Portrait von Karsten Kantner
4. Semester Physik mit Schwerpunkt Materialwissenschaften
Was Ihr allerdings bereits bei der Entscheidung zu einem Physikstudium beachtet solltet, ist meiner Meinung nach ein:
- Sehr hoher Zeitaufwand zur Nachbereitung sowie für das Bearbeiten von Übungszetteln und das Schreiben von Praktikumsberichten. Das bedeutet insgesamt wenig Freizeit.
- Jedes Modul ist wichtig und schon das erste Physik-Modul bringt mehr Punkte als die Bachelor-Prüfung!
- Nicht verzweifeln, wenn es nicht mehr wie in der Schule verläuft. Man gewöhnt sich an Tempo, Formulierungen und den Druck
- Auch Physiker sind Menschen, daher sollte man trotz aller Arbeit auch wissen, dass es leicht ist Freunde zu finden. Man hilft sich und kann selbst sehr gut helfen lernen.
- Keine zu engen oder zu hohen Erwartungen haben.
- Viel Selbstdisziplin mitbringen und auch den Willen viel selbst zu organisieren, aber am meisten sollte man Neugier mitbringen und bewahren.
Meine eigenen Erwartungen wurden ziemlich über den Haufen geworfen
und die oftmals abstrakt anmutenden Aufgaben und die gefragten
mathematischen Vorkenntnisse waren zu Beginn sehr ernüchternd. Mit
etwas Gehirnakrobatik kann man sich die Mathevorlesungen schnell
erschließen. Daher rate ich auch zu Geduld mit sich selbst und zu viel
Teamgeist, um Probleme und Fragen gemeinsam zu klären.
Meine größten Probleme bisher waren nicht etwa Klausuren, Professoren
oder die zeitaufwendigen Zettel, die gerechnet werden müssen, sondern
schlicht und einfach das Besorgen wichtiger Informationen, wie
Anmeldungstermine und die Organisation und Einteilung von Vorlesungen
und Terminen, da ich diese ganze Selbstorganisation von der Schule
nicht gewohnt war.
Am besten gefällt mir die Atmosphäre im Studiengang. Tutoren,
Professoren und Kommilitonen sind hilfsbereit, aufgeschlossen und für
kleine Gruppen werden auch mal Ausnahmen gemacht, extra Termine für
Klausuren gelegt und man bekommt schnell einen Gesprächstermin.
Ebenfalls begeisternd sind die Aussichten wirklich etwas Neues zu
entdecken, einen Forschungsplatz zu bekommen oder einfach nur die Welt
ein wenig mehr zu verstehen. Dies ist der Hauptgrund für mich Physik zu
studieren.
Meine Spezialisierung liegt im chemischen Bereich und eignet sich
meiner Meinung nach sehr gut als Ergänzung zur Physik, da hier oftmals
die Anwendung der Theorie (auch der Theorie der Physik) zu bestaunen
ist.
Zum Abschluss möchte ich euch noch raten unvoreingenommen in das
Studium zu starten, die Menschen kennen zulernen und sich zu Beginn auf
keinen Fall abschrecken zu lassen – egal was man hört! Spätestens wenn
die fachlichen Vorlesungen kommen wird es wirklich interessant und
mitunter sogar unterhaltsam.

