ILK- Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen
Eine Kurzvorstellung
| Autoren | F. Mattejat und H. Remschmidt |
| Quelle | Mattejat, F.; Jungmann, J.; Meusers, M.; Moik, C.; Nölkel, P.; Schaff, C.; Schmidt, M.H.; Scholz, M.; Remschmidt, H.: Das Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen (ILK) - Eine Pilotstudie. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Bd. 26, 1998, S. 174-182. (Sonderdruck). |
| Anwendungs- bereich |
Das ILK (Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen) ist ein Screening-Instrument zur Erfassung der Lebensqualität bei gesunden sowie psychisch gestörten Kindern und Jugendlichen und sollte im Falle einer Therapie hinsichtlich Indikationsstellung, Planung und Zielbestimmung eingesetzt werden. |
| Art des Verfahrens |
Interview, Fragebögen, Einschätzungsskalen |
| Bearbeitungszeit |
Ausfüllen jeweils 5 - 15 Minuten |
| Kurzbeschreibung | Das ILK ist ein Erhebungsinstrument, mit dem Informationen von drei
"Parteien" erhoben werden:
Mit Kindern von 6 bis 11 Jahren wird ein Interview anhand eines Interview-Bogens (Kinderbogen) durchgeführt; der Interview-Bogen wird gemeinsam von Interviewer und Kind bearbeitet. Jugendliche und Eltern erhalten einen Fragebogen, den sie alleine bearbeiten können. Die Therapeuten schließlich bearbeiten Skalen zum Funktionsniveau und zur Behandlungsnotwendigkeit und registrieren objektive Daten zur Untersuchung und Behandlung. Die ILK-Angaben der Therapeuten werden durch die Diagnosen auf den 6 Achsen des MAS ergänzt. Die Ergebnisse des Kinderinterviews bzw. des Jugenlichenbogens werden vom Interviewer auf dem zugehörigen Auswertungsblatt zusammen mit seinen eigenen Einschätzungen festgehalten. In das Auswertungsblatt können außerdem die Angaben der Eltern (am besten mit einer anderen Farbe) eingetragen werden. Auf diese Weise gewinnt man schnell einen Überblick über die Untersuchungsergebnisse. |
| Theoretischer Hintergrund |
Das ILK basiert auf einem multidimensionalen Konzept der
Lebensqualität, in dem folgende Unterscheidungen getroffen
werden: Lebensqualität im weiteren Sinne umfasst einerseits die Voraussetzungen und Bedingungen (z.B. materielle Voraussetzungen, körperliche oder psychische Erkrankungen bzw. Behinderungen; psychosoziale Umfeldbedingungen, medizinische Behandlungen) durch die die Lebensqualität beeinflußt (gesteigert oder gemindert) werden kann und andererseits die Lebensqualität im engeren Sinne. Lebensqualität im engeren Sinne umfaßt zwei grundlegend unterschiedliche Grundaspekte: Einerseits die objektive Handlungs- und Funktionsfähigkeit (Objektives Funktionsniveau; Beispiel: Objektive Leistungsfähigkeit bzw. Leistungen) und andererseits das subjektive Wohlbefinden bzw. die subjektive Zufriedenheit mit der eigenen körperlichen und psychischen Verfassung, Lebenssituation und Lebensführung. Viele empirische Untersuchungen zeigen übereinstimmend, daß diese beiden Grundaspekte nicht aufeinander reduziert werden können (geringe bis mäßige Korrelationen). Das objektive Funktionsniveau kann am besten durch "externe" Beobachter ("Außenperspektive") oder durch objektive Testverfahren bzw. andere objektive Indikatoren erfasst werden, die sich primär auf das beobachtbare Verhalten (bzw. Verhaltensfolgen /-Dokumente) beziehen. Das subjektive Wohlbefinden bzw. die Zufriedenheit kann am besten durch Selbstbeurteilung der Patienten ("Innenperspektive") erfaßt werden, in denen primär Ausagen über das Erleben gewonnen werden. |
| Entwicklung des Verfahrens |
Die Entwicklung des ILK orientierte sich an folgenden
Zielsetzungen; dabei versteht es sich von selbst, daß diese
Zielsetzungen in einem einzelnen Instrument nur partiell bzw. annähernd
erreichbar sind.
