of the International Congress of Phonetic Sciences 2007, Saarbrücken, 709-712. (PDF)
  • Ulrike Domahs, Richard Wiese, Ina Bornkessel-Schlesewsky & Matthias Schlesewsky (2008) The processing of German word stress: Evidence for the prosodic hierarchy. Phonology 25/1, 1-36.
  • Johannes Knaus and Ulrike Domahs (2009) Experimental evidence for optimal and minimal metrical structure of German word prosody. Lingua119, 1396–1413, doi:10.1016/j.lingua.2008.04.002.
  • Richard Wiese, Petra Schumacher & Matthias Schlesewsky (2009) Neurokognition der Sprache in Wort, Satz und Text. In: Martin Huber & Simone Winko (Hrsg.) Literatur und Kognition. Bestandsaufnahmen und Perspektiven eines Arbeitsfeldes. Paderborn, Mentis Verlag, 85-98.
  • Karen Bohn, Richard Wiese & Ulrike Domahs (2011) The status of the rhythm rule within and across word boundaries in German. In: Proceedings of the 17th International Conference of the Phonetic Sciences 2011, Hong Kong, 332-335. Available Online.
  • Johannes Knaus, Richard Wiese & Ulrike Domahs (2011) Secondary stress is distributed rhythmically within words: An EEG study on German. In:Proceedings of the 17thInternational Conference of the Phonetic Sciences 2011, Hong Kong, 1114-1117. Available Online.
  • Ulrike Domahs, Safiye Genc, Johannes Knaus, Richard Wiese und Barış Kabak (2012). Processing (un-)predictable word stress: ERP evidence from Turkish. In: Language and Cognitive ProcessesAvailable online.
  • Ulrike Domahs, Richard Wiese, & Johannes Knaus: Word prosody in focus and non-focus position: An ERP-study on the interplay of prosodic domains. To appear in: Ruben van de Vijver & Ralf Vogel (eds.) Rhythm in phonetics, grammar and cognition. Berlin, de Gruyter.

Zuletzt aktualisiert: 20.04.2012 · Johannes Knaus

 
 
 
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