Dissertationsprojekt:
Körperpsychotherapie studieren. Entwurf eines universitären Curriculums nach Vorbild US-amerikanischer Masterstudiengänge.
Beginn: 01.01.2008
Leitung: Benajir Wolf
Kurzbeschreibung:
In den USA existieren seit Jahrzehnten universitäre Psychotherapieausbildungen, und auch Deutschland diskutiert seit dem Bologna Prozess die Verlegung der Psychotherapieausbildung in ein universitäres Studium. Ziel dieses Forschungsprojektes ist der Entwurf eines deutschen Körperpsychotherapiecurriculums in Anlehnung an das Masterstudium Somatic Psychology des California Institute of Integral Studies (CIIS) in San Francisco, USA.
In Hinblick auf die Übertragbarkeit des Studienkonzepts fallen beim US amerikanischen Studium folgende Aspekte auf:
• Die Verknüpfung von eigenem Erleben mit Fachtheorien, eine Art „leibliches Lernen im biographischen Kontext“.
• die Betonung der kulturellen Aspekte von Körperlichkeit und Psychotherapie.
• die Anerkennung der spirituellen Dimension von Psychotherapie in Lehre und Zielsetzung (Mission Statement) der Universität.
• die Parallelleistung der Dozenten, zugleich Ausbilder, Prüfer und Begleiter der studentischen Prozesse zu sein.
• eine Leistungsbewertung ohne Noten, d.h. es existiert nur Bestanden / Nicht bestanden.
Dies für das Erlernen von Psychotherapie wichtigen Strukturen fordern an deutschen Universitäten eine „neue Art des Studierens und Lehrens“, welche in der Dissertation ausführlich diskutiert wird:
Im Rahmen des Projektes wurde auch eine Bedarfsanalyse an psychosomatischen Kliniken Deutschlands durchgeführt, da diese das größte Berufsfeld für Körperpsychotherapeuten darstellen. Es wurde per Fragebogen erhoben, für wie wichtig die Körperpsychotherapie erachtet wird und ob die Chefärzte der befragten Kliniken einen akademischen Körperpsychotherapeuten bevorzugen würden, trotz der dadurch entstehenden finanziellen Mehrbelastung. Mehr als drei Viertel aller Ärzte (n=32) äußerten klare Präferenz für einen akademischen Körperpsychotherapeuten (77.4 %).
Die abschließende Forschungsfrage beschäftigt sich mit der Verortung der Körperpsychotherapie in den verschiedenen Fachbereichen deutscher Universitäten. Hier wird die Brücke zur Motologie untersucht, denn diese bietet Körperpsychotherapie bereits als Wahlpflichtfach in ihrem Masterstudium an und plant ab 2010 einen Schwerpunkt Körperpsychotherapie innerhalb des Motologiestudiums.
Die abgeschlossene Dissertation finden Sie hier ...