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| Aufbau und Auswertung |
Die Lebensqualität im engeren Sinne kann nach verschiedenen
Bereichen aufgegliedert werden, die im ILK getrennt erfaßt
werden: (1) Schule, (2) Familie, (3) soziale Kontakte zu Gleichaltrigen, (4) Interessen und Freizeitgestaltung; dazu kommen die beiden gesundheitsbezogenen Bereiche (5) körperliche Gesundheit und (6) psychische Gesundheit. Neben den Einzelbereichen wird auch eine (7) Gesamtbeurteilung der Lebensqualität erhoben. Als zusätzliche Bereiche, die nur für erkrankte Personen relevant sind, werden Maße für die (8) Belastung durch die aktuelle Erkrankung und für die (9) Belastung durch die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen erhoben. Die ersten sieben Bereiche können bei Patienten und bei gesunden Kontrollpersonen erhoben werden, die letzten beiden Bereiche sind ausschließlich auf Patienten bezogen. Zu jedem dieser Bereiche werden im ILK sowohl Angaben der Patienten (subjektives Wohlbefinden und Zufriedenheit), der behandelnden Ärzte bzw. Therapeuten (objektives Funktionsniveau) und der Eltern (Einschätzung der Lebensqualität mit subjektiven und objektiven Aspekten) erhoben. |
| Gütekriterien | Reliabilität Hierzu liegt bisher eine Studie vor: Bei den meisten Skalen liegt die Retestreliabilität im Bereich von r = 0.6. Dieses Ergebnis entspricht einer mittleren zeitlichen Stabilität und wurde als konzeptkonform und zufriedenstellend interpretiert. Validität Die Angaben der Jugendlichen und Kinder korrelieren mit denen der Eltern nur gering bis mäßig (zwischen 0,0 bis 0,45). Bei den Zeitangaben liegen die Korrelationen zwischen Eltern und Kindern überwiegend in einem mittleren bis hohen Bereich zwischen 0,5 und 0,85. In einer Pilotstudie, in der ILK und KINDL eingesetzt wurden, zeigten sich hohe Korrelationen zwischen den ILK-Items "Familie", "Freunde" und "Gesundheit" und KINDL-Items. Dagegen fanden sich keine bedeutsamen Korrelationen zwischen dem ILK-Item "Alleine" und dem KINDL. Zwischen ILK-Zeitangaben und den KINDL-Items fanden sich nur mäßige Zusammenhänge. |
| Es existieren Vergleichswerte aus Schülerstichproben, kinder- und
jugendpsychiatrischen Praxen und Polikliniken und aus kinder- und
jugendpsychiatrischen Stationen. Vergleichs- und Normwerte sind im
Manual (Hans Huber) abgedruckt. |
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| Mattejat, F. & Remschmidt, H. (2006). Inventar zur Erfassung
der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen. Göttingen:
Hogrefe. Mattejat, F., Jungmann, J., Meusers, M., Moik, C., Nölkel, P., Schaff, C., Schmidt, M.H., Scholz, M. & Remschmidt, H. (1998). Das Inventar zur Erfassung der Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen (ILK) - Eine Pilotstudie. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie, 26, 174-182. Mattejat, F. & Remschmidt, H. (1998). Zur Erfassung der Lebensqualität bei psychisch gestörten Kindern und Jugendlichen - Eine Übersicht. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie, 26, 183-196. Kaestner, F. (2001). Messung der Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen. Unveröffentlichte Dissertation, Philipps-Universität Marburg. |
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| Autoren des Beitrags |
F. Mattejat, A. Heidgen und H. Remschmidt |



